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Wie gewonnen, so zerronnen: Wall Street zittert vor Irak-Krise

Im Irak rücken die Isis-Kämpfer weiter vor. Die Kämpfe werden heftiger und bedrohen den Ölreichtum des Landes. Das lässt die Rohstoffhändler aufhorchen, was wiederum auch den Börsianern sauer aufstößt.

Die Furcht vor einem Bürgerkrieg im Irak hat die Wall Street zum Wochenauftakt belastet. Auch aktuelle Konjunkturdaten brachten nur wenig frischen Wind an die New Yorker Börse, obwohl sie auf eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft hindeuten.

So besserte sich die Lage der Wirtschaft im Großraum New York. Der Maßstab dafür, der Empire State Manufacturing Index, übertraf im Mai mit einem Stand von 19,28 die Prognosen. Auch die Daten zur Industrieproduktion (+0,6 Prozent) und zur Kapazitätsauslastung im Mai (79,1 Prozent) lagen über den Erwartungen, wenn auch nur jeweils leicht. Der eigentliche Höhepunkt der Woche, das Ergebnis der zweitägigen US-Notenbanksitzung, ist indessen erst für Mittwoch angekündigt.

Die Lage im Nahen Osten belastete den Handel dagegen stark. Die USA erwägen, mit dem langjährigen Erzfeind Iran über die Sicherheitslage in dessen Nachbarland Irak zu sprechen und bereiten mit der Entsendung eines Flugzeugträgers einen möglichen Militärschlag vor. Auch die Ukraine-Krise drückte auf die Stimmung der Börsianer. Russland hatte am Montagmorgen nach ukrainischer Darstellung seine Gaslieferungen an das Nachbarland eingestellt.

Die Anleger zeigten sich nervös: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte wechselte mehrmals im Handelsverlauf die Richtung und ging am Ende praktisch unverändert bei 16.753 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 1937 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,2 Prozent auf 4321 Punkte vor.

Neue Mega-Deals

Bei den Einzelwerten verloren die Aktien von Medtronic 1,1 Prozent, nachdem sie zuvor mehr als drei Prozent gestiegen waren. Der amerikanische Medizintechnik-Konzern verringert mit einer Milliardenübernahme in Irland seinen Abstand zum Marktführer Johnson & Johnson. Nach eigenen Angaben kauft das Unternehmen für 42,9 Milliarden Dollar das in Dublin ansässige Unternehmen Covidien. Medtronic verlegt seinen Hauptsitz in der Folge ebenfalls nach Irland und verschafft sich damit Steuervorteile. Covidien-Aktien schossen rund 20 Prozent in die Höhe.

Auch in der US-Pipelineindustrie kommt es zu einer Milliardenfusion. Die Betreibergesellschaft Williams Companies will für fast sechs Milliarden Dollar die Kontrolle über Access Midstream Partners übernehmen. Williams-Anteilsscheine stiegen 18,7 Prozent.

Siemens kontert GE-Offerte

Gespannt blickt der Markt auch auf den Bieterwettkampf um die französische Alstom, an deren Energiesparte nicht nur General Electric, sondern auch Siemens und die japanische Mitsubishi Heavy interessiert sind. Siemens und Mitsubishi wollen mit sieben Milliarden Euro Alstom dem US-Rivalen GE wegschnappen. Während die Japaner sich am Alstom-Konzern und drei verschiedenen Sparten beteiligen wollen, bietet Siemens ausschließlich für die Gasturbinensparte der Franzosen, wie die Unternehmen mitteilten. GE-Aktien gaben 0,8 Prozent nach.

Kommt Apples iWatch nun?

Nach Erkenntnissen der "New York Times" soll Apples Computeruhr iWatch im vierten Quartal auf den Markt kommen. Die Zeitung vergrub die Information am Wochenende in einem längeren Artikel über den Wandel von Apple unter dem aktuellen Chef Tim Cook. Unter Berufung auf informierte Personen hieß es, Cook überlasse bei der Entwicklung des Geräts mehr Details seinen Top-Managern als man es von seinem legendären Vorgänger Steve Jobs gewohnt gewesen sei.

Cook sehe aber großes Potenzial in Gesundheitsfunktionen wie der Möglichkeit, mit dem Gerät die Herzfrequenz und andere Werte zu messen. Über eine Computeruhr von Apple wird schon lange spekuliert. Es wird erwartet, dass sie in Anlehnung an Apples Namensgebung iWatch heißen wird. Das Unternehmen hält sich bisher bedeckt. Apple-Papiere kletterten um 1 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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