Wirtschaft
2014 an der Börse: Der Dax am Donnerstag.
2014 an der Börse: Der Dax am Donnerstag.(Foto: REUTERS)

Vor dem Dreikönigswochenende: Dax mild und schwach erwartet

Der letzte Handelstag vor dem ersten Wochenende des neuen Jahres dürfte am deutschen Aktienmarkt mit leichten Kursverlusten starten. Beobachter in Banken und Brokerhäusern rechnen mit einer deutlich abgeschwächten Abwärtsbewegung zum Auftakt.

Die Schwäche des Jahresstarts dürften sich am Freitag zur Eröffnung an Europas Aktienmärkten fortsetzen. Größerer Abgabedruck zeichne sich aber nicht mehr ab, erklärten Beobachter am Morgen. In der vorbörslichen Indikation bei Lang & Schwarz wird für den Dax ein Eröffnungskurs von 9368 Punkten gesehen, was einem Minus von 0,3 Prozent entspricht. Am Vorabend war der deutsche Leitindex um 1,6 Prozent auf exakt 9400,04 Punkte gefallen. Im Gesamtjahr 2013 hatte der Dax um mehr als 25 Prozent zugelegt.

Der März-Kontrakt des Dax-Futures verliert im frühen Handel 10 Zähler auf 9403 Punkte. Das Tageshoch liegt bislang bei 9403,5 und das Tagestief bei 9385 Punkten. Umgesetzt wurden bis 8.20 Uhr rund 1350 Kontrakte. Charttechnisch habe sich mit Unterschreiten der Unterstützung bei 9500 das Bild zumindest kurzfristig eingetrübt, hieß es aus dem Lager der charttechnisch orientierten Beobachter. Nach unten gelte es "das Niveau von 9250 zu verteidigen".

Die Prämien auf Dax-Optionen preisen für Freitag eine Schwankungsbreite im Leitindex von 80,30 Punkten oder 0,85 Prozent um den Schlusskurs vom Vortag ein. Das entspricht einer Dax-Bewegung auf bis zu 9480 Punkte nach oben und 9320 Punkte nach unten. Der VDax-New schloss am Vortag bei 16,32 Prozent.

Im Handel geben sich Börsianer mit Blick auf die Verluste zum Jahresauftakt gelassen. Ein Beobachter sprach von Gewinnmitnahmen nach der sehr starken Kursentwicklung an den Börsen kurz vor dem Jahreswechsel. Diese dürften bald nachlassen, hieß es. Dazu kommen die Aussichten auf ein verlängertes Wochenende, die sich für nicht wenige deutsche Anleger vor dem anstehenden Dreikönigswochenende ergeben. In Sachsen-Anhalt, Bayern und Baden-Württemberg ist der kommende Montag, 6. Januar ein gesetzlicher Feiertag.

Insgesamt dürften die Umsätze wie bereits am Vortag vor diesem Hintergrund gering bleiben. Chris Weston, Marktstratege bei IG Markets, misst den Verlusten vom Donnerstag auch wegen der geringen Volumen, bei denen sie zustande kamen, keine Bedeutung bei. Die institutionellen Anleger kehrten erst kommende Woche an die Finanzmärkte zurück, betonte er. Angesichts der angekündigten Eindämmung der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank dürften im neuen Jahr die Konjunkturdaten wieder eine stärkere Rolle spielen, und hier seien die Nachrichten aus Europa überwiegend positiv.

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Alles in allem zeichnet sich für den Freitag ein ruhiger Handelstag ab. Wichtige Unternehmensnachrichten oder marktbewegende Konjunkturdaten stehen nicht an. Von Interesse für die Märkte könnte die Bekanntgabe der Geldmenge M3 durch die EZB am Vormittag werden. Sie gilt als Anhaltspunkt für die Inflationsentwicklung.

Von der Datenseite her seien im Handelsverlauf keine größeren Impulse zu erwarten, hieß es. Ansonsten könnten am Nachmittag die US-Absatzzahlen bei den Autowerten für etwas Bewegung sorgen.

