Wirtschaft
Ein kleines Plus steht zum Wochenende auf den Kurszetteln.
Ein kleines Plus steht zum Wochenende auf den Kurszetteln.(Foto: REUTERS)

Oracle als Belastungsfaktor: Wall Street bleibt auf Rekordkurs

Oracle enttäuscht mit seinen Quartalszahlen. Den Gesamtmarkt bremst das nicht, ganz im Gegenteil: Auch zum Wochenende steht den sechsten Tag in Folge ein Plus auf dem Kurszettel.

Mit den US-Aktien ist es zum Wochenende weiter aufwärts gegangen. Auch wenn nur ein kleines Plus auf dem Kurszettel stand - es war immerhin der sechste Tag in Folge mit Gewinnen. Und es gab auch noch gleich zwei Rekorde: sowohl der Dow-Jones- als auch der S&P-500-Index erreichten den höchsten Stand ihrer Geschichte. Dabei waren Impulse Mangelware, von Konjunkturseite stand nichts an. Doch die Hausse nährt die Hausse.

Der Verfalltermin sorgte indes für einige Bewegung. Und noch immer stützen die Aussagen der US-Notenbank vom Mittwoch, die eine lockere Geldpolitik für längere Zeit signalisiert hatte. Auch Unternehmensnachrichten bewegten in Einzelfällen die Kurse. So fielen Oracle-Aktien um 4 Prozent zurück, nachdem Quartalszahlen und Ausblick des SAP-Rivalen die Erwartungen verfehlt haben.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent auf 16.948 Punkte. Das neue Allzeithoch liegt bei 16.978 Punkten. Nun trete die Marke von 17.000 Punkten in den Blick, sagten Teilnehmer. Der S&P-500 legte um 0,2 Prozent auf 1.963 Punkte zu. Hier wurde das neue Rekordhoch bei 1.964 Punkten markiert. Der Nasdaq-Composite stieg um 0,2 Prozent auf 4.368 Punkte. Der Umsatz lag mit 0,62 Milliarden Aktien auf dem Niveau des Vortages. Den insgesamt 1.790 (1.788) Kursgewinnern standen 1.344 (1.336) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 105 (115) Titel. Der Umsatz zog angesichts des Verfalltags kräftig an auf 1,71 (Donnerstag: 0,65) Milliarden Aktien.

Goldpreis gibt nach

Die jüngste Aufwärtsbewegung der Indizes erfolgte in Millimeterschritten. Dies belegt auch die Statistik: es war der 44. Handelstag in Folge, an dem der S&P-500 weniger als ein Prozent nach oben oder unten lief - zuletzt gab es 1995 eine solche Serie.
Der Goldpreis gab zwar etwas nach, doch angesichts des Gipfelsturms am Vortag hielten sich die Gewinnmitnahmen in Grenzen. Die Feinunze ermäßigte sich um 0,4 Prozent auf 1.315 Dollar. Die Krisenherde Irak und Ukraine sowie die Erwartung einer noch länger andauernden lockeren Geldpolitik hatten das Edelmetall nach oben getrieben.

Am Anleihemarkt tendierten die Kurse der zehnjährigen Treasurys wenig verändert, nachdem sie aber zwischenzeitlich ins Minus gefallen waren. Die Teilnehmer sind nervös, was den künftigen Kurs der Fed anlangt. So sind wieder die jüngsten guten Konjunkturdaten in den Blick gerückt, die Zweifel am Neidrigzins-Kurs der Fed geweckt hatten. Dazu passte auch der Dollarkurs, der nach zwei schwachen Tagen wieder Oberwasser hatte. Der Euro fiel unter 1,36 Dollar und kostete nur noch 1,3598 Dollar. Am Markt wurde spekuliert, dass die gestiegene Teuerung in den USA auch die Zinsen treiben könnte.

Smith & Wesson bricht ein

Die Ölpreise zeigten keine einheitliche Tendenz, nachdem sie in den vergangenen Tagen Auftrieb vom Konflikt im Irak erhalten haben. Das Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI stieg um 0,8 Prozent auf 107,26 Dollar, das war ein Neunmonats-Hoch. Brent-Öl fiel dagegen unter die Marke von 115 Dollar zurück, die es am Donnerstag überwunden hatte, und notierte bei 114,78 Dollar. An den Vortagen war die Entwicklung gegenläufig, da die Irakkrise stärker Brent als WTI getrieben hatte. Nun hätten sich die auseinander laufenden Preise wieder angenähert, hieß es von Händlern.

Der Kurs von Smith & Wesson brach 8,7 Prozent ein. Der Hersteller von Schusswaffen hat für sein erstes Geschäftsquartal ein enttäuschendes Umsatzziel ausgegeben. Deutlich nach unten ging es auch für Owens Corning. Der Baustoffhersteller hat in seinem ersten Quartal schlechter als erwartet abgeschnitten. Die Aktie verlor 6 Prozent.

Aktien des Mischkonzerns General Electric (GE) legten 0,2 Prozent zu, nachdem das Unternehmen die Konkurrenten Siemens und Mitsubishi Heavy Industries im Übernahmepoker um die französische Alstom ausgestochen hat. Unterdessen hat der irische Pharmahersteller Shire die Offerte des US-Wettbewerbers AbbVie zurückgewiesen. Die AbbVie-Aktie verlor 1,6 Prozent.

Die Radioshack-Aktie sauste gut 10 Prozent nach unten und fiel unter einen Dollar. Damit droht dem Papier das Delisting von der NYSE. Diese kann ein solches in Erwägung ziehen, sofern eine Aktie 30 Tage in Folge unter einem Dollar notiert. Seit dem miserablen Quartalsbericht der Elektronikkette am 10. Juni ist die Aktie um 40 Prozent gefallen.

Quelle: n-tv.de

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