Wirtschaft
Kirschblüte in Tokio: Unverblümt analysiert die Notenbank die Konjunkturaussichten.
Kirschblüte in Tokio: Unverblümt analysiert die Notenbank die Konjunkturaussichten.(Foto: REUTERS)

Tokio fürchtet die Steuer: Chinas Anleger atmen auf

Konjunkturdaten satt beeinflussen den Handel an den Börsen in Fernost. Die Richtung ist dabei unterschiedlich. In Tokio bremsen eine höhere Umsatzsteuer und Gewinnmitnahmen, in China frohlocken die Marktteilnehmer dagegen.

Nachdem Konjunkturdaten für Beruhigung sorgen, haben an den Fernost-Börsen vor allem die chinesischen Anleger wieder Mut gefasst. In jüngster Zeit waren verstärkt Ängste wegen der nachlassenden Dynamik der chinesischen Wirtschaft aufgekommen. Doch nun lag der offizielle Einkaufsmanagerindex mit 50,3 nicht nur klar über der 50er-Marke, sondern auch über der Prognose von 50,2. Dass der Einkaufsmanagerindex der HSBC mit 48 schwach ausfiel, nahmen die Anleger nicht so tragisch. Grünes Licht kam auch von der Wall Street. Dort hatten die Kurse zugelegt, nachdem Fed-Chefin Janet Yellen weiter niedrige Zinsen zugesichert hatte.

In Schanghai ging es für den Shanghai Composite 0,7 Prozent aufwärts, in Hongkong kletterte der HSI sogar 1 Prozent. Immobilienentwickler profitierten von der Erwartung, dass sich der Häusermarkt erholen dürfte. Poly Real Estate stiegen 1,2 Prozent und Shanghai Xinmei schossen um gut zehn Prozent nach oben. In Hongkong ging es mit den Hotel- und Kasinobetreibern weiter nach oben. Barclays schätzt, dass der Umsatz in der Gewinnspielbranche im März um 7,6 bis 9 Prozent gestiegen sein dürfte. Galaxy Entertainment kletterten 7,2 Prozent, Sands China 9,1 Prozent.

Gewinnmitnahmen in Tokio

An den übrigen Märkten schlugen die China-Daten kaum zu Buche. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte außerhalb Japans lag 0,5 Prozent im Plus und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte Dezember. In Japan folgte der Nikkei-Index nicht dem allgemeinen Trend und fiel 0,2 Prozent auf 14.791 Punkte. Teilnehmer beobachteten hier Gewinnmitnahmen in einzelnen Werten. Auch der eher maue Tankan-Bericht bot wenig Anlass zum Kauf, die Societe Generale hebt dabei besonders den schwachen Ausblick auf das zweite Quartal hervor.

Zudem ist die Umsatzsteuer zum 1. April von fünf auf acht Prozent gestiegen, was Waren und Dienstleistungen voraussichtlich verteuern wird. Darunter dürften vor allem die Automobilbranche und die Einzelhändler leiden. In einer zweiten Stufe soll der Steuersatz auf zehn Prozent angehoben werden. Mit der Steuererhöhung versucht die Regierung, die galoppierende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

Das drückte vor allem die Einzelhandelswerte, so fielen Takashimaya-Aktien 2,1 Prozent und Lawson-Papiere 2,3 Prozent. Kein Störfeuer kam vom Devisenmarkt, wo der Yen weiter zur Schwäche neigt, der Dollar steht nun bei 103,27 Yen.

Australiens Banken im Blick

Am australischen Markt ging es ebenfalls leicht nach unten, auch wenn im Frühhandel die Verluste noch etwas höher waren. BHP Billiton wurden mit Hinweisen gekauft, der Minenkonzern könnte Bereiche außerhalb des Kerngeschäfts ausgliedern. Das trieb die Aktie 1,6 Prozent nach oben. Bankenwerte erholten sich im Tagesverlauf, da hier demnächst Dividendenzahlungen anstehen. Die Zentralbank hat erwartungsgemäß den Leitzins unverändert belassen.

Quelle: n-tv.de

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