Wirtschaft
Fed-Chefin Janet Yellen: Ihren Worten lauschen die Marktteilnehmer ganz genau.
Fed-Chefin Janet Yellen: Ihren Worten lauschen die Marktteilnehmer ganz genau.(Foto: picture alliance / dpa)

Dollar mit breiter Brust: Yellen lässt den Euro taumeln

Die europäische Gemeinschaftswährung bekommt derzeit von mehreren Seiten Feuer: schlechte ZEW-Daten, aber vor allem die jüngsten Aussagen von Fed-Chefin Yellen setzen dem Euro zu. Der fällt weiter.

Der Euro hat sich am Mittwoch schwach präsentiert. Der Dollar konnte zur europäischen Gemeinschaftswährung weiter deutlich zulegen. Der Euro kostete am Abend 1,3530 Dollar und damit 0,3 Prozent weniger als noch am Vorabend in New York.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,532 Dollar fest nach 1,3613 Dollar am Dienstag. Der Dollar kostete damit 0,7390 (0,7346) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79030 britische Pfund, 137,73 Yen und 1,2156 Schweizer Franken fest.

Der Dollar legte zu, weil US-Notenbankchefin Janet Yellen bei unerwartet guten Konjunkturdaten schnelle Zinserhöhungen für möglich hält. Das Umfeld für den Euro habe sich eingetrübt, schrieb die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Es bestehe das Risiko weiterer Kursverluste.

Dollar gewinnt auf breiter Front

Am Vortag hatte ein schwächer als erwartet ausgefallener ZEW-Index den Euro unter Druck gesetzt. Das Konjunkturbarometer hatte gezeigt, dass Finanzexperten mittlerweile deutlich skeptischer auf die Konjunkturentwicklung in Deutschland blicken. Am Nachmittag sorgten dann Nachrichten aus den USA für einen weiteren Dämpfer:

Derweil legt der Greenback auf breiter Front zu: Der Austral-Dollar fällt auf 0,9338 US-Dollar und damit ein Zweiwochentief zurück. Der Neuseeland-Dollar geht mit 0,8700 US-Dollar um, verglichen mit Ständen deutlich über 0,88 am Vortag. Unter Druck steht auch der Won. Er fällt auf 1.032 zurück je Dollar von 1.026.

Marktexperten begründen dies mit den Aussagen der US -Notenbankchefin Janet Yellen bei der halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress. Dort hatte sie zum einen betont, dass die Suche der Anleger nach Rendite in einigen Sektoren für überzogene Bewertungen gesorgt habe, womit das Finanzsystem insgesamt anfälliger werde. Zum anderen hatte sie in den Raum gestellt, dass es bei sich verbessernden US-Konjunkturdaten zu einer früheren Zinserhöhung kommen könnte.

Der Austral-Dollar habe in diesem Jahr massiv von Mittelzuflüssen profitiert, sagte Westpac-Devisenexperte Sean Callow in diesem Zusammenhang. Als ungünstiges Zeichen für die Devise wertet er zudem, dass auch die guten Daten aus China für keine Unterstützung sorgten. Die Schwäche des Neuseeland-Dollar erklären Marktbeobachter daneben mit schwach ausgefallenen Verbraucherpreisdaten.

Euro bleibt wichtig

Der Euro ist nach EZB-Aussage der Europäischen Zentralbank (EZB) im vergangenen Jahr die zweitwichtigste Reservewährung geblieben. Allerdings ging seine Bedeutung leicht zurück, wie die EZB im Rahmen ihres jährlichen Berichts über "Die internationale Rolle des Euro" mitteilte.

"Der Anteil des Euro an den weltweiten Devisenreserven hat sich 2013 wechselkursbereinigt um 0,9 Prozentpunkte auf 24,4 Prozent verringert", schreibt die EZB in ihrem Bericht. Gleichwohl habe der Euro seine Funktion als wertbeständige Reserve für Zentralbanken erfüllt und sei (nach dem US-Dollar) weiterhin die zweitwichtigste Reservewährung gewesen.

Zugleich nahm die internationale Nachfrage nach Euro-Banknoten das dritte Jahr in Folge zu. "Die Staatsschuldenkrise hatte keinen Einfluss auf die Rolle des Euro als Parallelwährung in Ost- und Südosteuropa", merkte die EZB an.

Der internationale Marktanteil des Euro als Finanzierungswährung nahm um 1,4 Punkte auf 25,3 Prozent ab, womit er das Schicksal des Yen und der "sonstigen Währungen" teilte. Nach Aussage von EZB-Direktor Benoit Coeure deutet sich für die ersten Monate des laufenden Jahres aber eine Trendumkehr an. "Als Finanzierungswährung ist der Euro zurück", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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