Wirtschaft
Alles bereit für den Endspurt ins Wochenende: Erfolge in der Krebsforschung bescheren Anlegern einen außergewöhnlichen Kurssprung.
Alles bereit für den Endspurt ins Wochenende: Erfolge in der Krebsforschung bescheren Anlegern einen außergewöhnlichen Kurssprung.(Foto: REUTERS)

New York bewundert Endocyte: Wall Street nimmt den Fuß vom Gas

Der letzte Handelstag der Woche verläuft an den US-Börsen vergleichsweise ruhig. Einzelne Titel ziehen mit Kurssprüngen indes die Aufmerksamkeit auf sich.

Zum Wochenausklang hat der Verfall an der Wall Street Wirkung gezeigt. Hatten zu Handelsbeginn noch das Verfallen von Termingeschäften und Optionen auf die Indizes für deutliche Aufschläge gesorgt, lief dieser Effekt im späten Geschäft aus. Die Aktienindizes drehten ins Minus, wobei Händler echten Verkaufsdruck aber verneinten. Denn die bittere "Zinspille" der US-Notenbank war endgültig verdaut.

Die Anleger hatten ihren Frieden damit gemacht, dass Zinserhöhungen etwas früher als bislang erhofft kommen werden. Letztlich ist die Geldpolitik ein Spiegelbild der Konjunkturentwicklung - und die hatte in jüngster Zeit verstärkt Kaufsignale am Aktienmarkt ausgesendet. Dies ließ sich vor allem am marktbreiten S&P-500 ablesen, der auf ein Allzeithoch kletterte.

Plus auf Wochensicht

Der S&P-500 fiel nach Erklimmen des Rekordstandes von 1.884 Punkten zurück auf 1.866, was einem Abschlag von 0,3 Prozent entsprach. Der Dow-Jones-Index kam ebenfalls deutlich zurück und verlor am Ende 0,2 Prozent auf 16.303 Punkte. Der Nasdaq-Composite sank um 1,0 Prozent und damit etwas stärker als die übrigen Indizes. Hier bremste die Schwäche einiger Biotechnologietitel - vor allem aber der Kurseinbruch bei Symantec von knapp 13 Prozent. Die Softwareschmiede hatte überraschend die Entlassung von Vorstandschef Steve Bennett angekündigt.

Im Wochenvergleich legten der Dow-Jones um etwa 1,4 Prozent, der S&P um 1,3 Prozent und der Nasdaq-Index um 0,7 Prozent zu.

"Es war bislang eine gute Woche für Aktien. Die jüngsten US-Daten fielen wirklich gut aus und untermauerten die Überzeugung, dass die zwischenzeitliche Schwächeperiode dem Wetter zuzuschreiben war", sagte Marktstratege Paul Zemsky von ING Investment Management. Positiv wurde das Ergebnis des Bankenstresstests der US-Notenbank gewertet. Diesen hatten 29 der 30 größten Banken des Landes bestanden. Lediglich die Regionalbank Zions Bancorp fiel durch, die Aktie gab 5,3 Prozent nach. Die Äußerungen von Vertretern der Federal Reserve wurden indes lediglich zur Kenntnis genommen, denn US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen hatte bereits am Mittwochabend die Katze aus dem Sack gelassen.

Wall Street als Profiteuer des Kapitalflusses?

Marktbeobachter sahen indes die Wall Street als möglichen Profiteur des fortgesetzten Kapitalabflusses aus Russland. "Wir sind untergewichtet in russischen Vermögenswerten - völlig raus. Das waren wir bereits vor der Krimkrise, aber alles, was seitdem in der Ukraine passiert ist, ist wirklich schlecht", sagte Rentenportfolioverwalter Paul McNamara von GAM.

Am Aktienmarkt fielen Nike um 5,1 Prozent. Der Sportartikelhersteller verdiente im dritten Quartal zwar mehr als erwartet. Doch der Ausblick wurde von Analysten negativ aufgenommen.

Die Titel des Juweliers Tiffany verloren nach Vorlage schwacher Geschäftszahlen 0,5 Prozent, der angekündigte Aktienrückkauf verhinderte Schlimmeres.

Unwired Planet schnellten um 49,2 Prozent empor, nachdem sich der chinesische Rechnerkonzern Lenovo Teile des Patentportfolios gesichert hatte.

Nach einer angehobenen Unternehmensprognose legten CommScope im Ausrüstersektor für Telekommunikation um 10,1 Prozent zu.

Bei den Medienunternehmen stiegen die Aktien von Media General um 0,5 Prozent und Lin Media um 22 Prozent. Media hatte angekündigt, Lin für 1,6 Milliarden Dollar zu kaufen.

Tagesgewinner waren indes Titel von Endocyte mit einem Plus von 92 Prozent. Das Pharmaunternehmen hatte über Erfolge bei einer Studie für ein Krebsmedikament berichtet.

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Quelle: n-tv.de

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