Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Twitter und Yellen im Fokus: Dow vergibt nächsten Höhensprung

Angesichts solider Wirtschaftsdaten rückt bei US-Anlegern wieder die Sorge vor einer baldigen Zinserhöhung in den Vordergrund. Das lässt auch überragende Twitter-Zahlen verblassen.

US-Konjunkturdaten haben die Wall Street am Mittwoch auf eine Berg- und Talfahrt geschickt: Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni aufs Jahr hochgerechnet um vier Prozent zu, Analysten hatten mit drei Prozent gerechnet. Die unerwartet deutliche Zunahme der amerikanischen Wirtschaftskraft hatte die US-Börsen zunächst in Schwung gebracht. Doch die Standardwerte gaben ihre frühen Gewinne im Handelsverlauf wieder ab, als Spekulationen auf eine baldige Anhebung der US-Leitzinsen aufkamen. Sie belasteten auch die europäischen Aktienmärkte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte zwar seine Verluste etwas wett, blieb aber 0,2 Prozent im Minus und schloss auf 16.881 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 erholte sich etwas stärker und ging praktisch unverändert bei einem Stand von 1970 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich dagegen um 0,5 Prozent und beendete den Tag auf 4462 Punkten. In Frankfurt schloss der Dax 0,6 Prozent niedriger bei 9593 Punkten.

Der BIP-Zuwachs sei verblüffend groß gewesen, sagte Mark Luschini, Investmentstratege beim Anlagehaus Janney Montgomery Scott. "Er hat Befürchtung geschürt, dass die Fed ihre Politik ändern könnte." Das Ende der Nullzinspolitik wurde bislang für Mitte 2015 erwartet. Die lockere Geldpolitik der US-Notenbanker gilt als einer der Haupttreiber der langjährigen Hausse an den Börsen.

"Die heutigen Zahlen untermauern das Szenario einer robusten expansion der US-Wirtschaft", sagte auch Helaba-Analyst Johannes Jander.

Am Abend gab die US-Notenbank zudem eine weitere Drosselung der Anleihekäufe um 10 Milliarden Dollar bekannt. Den Leitzins beließ sie aber wie erwartet auf rekordniedrigem Niveau.

Der leichte Dämpfer vom US-Arbeitsmarkt fiel da kaum ins Gewicht. Aktuelle Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP zeigten, dass die Privatwirtschaft im Juni etwas weniger neue Stellen geschaffen hat als erhofft.

Fröhliches Zwitschern

Zu den größten Gewinnern an der Wall Street zählten Twitter mit einem Plus von gut 20 Prozent. Der Kurznachrichtendienst wächst schneller als erwartet. Im zweiten Quartal stieg die Zahl der Nutzer um fast ein Viertel auf 271 Millionen. Gleichzeitig verbuchte der Konzern mehr als doppelt so hohe Werbeeinnahmen wie vor einem Jahr. Das dämpfte Sorgen der Anleger, das Unternehmen könnte den Anschluss an den deutlich größeren Rivalen Facebook endgültig verlieren. Die Titel schlossen mehr als 1 Prozent fester.

Die Aktien von Sprint schlossen rund 3 Prozent niedriger. Der US- Mobilfunkkonzern hat in seinem ersten Quartal nach den Verlusten im Vorjahreszeitraum wieder einen Gewinn erzielt, Analysten hatten dagegen mit einem Verbleib in der Verlustzone gerechnet.

Für Amgen ging es um mehr als 5 Prozent aufwärts. Das Pharmaunternehmen hat einen Gewinnanstieg im zweiten Quartal von 23 Prozent gemeldet und angekündigt, im Zuge seines Restrukturierungsprogramms 15 Prozent der Stellen abzubauen.

Die Titel von American Express gaben dagegen um 0,7 Prozent nach. So hat der Kreditkartenanbieter die Erwartungen "nur" erfüllt. I

m Gegensatz zu anderen US-Krankenversicherern hat Humana mit seinem Zweitquartalsergebnis die Erwartungen nicht deutlich übertroffen. Der Kurs fiel um mehr als 5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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