Wirtschaft
Behälter Nr. 63: Öltank im Hamburger Hafen.
Behälter Nr. 63: Öltank im Hamburger Hafen.(Foto: dpa)

Jahresauftakt im Rohstoffhandel: Öl billiger, Gold teurer

Das neue Jahr startet an den Rohstoffmärkten mit wechselnden Vorzeichen: Die Notierungen für die beiden marktführenden Rohöl-Sorten drehen in den roten Bereich ab. Dafür präsentiert sich am Markt für Edelmetalle der Preis für Gold klar erholt.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben Spekulationen auf eine rückläufige Öl-Nachfrage geschürt. Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich daraufhin um 0,8 Prozent auf 109,89 Dollar. Ein Barrel des US-Öl WTI kostete mit 97,93 Dollar 0,5 Prozent weniger als am Dienstag. Das Wachstum des weltweit zweitgrößten Ölverbrauchers hatte sich im Dezember abgeschwächt.

Als weiteren Belastungsfaktor nannten Börsianer die Pläne zur Wiederaufnahme der Förderung im libyschen Ölfeld El Sharara. Zuvor hatten Demonstranten eingewilligt, ihre seit Ende Oktober anhaltende Blockade der Anlagen zu beenden. Damit könne die Produktion vorübergehend auf 600.000 Barrel pro Tag steigen, sagte Rohstoff-Experte Olivier Jakob vom Research-Haus Petromatrix. Aktuell liegt sie bei weniger als 250.000 Barrel pro Tag. Unruhen hatten in den vergangenen Monaten zu Ausfällen bei der libyschen Förderung und damit zu steigenden Ölpreisen gesorgt.

Sollten zudem die Sanktionen gegen den Iran gelockert werden und das Land wieder Öl auf dem Weltmarkt verkaufen dürfen, werde der Preis voraussichtlich weiter fallen, sagte Jason Schenker, Chef der Beratungsfirma Prestige Economics. Die Islamische Republik will ihr umstrittenes Atomprogramm aussetzen und intensivere Kontrollen der Vereinten Nationen zulassen. Der Iran steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück.

Am frühen Morgen hatten die Preise für WTI und Brent angezogen. "Der Markt erwartet einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl in den USA", kommentierte der australische Rohstoffexperte Ric Spooner von CMC Markets. Die offiziellen Daten der US-Regierung werden Ende der Woche erwartet. Am letzten Handelstag des zurückliegenden Jahres hatte bereits das private American Petroleum Institut (API) einen Rückgang der US-Ölvorräte um 5,67 Millionen Barrel gemeldet.

Gold und Silber legen zu

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Der Goldpreis startete nach der Talfahrt 2013 mit deutlichen Gewinnen ins neue Jahr. Die gesunkenen Notierungen werden von Teilnehmern als attraktiv angesehen, hieß es. Allerdings geben Analysten noch keine Entwarnung, da die Inflation weiter im Zaum bleibe.

Am Donnerstagmorgen stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) um 1,42 Prozent auf 1222,35 US-Dollar. In der Spitze wurde das Edelmetall bei 1228,10 US-Dollar gehandelt. Im abgelaufenen Jahr war der Goldpreis erstmals seit Beginn des Jahrtausends auf Jahressicht gefallen und um etwa 27 Prozent abgerutscht.

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Noch deutlicher fiel der Anstieg beim Preis für Silber aus. Hier kletterte die Notierung für eine Feinunze am Morgen um 3,05 Prozent auf 19,92 US-Dollar. Zuvor erreichte der Silberpreis ein Tageshoch bei 20,20 US-Dollar. Ähnlich wie beim Gold war es auch mit dem Silberpreis im vergangenen Jahr stark nach unten gegangen.

"Derzeit gibt es keine neuen Nachrichten von der Geldpolitik führender Notenbanken, die die Preise für Edelmetalle belasten", erklärte Rohstoff-Experte Dominic Schnider von der Schweizer Großbank UBS die Erholung. In den vergangenen Monaten hatten unter anderem Nachrichten über ein Eindämmen der Geldflut der US-Notenbank Fed die Preise gedrückt. Außerdem habe der Goldpreis die Marke von 1200 US-Dollar zuletzt gehalten, sagte Schnider. Das habe das Interesse der Anleger vorerst wieder etwas verstärkt.

Kupfer auf Sieben-Monats-Hoch

Die Hoffnung der Anleger auf eine anhaltende Erholung der Weltwirtschaft gab dem Kupferpreis Auftrieb. Er stieg um bis zu 1,4 Prozent und lag mit 7460 Dollar je Tonne so hoch wie zuletzt Anfang Juni 2013.

"Die robuste Nachfrage sorgt für rückläufige Bestände, nicht nur an der LME, sondern in den Lagerhäusern sämtlicher Börsen", sagte Analystin Joyce Liu von Phillip Futures. Die Kupfer-Bestände in den LME-Lagerhäusern markierten zum Jahreswechsel mit 365.700 Tonnen den niedrigsten Stand seit Ende Januar 2013.

Millioninvestition für Suche nach Seltenen Erden

Eine kleine Nachricht aus der Zeit zwischen den Jahren lenkt unterdessen ein Schlaglicht auf die Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft. Im Ringen um die zukunftsträchtige Tiefsee-Förderung von Industriemetallen und Mineralien aus der Klasse der Seltenen Erden hat Deutschland eine Lizenz für den Indischen Ozean beantragt.

Die Lizenz kostet 500.000 Dollar (361.000 Euro) und sichert der Bundesrepublik für mindestens 15 Jahre den exklusiven Zugang zu den Tiefseeschätzen auf einer Fläche von etwa 10.000 Quadratkilometern südöstlich von Madagaskar. Das teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) kurz vor dem Jahreswechsel mit.

Zuständig für die Vergabe der Lizenz ist die Internationale Meeresboden Behörde ISA. Bereits zum dritten Mal waren BGR-Wissenschaftler vom 22. Oktober bis zum 21. Dezember mit dem Forschungsschiff "Sonne" südöstlich von Madagaskar unterwegs.

Quelle: n-tv.de

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