Wirtschaft
Genauer hinschauen: Was machen die Kurse an der Wall Street?
Genauer hinschauen: Was machen die Kurse an der Wall Street?(Foto: picture-alliance/ dpa)

Dow schließt Quartal im Minus: Wall Street kann zulegen

Zum Monats- und Quartalsende hübschen Anleger nochmals ihre Depots auf. Doch angesichts freundlicher Worte der Fed-Chefin Yellen schwingen die Käufer das Zepter. Für Bewegung sorgen zudem Analysten.

Die Börsen in den USA haben das wenig ertragreiche erste Quartal mit einem Hoffnungsschimmer beendet. Die Kurse legten auf breiter Front zu, so dass die US-Aktienindizes die ersten drei Monate immerhin in der Nähe ihrer Jahreshochs beendeten. Der Dow-Jones-Index gewann 0,8 Prozent auf 16.457 Punkte. Seit Jahresbeginn bedeutet dies ein Minus von 0,7 Prozent. Der Nasdaq-Composite legte zwar deutlicher zu um 1,0 Prozent, brachte es seit Beginn des Jahres aber auch nur auf ein mageres Plus von 0,5 Prozent. Hier sei ein Teil der zuletzt überproportionalen Verluste beispielsweise im Biotechnologiesegment aufgeholt worden, hieß es.

Trotz der eher bescheidenen Entwicklung in den ersten drei Monaten habe es zum Ende des ersten Vierteljahres, das oft von so genanntem Window Dressing geprägt wird, kaum Verkaufsneigung gegeben, hieß es. Viele Fonds trennen sich mit Blick auf diesen Bilanzstichtag von schlecht gelaufenen Aktien und kaufen Papiere, die sich gut entwickelt haben, um ihre Portfolios aufzuhübschen.

"Ich glaube, die Verkäufer (....) sind erschöpft", sagte Aktienexperte David Seaburg von Cowen. "Viele Teilnehmer haben ihre Bücher geschlossen und warten auf den nächsten Monat", ergänzte Mike Antonelli von Robert W. Baird.

Blackberry rauschen weiter in die Tiefe

Für die Kauflaune sorgten vor allem neue Kommentare von US-Notenbankchefin Janet Yellen. Demnach sind die US-Wirtschaft und der US-Arbeitsmarkt noch längst nicht gesundet und benötigen weiter Unterstützung durch niedrige Zinsen. Die Aussagen wurden dahingehend interpretiert, dass Yellen frühere Andeutungen zu entschärfen versuchte, wonach erste Zinserhöhungen etwa sechs Monate nach dem Ende der Anleihekäufe durch die US-Notenbank erfolgen dürften.

Dass der Einkaufsmanagerindex der Region Chicago im März etwas schwächer ausgefallen war, passte in dieses Bild noch lange niedriger Zinsen. "Wir starten das zweite Quartal ziemlich genau da, wo wir das erste begonnen haben. Viel hat sich nicht geändert. Die Skepsis ist weiter im Markt, ob wir vor einem stärkeren Wachstum stehen", meinte Kate Warne, Anlageexpertin bei Edward Jones.

Am Aktienmarkt setzte die Blackberry-Aktie ihre Talfahrt fort. Sie verlor knapp vier Prozent. Seit Monatsbeginn summiert sich das Minus damit auf etwa 20 Prozent. Die Analysten der Credit Suisse sehen die Aktie wieder negativer, nachdem sie vor einem halben Jahr ihre negative Einschätzung aufgegeben hatten. Sie haben das Kursziel auf 6 Dollar gesenkt nach Vorlage der Viertquartalszahlen, bei denen der Blackberry-Umsatz die Erwartungen klar verfehlt hatte.

Tagesgewinner im Dow waren Alcoa; sie stiegen um 3,1 Prozent. Dazu beigetragen haben dürfte, dass Wells Fargo den Grundstoffsektor auf "Marketweight" von "Underweight" erhöht hat und Anlegern empfiehlt, die jüngste Sektorschwäche zum Aufbau von Positionen zu nutzen. "Erstmals seit September 2011 zeigt unser Gewinnmodell, dass das schlimmste des negativen Momentums bei den Gewinnschätzungen wohl hinter uns liegt und die Analystenprognosen sehen endlich wieder erreichbar aus", so Analystin Gina Martin Adams. Der Sektor zeige zudem ein verbessertes Preismomentum.

GM ruft Autos zurück - Anleger geben Papier zurück

Micron Technology zogen unterdessen um fast acht Prozent an, getrieben von einer positiven Studie von Stifel Nicolaus. Johnson & Johnson lagen 0,8 Prozent fester im Markt nach der Mitteilung über den Abschluss des Verkaufs der Diagnostiksparte an Carlyle für rund vier Milliarden Dollar.

General Motors wurden verkauft nach dem neuerlichen Rückruf von Autos in die Werkstätten wegen diverser technischer Probleme. Der Kurs gab um 0,9 Prozent nach.

Biogen Idec gewannen dagegen vier Prozent. Hier stützte die Zustimmung der Gesundheitsbehörde FDA zu einer Behandlungsmethode der Bluterkrankheit. Die Biogen-Aktie hatte zuletzt wie der komplette Biotechnologiesektor stark an Wert verloren, nachdem der Sektor 2013 und in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sehr gut gelaufen war.

Mehr als im Kurs verdoppelt zeigten sich Biofuel Energy mit zuletzt 7,30 Dollar nach einem vorläufigen nicht bindenden Angebot des Hedgefonds Greenlight Capital von David Einhorn, das Unternehmen zu übernehmen. Am Freitag war bekannt geworden, dass der Fonds seinen Anteil an Biofuel erhöht hat.

Quelle: n-tv.de

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