Wirtschaft
Schwierige Gemengenlage: Das Kriegsrisiko scheint zu schwinden, allerdings stehen russische Truppen noch immer tief auf ukrainischem Staatsgebiet.
Schwierige Gemengenlage: Das Kriegsrisiko scheint zu schwinden, allerdings stehen russische Truppen noch immer tief auf ukrainischem Staatsgebiet.(Foto: imago/Xinhua)

S&P-500 markiert neues Allzeithoch: Putin lässt die Wall Street jubeln

An den US-Börsen reagieren Anleger erleichtert auf die beschwichtigenden Signale aus Moskau. Die Äußerungen Putins sorgen für ein bemerkenswert frühes Aufatmen. "Aber wir wissen nicht, was morgen passieren wird", heißt es im Handel.

US-Anleger haben Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Krim-Krise mit Erleichterung aufgenommen. Wie schon zuvor an anderen internationalen Märkten zogen am Dienstag auch die Kurse an der Wall Street an. Der S&P 500 kletterte sogar auf ein Rekordhoch. Dagegen ließen die Investoren als sicher geltende Anlagen wie Gold oder US-Staatsanleihen wieder fallen. Zu Wochenbeginn hatten sie aus Sorge vor einem möglichen Krieg noch darauf gesetzt.

"Auf kurze Sicht kommt es am Markt immer zu einer Überreaktion", sagte Analystin Kim Forrest von Fort Pitt Capital. "Heute gab es geringfügig bessere Nachrichten. Aber wir wissen nicht, was morgen passieren wird." Putin hatte erklärt, dass es derzeit keinen Grund für einen Militäreinsatz auf der ukrainischen Halbinsel Krim gebe. Er behielt sich diesen Schritt andererseits aber als letztes Mittel vor.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 1,4 Prozent auf 16.395 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 16.169 und 16.419 Punkten geschwankt hatte. Der breiter gefasste S&P-500 legte 1,5 Prozent auf 1873 Zähler zu - ein Rekord-Schlussstand. Zuvor hatte er bei 1876 Punkten ein Allzeithoch markiert. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 1,8 Prozent auf 4352 Stellen und erreichte den höchsten Stand seit 14 Jahren. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 2,5 Prozent bei 9589 Zählern aus dem Handel. Rund um den Globus legten die Kurse zu.

RadioShack kriselt

Bei den Einzelwerten stieg der Kurs von Dish Network um 1,2 Prozent. Das Unternehmen hat sich mit dem zu Disney gehörenden Fernsehsender ABC in einem seit 2012 währenden Streit darauf verständigt, in seinen neuesten Videorekordern die "Auto Hop"-Funktion zum Überspringen von Werbeeinblendungen zu deaktivieren. Im Gegenzug lässt ABC seine Klage gegen Dish fallen. Der Kurs von Disney legte um 2,8 Prozent zu.

Unterdessen hat der Amtsantritt des neuen Microsoft-Chefs Satya Nadella personelle Veränderungen zur Folge. Nadella hat mitgeteilt, dass Tony Bates und Tami Reller aus der Managerriege des Softwaregiganten ausscheiden. Die Microsoft-Aktie stieg um 1,7 Prozent.

Sprint gewannen 4,1 Prozent und T-Mobile 4,2 Prozent. Softbank-Chef Masayoshi Son gibt sich, was die Übernahme von T-Mobile US durch die Softbank-Tochter Sprint betrifft, nicht geschlagen. Nachdem die US-Regulierer mehrfach haben durchblicken lassen, dass sie eine solche Megafusion vermutlich nicht durchwinken würden, will sich Son auf die Suche nach prominenter Unterstützung machen und sich direkt an die US-Geschäftswelt und ihre Entscheidungsträger wenden.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Aktien von Oxygen Biotherapeutics. Sie stiegen um 15 Prozent. Die US-Arzneimittelaufsicht hatte zuvor ihre Anweisung zurückgenommen, wonach Oxygen eine Medikamenten-Studie zunächst nicht weiter führen durfte. Um sechs Prozent nach oben ging es mit dem Kurs von J.C. Penney. Die Agentur S&P hatte zuvor ihren Ausblick für die Bonität der Handelskette angehoben.

Dagegen standen die Aktien von RadioShack unter besonderem Druck. Die Papiere verloren über 17 Prozent. Die Elektronik-Handelskette will rund 1100 Filialen schließen, nachdem im Weihnachtsquartal der Umsatz eingebrochen war und sich der Verlust verdreifachte.

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Quelle: n-tv.de

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