Wirtschaft
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Raus aus dem Tal der Tränen: Konjunkturdaten springen Euro bei

Jahrestiefs in Serie - damit ist es beim Euro erst einmal vorbei. Besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten sorgen dafür. Die Frage nach einer Trendumkehr bleibt aber offen.

Volatilität hat am Donnerstag den Devisenmarkt beherrscht. Nachdem der Euro am Morgen ein neues Jahrestief bei 1,3438 Dollar markiert hat, stand er am späten Nachmittag wieder bei 1,3470. Die insgesamt besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes aus Europa wirkten stützend. Dennoch überwogen laut Händlern die Abwärtsrisiken. Mehr als eine Zwischenerholung in der aktuellen Kursschwäche sieht die Helaba nicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3472 Dollar fest nach 1,3465 am Mittwoch. Der Dollar kostete damit 0,7423 Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,79215 britische Pfund, 136,97 Yen und 1,2152 Schweizer Franken fest.

Am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,3465 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7427 Euro.

Renminbi gefragt

Ein überraschend starker Einkaufsmanagerindex für das chinesische verarbeitende Gewerbe der HSBC für Juli trieb den Renminbi auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Zum Dollar kletterte er zwischenzeitlich bis auf 6,1932. Am Vortag hatte er dagegen noch bei 6,1983 gelegen. "Die Marke von 6,1900 könnte in den kommenden Tagen fallen", sagt eein Devisen-Händler. Aktuell geht die Devise mit 6,1921 um. Der Index legte auf 52,0 zu und markierte den höchsten Stand seit 18 Monaten.

Dagegen stand der Won unter Abgabedruck, nachdem sich das Wirtschaftswachtum in Südkorea im zweiten Quartal auf 3,6 Prozent verlangsamt hat. Zum Dollar notierte er bei 1029,10 Dollar, nach 1024,17 Dollar am Mittwoch.

Vierte Leitzinsanhebung in Neuseeland

In Neuseeland hat Kritik der dortigen Notenbank am Wechselkurs des Neuseeland-Dollars die Währung auf Talfahrt geschickt. Sie fiel um 1,4 Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief 0,8582 US-Dollar. Zentralbank-Chef Graeme Wheeler hatte in einer Erklärung im Anschluss an den Zinsentscheid seines Hauses den Kurs des Kiwi-Dollar überraschend deutlich als "ungerechtfertigt und nicht nachhaltig" kritisiert. "Es herrscht Potenzial für einen deutlichen Kursverfall", fügte er hinzu.

Zuvor hatte die neuseeländische Notenbank den Schlüsselsatz um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent angehoben. Es war bereits die vierten Erhöhung in diesem Jahr. Mit weiteren Schritten wolle sie allerdings warten, um die Entwicklung der Konjunktur zu beobachten. Analysten rechnen frühestens im kommenden Dezember mit der nächsten Zinserhöhung und sagen für 2015 einen Anstieg um einen vollen Prozentpunkt voraus.

Das Land mit einer Bevölkerung von 4,5 Millionen Menschen hat sich deutlich besser entwickelt als viele andere Industrienationen. Triebkraft ist die boomende Nachfrage in Asien, nicht nur für Milchprodukte, sondern auch für Fleisch. Dazu gab es einen Bauboom nach mehreren Erdbeben und einen starken Zuzug von Einwanderern. Die Wirtschaft des Landes dürfte 2014 mit einer Rate von 3,7 Prozent wachsen, sagte Zentralbank-Gouverneur Wheeler.

Quelle: n-tv.de

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