Wirtschaft
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Kräftige Kursgewinne an der Nasdaq: Dow schließt solide im Plus

Die Kursverlusten vom Wochenanfang sind Geschichte: An der New Yorker Wall Street geht es mit den klingelnden Kassen aus dem Handel teils kräftig nach oben. Die Zwischenberichte zweier Großbanken interessieren nur am Rande. Die großen Übernahmen sorgen für Bewegung.

Starke Zahlen aus dem Weihnachtsgeschäft der US-Einzelhändler liefern den Anlegern an der Wall Street neue Argumente zum Einstieg: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den zweiten Handelstag der Woche mit einem Plus von 0,71 Prozent auf 16.373,86 Punkten und damit nur huachdünn unter seinem Tageshoch. Im Verlauf bewegte sich das Börsenbarometer zwischen 16.260 und 16.374 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 1,08 Prozent auf 1838,88 Punkte und markierte damit ein frühes Jahreshoch. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um starke 1,9 Prozent auf 4183 Punkte. Der Nasdaq 100 rückte um 1,93 Prozent auf 3580,65 Punkte vor. In Frankfurt schloss der Dax um 0,3 Prozent höher auf 9540 Zählern.

Das Weihnachtsgeschäft scheint in den USA trotz schwacher Verkäufe von Autos und Elektroartikeln passabel gelaufen zu sein. Nach Zahlen des Handelsministeriums lagen die Branchenumsätze im Dezember um 0,2 Prozent höher als im Vormonat. Das lag geringfügig über den Markterwartungen von plus 0,1 Prozent. Allerdings wurde der starke Zuwachs vom November etwas nach unten revidiert. Die Einzelhandelsdaten hätten die Anleger nach dem enttäuschen Arbeitsmarktbericht vom Freitag beruhigt, sagte Chef-Investmentstratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services.

Börsianer verwiesen zudem auf die zweitgrößte Übernahme in der Unternehmensgeschichte von Google sowie den Kursrückgang der US-Aktienmärkte vom Wochenbeginn, den einige Anleger zum Wiedereinstieg genutzt hätten.

Dazu kommen neue Hoffnungen im Hinblick auf die anlaufende Berichtssaison: Nachdem die Aktienmärkte im vergangenen Jahr vor allem durch die extrem lockere Geldpolitik der Notenbanken angetrieben wurden, erhoffen sich Investoren nun Rückenwind durch eine positive Geschäftsentwicklung der Firmen. Die Börse brauche entsprechende Daten von den Unternehmen, sagte Ökonom Peter Cardillo von Rockwell Global Capital.

Im Blickfeld vieler Experten standen vor allem die Finanzwerte mit ersten beiden Zwischenberichten der Branche. Die Aktien von JP Morgan Chase gingen nahezu unverändert aus dem Handel. Wegen geringerer Kosten für Rechtsstreitigkeiten erzielte die größte US-Bank im vergangenen Quartal einen Nettogewinn von 5,3 Milliarden Dollar.

Die Papiere von Wells Fargo notierten ebenfalls nur wenig verändert. Sinkende Rückstellungen für faule Kredite verhalfen der größten US-Hypothekenbank zu einem Gewinnplus. Im weiteren Wochenverlauf legen auch Citigroup, Bank of America und Goldman Sachs Quartalsberichte vor.

Neue Dreamliner-Panne drückt Boeing

Auf Unternehmensebene gab es eine ganze Reihe kursbewegender Nachrichten: Die Aktien des Suchmaschinenanbieters Google gewannen 2,35 Prozent. Der Konzern schluckt für 3,2 Milliarden Dollar den Thermostat- und Feuermelder-Hersteller Nest Labs und springt damit auf den Trend zur Vernetzung von Hausgeräten auf.

Auch eine riesige Übernahmeofferte in der US-Kabelbranche beschäftigte die Anleger. Charter Communications will den Rivalen Time Warner Cable für 62 Milliarden Dollar samt Schulden schlucken. Der Aufsichtsrat des Kabelanbieters lehnte die milliardenschwere Offerte des Medienkonzerns Charter Communications einstimmig mit dem Urteil "mangelhaft" ab. Der Charter-Kurs legte 2,7 Prozent zu, der von Time Warner Cable stieg um 3,1 Prozent.

Einen Kurssprung von über 15 Prozent verzeichneten die Aktien von Tesla. Der Elektroautobauer verkaufte im vierten Quartal deutlich mehr Wagen seines "Model S" als er sich selbst zum Ziel gesetzt hatte.

Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von Boeing, die um 0,5 Prozent abrutschten. Bei einer Maschine vom Typ 787 "Dreamliner" kam es erneut zu einem Zwischenfall mit der Bordstromversorgung. In Tokio wurde in einer 787 der Japan Airlines während der Vorbereitungen auf den Flug Rauch entdeckt. Ersten Erkenntnissen zufolge lag die Ursache in einer von acht Batteriezellen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 2130 Werte legten zu, 882 gaben nach, und 114 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,03 Milliarden Aktien 1960 im Plus, 641 im Minus und 99 unverändert.

Der Euro notierte zum Handelsschluss an der Wall Street bei 1,3678 Dollar, nachdem er im frühen europäischen Handel bis knapp unter die Marke von 1,37 Dollar gestiegen war. Am Rentenmarkt fielen richtungweisende zehnjährige Anleihen um 11/32 Punkte auf 98 31/32 Punkte und rentierten mit 2,87 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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