Wirtschaft
Rebellen am Hafen Es Sider bei Ras Lanuf: Der Streit um die Verteilung der libyschen Öleinnahmen droht ein wichtiges Förderland komplett zu blockieren.
Rebellen am Hafen Es Sider bei Ras Lanuf: Der Streit um die Verteilung der libyschen Öleinnahmen droht ein wichtiges Förderland komplett zu blockieren.(Foto: REUTERS)

Libyen-Förderung auf dem Rückzug: Ölpreise schwingen zurück

Die europäisch-russischen Spannungen treten an den Rohstoffmärkten in den Hintergrund. Beobachter verlagern ihre Blicke in Richtung US-Konjunktur und auf einen schwelenden Konflikt im Süden Europas.

Der Rücksetzer vom Wochenstart bewegt offenbar nicht wenige Investoren zum Einstieg in den Rohölmarkt. Der Preis für ein Fass der richtungsweisenden Nordseesorte Brent verteuert sich am Vormittag um 0,2 Prozent auf 106,42 Dollar. Am Vortag war der Preis noch um rund 2 Dollar gefallen. Der Terminkontrakt auf die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zieht etwas schwächer auf 98,22 Dollar an.

Investoren seien erleichtert, dass der Streit um die Krim bislang nicht eskaliere, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar - und wiederholten damit ein Argument, dass bereits am Vortag zur Erklärung der freundlichen Stimmung an den Aktienmärkten herangezogen worden war.

In den vergangenen Wochen hatte die geplante Loslösung der Halbinsel und ihr Beitritt zur russischen Föderation zu Spannungen zwischen Russland und dem Westen geführt und dadurch den Brent-Preis zeitweise auf 112 Dollar getrieben. Der Westen hält das Referendum vom Wochenende über die Zukunft der Krim für völkerrechtswidrig. Die bisherigen Sanktionen seien vergleichsweise milde, betonten die ANZ-Experten.

Libyen am Rand eines Bürgerkriegs

Investoren richteten ihre Aufmerksamkeit nun auf Libyen, sagte Rohöl-Experte Tony Nunan von Mitsubishi Corp. Das Land stehe vor einem neuen Bürgerkrieg, hieß es. Dem staatlichen libyschen Ölkonzern zufolge ist die Produktion des nordafrikanischen Landes wegen der jüngsten Unruhen auf weniger als 250.000 Barrel pro Tag gesunken. Am Wochenende hatte eine Spezialeinheit der US Navy Seals einen gekaperten Rohöltanker geentert, mit dem ostlibysche Rebellen auf eigene Faust Rohöl exportieren wollten.

Im asiatischen Handel hatten sich die Ölpreise zunächst noch uneinheitlich präsentiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Morgen (europäischer Zeit) 106,51 US-Dollar. Das waren 27 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass WTI fiel hingegen um 14 Cent auf 97,94 Dollar.

Im weiteren Handelsverlauf könnten Daten zu den Verbraucherpreisen und den Baubeginnen aus den USA den Markt bewegen. Weiterhin sollte der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland um die Krim im Fokus stehen.

Die Feinunze Gold verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 1362 Dollar. Am Vorabend notierte Gold noch bei 1366 Dollar. Über das Wochenende war der Preis zeitweise über 1391 Dollar gestiegen.

Quelle: n-tv.de

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