Wirtschaft
Citigroup hat ein Problem weniger, aber was sagen die Quartalszahlen?
Citigroup hat ein Problem weniger, aber was sagen die Quartalszahlen?(Foto: picture alliance / dpa)

US-Anleger feiern Gewinne: Dow knackt die 17.000er Marke

Die US-Berichtssaison nimmt Fahrt auf und nach Wells Fargo blicken die Marktteilnehmer nun auf die Citigroup. Die schrammt nur knapp an roten Zahlen vorbei - und wird dennoch gefeiert.

Mit zum Teil deutlichen Gewinnen hat die Wall Street die neue Handelswoche begrüßt. Im Blick stand vor allem die US-Berichtssaison, die in dieser Woche deutlich Fahrt aufnimmt. Der Dow Jones Industrial Index zog 0,7 Prozent an auf 17.055,42 Stellen. Der S&P-500 gewann 0,5 Prozent auf 1977,10 Zähler. Der Nasdaq Composite verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 4440,4195 Punkte.

Citigroup setzten die erste Duftmarke in der Woche der Berichte. Wobei die Quartalszahlen durch die Einigung im Hypothekenstreit in den Hintergrund gedrängt wurden. Gegen eine Zahlung von 7 Milliarden Dollar hat die Bank ihren Streit mit den US-Behörden beigelegt. Citigroup zahlt eine Strafe von 4,5 Milliarden Dollar in bar und stellt zudem 2,5 Milliarden Dollar für Entschädigungszahlungen an Verbraucher bereit. Im zweiten Quartal hat die Citigroup deshalb eine Belastung in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar vor Steuern verbucht.

Damit ist die Citigroup nur haarscharf an einem Quartalsverlust vorbeigeschrammt. Die Großbank wies für das zweite Quartal einen Gewinn von gerade mal 181 Millionen US-Dollar aus - nach 4,2 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Je Aktie verdiente die Citigroup noch 3 Cent. Ohne die Sonderbelastung hätte der bereinigte Gewinn 1,24 Dollar je Anteil erreicht, nach 1,25 Dollar im Vorjahr. Die Einnahmen sanken um 6 Prozent auf 19,3 Milliarden Dollar.

Dennoch schoss die Citigroup-Aktie um 3,0 Prozent in die Höhe. Teilnehmer erklärten die Kursreaktion mit der Erleichterung, dass die "Kuh damit vom Eis" ist. Eine Strafe in dieser Höhe habe sich im Vorfeld zuletzt abgezeichnet, hieß es weiter.

Citigroup nur der Aufgalopp

Im weiteren Wochenverlauf stehen zudem weitere Schwergewichte auf der Agenda. Darunter Intel, Yahoo, JP Morgan, Goldman Sachs, IBM, Google und der Mischkonzern General Electric.

Neben der Berichtssaison deuten sich keine Impulse für den Wochenbeginn an. Die Agenda der US-Konjunkturdaten ist leer. Doch im Wochenverlauf stehen mit den Einzelhandelsumsätzen für den Juni, den Import- und Exportpreisen für Juni, der Industrieproduktion, dem Philly-Fed-Index, dem Index der Frühindikatoren und dem "Beige Book" der US-Notenbank noch eine Reihe von wichtigen Daten an.

Zudem liefert die Luftfahrtmesse im britischen Farnborough Impulse. So will die britische Fluggesellschaft Monarch Airlines bei Boeing 30 Maschinen des Typs 737 Max bestellen. Auch General Electric rechnet mit Bestellungen in Milliardenhöhe. David Joyce, zuständig für den Bereich Luftfahrt, bezifferte die Erwartungen für die Sparte auf 30 Milliarden US-Dollar. Für die Titel von General Electric ging es 0,4 Prozent nach oben, ebenso für Boeing mit 1,1 Prozent.

Apple-Aktien stiegen um 1,3 Prozent. Die Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass die Quartalsergebnisse von Apple am oberen Ende der Prognosespanne liegen werden. Sie erhöhen die Gewinnschätzung für 2015 auf 11 Prozent über Konsens, um die positive Einschätzung für die iWatch widerzuspiegeln.

Nach Ansicht von Wells Fargo hat Abbott einen cleveren Deal mit Mylan eingefädelt. Mit dem Verkauf der Generikasparte für 5,3 Milliarden US-Dollar an seinen Konkurrenten könne der US-Pharmakonzern das aufgrund von Regulatorien in Europa schwächelnde Geschäft loswerden. Zuletzt habe der Bereich einen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar jährlich erzielt. Ohne die Sparte werde Abbott sich stärker auf die schneller wachsenden Märkte der Schwellenländer konzentrieren können. Die Aktie legte um 1,3 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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