Die Analystenprognosen für das Jahr 2014 sind überwiegend optimistisch. Sie setzen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der globalen Notenbanken und darauf, dass die Konjunktur an Fahrt gewinnt. "Noch sind die Kurse nicht wirklich aussagekräftig, weil viele Marktteilnehmer noch im Urlaub sind", sagte ein Händler. Trotzdem blieb er zurückhaltend, "da bei sinkenden Kursen viele gleich wieder komplett schwarz sehen".

Die Vorgaben sind diesmal keine große Hilfe: Da die Tokioter Börse am Freitag feiertagsbedingt geschlossen blieb, orientierten sich Anleger an der Wall Street. Dort hatte der Dow-Jones-Index am Donnerstag 0,8 Prozent schwächer geschlossen, wie auch die Technologiebörse Nasdaq.

Die Schweizer Börse dürfte mit Kursverlusten ins neue Jahr starten. Händler erwarten, dass sich der Markt am Freitag, dem ersten Handelstag 2014, an den Einbußen der internationalen Aktienmärkten orientieren wird. "Wir werden wohl das nachholen, was die anderen Börsen am Vortag gemacht haben", sagte ein Händler.

Die Bank Julius Bär berechnete den Schweizer Leitindex SMI vorbörslich um 0,9 Prozent schwächer mit 8131 Punkten. Der SMI-Future sank um 0,8 Prozent auf 8050 Zähler. 2013 hatte der Schweizer Standardwertindex mit einem Anstieg von gut einem Fünftel die beste Entwicklung seit acht Jahren hingelegt. Da wegen der Feiertage noch viele Anleger und Händler dem Markt fernbleiben dürften, erwarten Börsianer einen ruhigen Handelstag mit unterdurchschnittlichen Umsätzen. Impulse sind dünn gesät: Nachrichten von Unternehmensseite sind rar und wichtige Konjunkturindikatoren stehen nicht auf dem Programm.

Weiter im Blick steht der Preis für Gold. Das Edelmetall legte einen guten Start ins neue Jahr hin und notiert über der Marke von 1230 Dollar je Feinunze. Marktstratege Weston vermutet, dass der starke Jahresauftakt mit einer stärkeren Gewichtung des Edelmetalls im Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) ab kommender Woche zu tun hat. Dann werde Gold mit 11,53 Prozent in dem Index gewichtet nach bislang 8,58 Prozent. "Aus diesem Grund müssen mehr als eine Million Feinunzen gekauft werden", erklärte Weston. Goldhändler deckten sich schon im Vorfeld dieser Höhergewichtung mit Gold ein.

Im frühen Handel baut der Goldpreis diese Gewinne aus und steigt um weitere 0,8 Prozent auf rund 1235 Dollar. "Die Stimmung für Gold ist regelrecht zerschossen. 2014 könnte jedoch ein besseres Jahr werden und Goldkäufe ein gutes Geschäft sein", meinte Weston.

An den Devisenmärkten ist der Euro schlecht ins neue Jahr gegangen und damit den Vorgaben der europäischen Aktienmärkte gefolgt. Zum US-Dollar hat sich der Euro-Kurs am Morgen bei 1,3650 stabilisiert, nachdem er am Vortag 1 US-Cent eingebüßt hatte. Zum Yen hat die Gemeinschaftswährung die Verluste vom Vortag noch ausgeweitet. Die als sicherer Hafen geltende japanische Devise legt derweil auch zum Dollar deutlich zu.

Am Euro-Rentenmarkt stehen die Zeichen auf kleine Kursgewinne. Bundesanleihen hatten sich am Donnerstag nach herben Einbußen im frühen Handel im Tagesverlauf wieder nach vorn gekämpft und die Verluste wettgemacht. Antrieb erhielten die vermeintlich sicheren Bundesanleihen vor allem von der Schwäche der Aktienmärkte.

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Quelle: n-tv.de

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