Wirtschaft
Auf Reede vor Port Esmaraldas: Über die Weltmeere laufen die Versorgungswege der meisten großen Ölverbraucher.
Auf Reede vor Port Esmaraldas: Über die Weltmeere laufen die Versorgungswege der meisten großen Ölverbraucher.(Foto: REUTERS)

Enge Spanne für Gold: Ölpreise "nicht gerechtfertigt"

An den Rohstoffmärkten herrscht am Morgen eine Art angespannte Stille: Noch entzieht die US-Feiertagsruhe dem Handel reichlich Schwungmasse. Lange dürfte die Phase nicht dauern. Experten rechnen mit einer "Korrektur".

Die Ölpreise geben am Morgen geringfügig nach. Mangels entscheidender Impulse war am Markt von einem ruhigen Handel die Rede. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Januar kostet im frühen Handel 110,86 US-Dollar und damit exakt so viel wie am Vorabend. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sinkt unterdessen um 9 Cent auf 92,21 Dollar.

Besonders aussagekräftig sind die aktuellen Bewegungen beim US-Leichtöl derzeit nicht: An Thanksgiving blieb der WTI-Handel feiertagsbedingt auf die Aktivitäten im elektronischen System der Nymex beschränkt.

Nach einem Mittwochsschluss von 92,30 US-Dollar je Fass hatte WTI-Preis am Vorabend für 92,25 Dollar den Besitzer gewechselt. Etwas mehr Bewegung zeigte Öl der europäischen Referenzsorte Brent im Donnerstagshandel. Nach dem Siebenwochenhoch des Vortages im Zuge der Lieferausfälle und Unruhen in Libyen kam der Preis wieder etwas zurück. Doch auch hier fielen die Umsätze wegen des Feiertages in den USA überschaubar aus. Am frühen Abend sank der Preis für ein Barrel Brent um 0,3 Prozent auf 110,95 Dollar. Die Analysten von VTB Capital wiesen darauf hin, dass der derzeitige Preis für Brent "fundamental nicht gerechtfertigt" sei. Mit einer "kleinen Korrektur" sei durchaus zu rechnen, schrieb VTB-Experte Andrej Kryuchenkow in einer kurzen Marktanalyse. Ein derartig hoher Brent-Preis sei nicht durch Fundamentaldaten unterstützt.

Am Edelmetallmarkt herrschten ähnliche Rahmenbedingungen: Der Preis für Gold stieg zum Donnerstagsfixing in London auf 1245,50 US-Dollar. Der Goldpreis bewege sich derzeit weiter "in der zuletzt ausgebildeten Spanne", hieß es im Handel. Edelmetallanalystin Joni Teves von der UBS verwies auf die gestiegenen Handelsaktivitäten in China während der laufenden Woche. Erstmals seit zwei Monaten wurden dort in den vergangenen Tagen durchschnittlich über 20 Tonnen gehandelt.

Die Umsätze am Goldmarkt blieben insgesamt aber recht mäßig, da auch hier wegen des Thanksgiving-Feiertages in den USA viele Investoren dem Markt fernblieben. Am Morgen notiert die Feinunze im europäisch geprägten Umfeld bei 1242,30 Dollar, was einem Abschlag von 3,70 Dollar oder 0,29 Prozent zum Vortagesniveau entspricht.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen