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Samsung-Zahlen im Blick: Fernost-Börsen im Verlustmodus

In Japan zeigen die Kurse weiter abwärts, außerhalb ist die Stimmung zwar etwas besser, von Kauflaune kann aber keine Rede sein. Der Gewinneinbruch von Samsung ist nur ein Grund.

An den Aktienmärkten in Fernost haben sich die Anleger vor den anstehenden Quartalsbilanzen der Unternehmen zurückgehalten. Der MSCI-Index für die Börsen der Region unter Ausschluss Japans zeigte sich fast unverändert. Insgesamt waren die Umsätze gering. Der Aluminiumhersteller Alcoa wird nach US-Börsenschluss zuerst seine Bilanz für das zweite Quartal vorlegen. Einige Experten schließen nicht aus, dass der Gewinn erstmals seit Herbst 2011 im zweistelligen Prozentbereich steigen wird.

In Tokio ging der Nikkei erneut mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 15.314 Punkte aus dem Handel. Börsianer machten dafür die Zurückhaltung von Pensionsfonds, Verluste an den US-Börsen und Vorsicht wegen der anstehenden Quartalsbilanzen verantwortlich. "Wenn die Quartalsergebnisse gut ausfallen, könnte es wieder mehr Käufe geben" sagte Hiroshi Ono von Sumitomo Life. Japanische Aktien seien im Vergleich zu US-Aktien günstig bewertet.

In Tokio gaben vor allem Versicherungstitel nach. T&D Holdings rutschten um 3 Prozent ab und NKSJ Holdings um rund 2 Prozent. Zuvor hatten sich bereits Anleger an der Wall Street zurückgehalten.

Unter den Einzelwerten stachen zudem Casio Computer mit einem Plus von 7,5 Prozent hervor. Das Unternehmen hatte die Ausgabe einer Wandelanleihe angekündigt und gleichzeitig den Rückkauf eigener Aktien, um so die Eigenkapitalrendite zu erhöhen. Die Aktie des Großhändlers Iwaki & Co. profitierte von einem deutlich über den Prognosen ausgefallenen Halbjahresgewinn. Sie legte um über 13 Prozent zu.

Samsung-Zahlen beherrschen Kospi

An der Börse in Seoul schafften die Aktien des Elektronikkonzerns Samsung ein Plus von 0,2 Prozent, obwohl der operative Gewinn im zweiten Quartal überraschend um fast ein Viertel einbrach. Vor allem der Höhenflug der südkoreanischen Währung und eine schwächelnde Nachfrage nach Smartphones setzten dem Hersteller der Galaxy-Telefone zu. Zudem leidet der Smartphone-Marktführer unter der Konkurrenz chinesischer Billiganbieter, die in Schwellenländern Boden gutmachen. In Erwartung eines Gewinnrückgangs hatten Samsung-Papiere bereits in den vergangenen Tagen an Wert eingebüßt.

Um 3,7 Prozent schoss der Kurs des Apple-Zulieferes LG Display nach oben. In den USA hatte die Apple-Aktie deutlich zugelegt nach einem Analysten-Bericht über gute Daten bei einigen Zulieferern, die auf starke Verkäufe im Juni hindeuten dürften.

An der Börse in Schanghai setzten Anleger auf günstig ausfallende Konjunkturdaten in den kommenden Tagen. Den Anfang machen am Mittwoch die Verbraucherpreise, die im Juni im Jahresvergleich nur noch um 2,4 Prozent gestiegen sein sollen, verglichen mit 2,5 Prozent im Mai. Die von der Regierung bereits angekündigten wirtschaftlichen und finanziellen Reformen seien langfristig zwar positiv für den Aktienmarkt, kurzfristig sei das vertrauen de Anleger aber noch labil. Zu den Verlierern gehörten mit den Immobilienwerten einige der Gewinner vom Vortag.

Am Devisenmarkt gab der US-Dollar zum Austral- und auch zum Neuseeland-Dollar deutlicher nach. Hintergrund war ein Anstieg des NAB-Geschäftsklimaindex im Juni in Australien. An der Börse in Sydney zeigten sich die Kurse davon allerdings kaum beeindruckt.

Quelle: n-tv.de

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