Wirtschaft
Und hier kommen die Zahlen von Ebay und Twitter: Die Ergebnisse der beiden Online-Konzerne sollten den Markt erst nach Börsenschluss erreichen.
Und hier kommen die Zahlen von Ebay und Twitter: Die Ergebnisse der beiden Online-Konzerne sollten den Markt erst nach Börsenschluss erreichen.(Foto: REUTERS)

Überzeugende Berichte: US-Anleger feiern die Zahlen

Stabil und freundlich zeigen die Trendpfeile an der New Yorker Wall Street nach oben: Die Krise in der Ukraine verliert aus der Sicht von US-Anlegern ihren Schrecken. Zuversichtlich blicken Börsianer auf die Ergebnisse von Unternehmen wie Merck & Co, Sprint, Ebay und Twitter.

Die US-Aktienmärkte gehen mit einem klaren Aufwärtstrend aus dem Handel. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Dienstag mit einem Aufschlag von 0,53 Prozent auf 16.535,37 Punkte - damit fehlen dem US-Leitindex nur noch 0,58 Prozent zum Anfang April markierten Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,48 Prozent zu auf 1878,33 Zähler. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,72 Prozent auf 4103,54 Stellen. Der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 0,82 Prozent auf 3573,99 Punkte vor.

Ermutigende Quartalszahlen von Unternehmen wie etwa dem US-Pharmariesen Merck & Co hatten der Wall Street schon zum Handelsstart Kursgewinne beschert. Auch die Tatsache, dass sich die Lage in der Ukraine nicht verschärfte, habe den Markt gestützt, hieß es. Die Nato konnte einen angeblichen russischen Truppenabzug aus dem Grenzgebiet zur Ukraine allerdings nicht bestätigen. Schwache Konjunkturdaten bremsten die Kursentwicklung am Dienstag nur kurzzeitig etwas ab. Anziehende Übernahmeaktivitäten und gute Immobiliendaten drängten die Sorgen in den Hintergrund.

Viel Aufmerksamkeit zog der Zwischenbericht aus dem US-Pharmasektor auf sich: Die Aktien von Merck & Co zogen um 3,6 Prozent an, nachdem der Arzneimittelhersteller einen überraschend hohen Gewinn vorgelegt hatte. Dank Kosteneinsparungen konnte der Konzern das Ergebnis trotz eines Umsatzrückgangs ausbauen. Zudem bestätigte Konzernchef Kenneth Frazier den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr.

Die Papiere von Konkurrent Bristol-Myers Squibb gaben hingegen trotz besser als erwartet ausgefallener Quartalszahlen um 2,1 Prozent nach. Sie hatten allerdings schon in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Viertel an Wert gewonnen.

Positiv überraschte auch das jüngste Zahlenwerk von Sprint. Der US-Mobilfunker hatte zum Jahresauftakt im hart umkämpften Markt weniger Kunden als gedacht verloren und hob zudem seine Jahresprognose an. Der Aktienkurs sprang um 11,3 Prozent an. Das Mobilfunkunternehmen steigerte seinen Vierteljahresumsatz im Rahmen der Erwartungen.

Enttäuscht nahmen Anleger dagegen die Zahlen des Agrarkonzerns Archer Daniels Midland auf. Der Börsenwert der Gesellschaft fiel um 2,6 Prozent. Beim Reifenhersteller Goodyear sorgte die Bilanzvorlage für einen Kursrutsch um 7,6 Prozent. Der Continental-Konkurrent blieb sowohl mit dem um Sonderposten bereinigten EPS als auch dem Umsatz hinter den Erwartungen zurück.

Bei General Electric (GE) stand ein knappes Kursminus von 0,07 Prozent zu Buche. Im Übernahmepoker um den französischen Industriekonzern Alstom will nun der deutsche Konkurrent Siemens ein eigenes Angebot vorlegen. Voraussetzung sei allerdings eine Prüfung der Bücher des französischen Rivalen. Unklar ist, wie sich GE nun verhalten wird. Die Alstom-Führung hatte zuvor lange heimlich nur mit den Amerikanern verhandelt.

Nachbörsliche Zahlenvorlage

Nach Handelsschluss wurden Geschäftszahlen unter anderem von Ebay und Twitter erwartet. Das Augenmerk der Marktteilnehmer richtet sich zudem bereits auf die zweitägige Sitzung der US-Notenbank (Fed). Ökonomen gingen davon aus, dass die Fed ihr Programm zum Aufkauf von Anleihen am Mittwoch weiter zurückfahren wird. Außerdem warteten Marktteilnehmer auf weitere Hinweise, wann die Notenbanker die Zinsen wieder anheben könnten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 739 Millionen Aktien den Besitzer. 1820 Werte legten zu, 1218 gaben nach und 132 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1365 Titel im Plus, 1217 im Minus und 150 unverändert.

Der Euro blieb im New Yorker Handel unter Druck und kostete zuletzt 1,3809 US-Dollar. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 3/32 Punkte auf 100 16/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 2,69 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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