Wirtschaft
Stark, schwarz - aber, Halt!, kein Kaffee: In Fort McMurray präsentiert ein Mitarbeiter eine Probe Schweröl in die Kamera.
Stark, schwarz - aber, Halt!, kein Kaffee: In Fort McMurray präsentiert ein Mitarbeiter eine Probe Schweröl in die Kamera.(Foto: Reuters)

Libyen dreht die Hähne auf: Ölpreise uneinheitlich

Die absehbar stärkere Ölproduktion im ehemaligen Bürgerkriegsland Libyen und die anhaltende Entspannung in der Syrien-Krise sorgen zumindest bei der Ölsorte WTI für Entspannung. Skeptiker mahnen jedoch, dass die Ölmenge nicht ausreichen wird.

Die Ölpreise haben am Freitag im Mittagshandel uneinheitlich tendiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete 109,07 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI zur Oktober-Lieferung sank hingegen um 57 Cent auf 105,78 Dollar.

Die am Mittwoch beschlossene Fortsetzung der sehr expansiven Geldpolitik der US-Notenbank hat den Ölpreisen keinen nachhaltigen Auftrieb verliehen. Händler verwiesen vor allem gesunkene Angebotsrisiken. In Libyen scheint sich die Ölproduktion wieder ein Stück weit zu normalisieren. Nach Angaben des Ölministeriums wird die Förderung im laufenden Jahr um mehr als die Hälfte steigen. Zudem gab es moderate Töne des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani an den Westen und an Israel. Dies könnte eine Lockerung der Ölsanktionen ermöglichen.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist spürbar gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 108,40 US-Dollar. Das waren 1,14 Dollar mehr als am Mittwoch. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

Skeptische Beobachter warnen: Selbst wenn die Libyer diese Vorgabe tatsächlich erreichen, läge die Produktionsmenge immer noch deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Die Commerzbank beziffert die voraussichtliche Höhe auf etwa ein Drittel der "normalen" Tagesproduktion.

Am Edelmetallmarkt ging es mit Gold abwärts. Eine Unze kostete 1353 Dollar, 1,0 Prozent weniger. Offenbar lässt die Befürchtung, dass die expansive Geldpolitik der Fed die Teuerung anheizt, schon wider nach.

Quelle: n-tv.de

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