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Dax-Vorschau: Mit der "Kraft der zwei Herzen"

Die neue Woche dürfte Börsianern reichlich mit frischen Signalen versorgen: Am deutschen Aktienmarkt bereiten sich mehrere Schwergewichte auf ihre Zwischenbilanzen zum ersten Halbjahr vor. Erwartet werden die Deutsche Bank, Bayer, Siemens und Volkswagen.

Keine gute Zeit für sicherheitsbewusste Anleger: Die Kämpfe in der Ost-Ukraine und im Gazastreifen werden die Börsen in der neuen Woche Experten zufolge jedoch nicht nachhaltig belasten. "Der Dax wird gestützt von der Kraft der zwei Herzen, die momentan gute US-Quartalszahlen und konjunktureller Rückenwind sind", sagte Sarah Brylewski, Finanzmarkt-Expertin des Brokerhauses Ayondo.

Vor dem Wochenende war der deutsche Leitindex 1,5 Prozent tiefer bei 9644,01 Punkten aus dem Handel gegangen. Einzelne Stimmen äußern sich weiterhin optimistisch: Jürgen Mehrbrei, Geschäftsführer und Eigentümer der Unikat Vermögensverwaltung, zum Beispiel traut dem Dax mittelfristig sogar einen Anstieg auf bis zu 10.800 Punkte zu. Er nutze daher Kursrücksetzer für Käufe, betonte der Anlagestratege.

US-Jobs und Europas Preise

Im Terminkalender der Konjunkturdaten steht eine Veröffentlichung am Freitag ganz oben auf der Agenda: Börsianer erwarten den offiziellen US-Regierungsbericht zur Lage am US-Arbeitsmarkt im Juli. Beobachter erhoffen sich von den Angaben Aufschluss darüber erhoffen, wann die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) erstmals die Zinsen wieder anheben wird. Im Vorfeld befragte Analysten rechnen für Juli mit 230.000 (Vormonat: 288.000) neuen Jobs außerhalb der Landwirtschaft. Am Mittwoch legt die private Arbeitsagentur ADP ihre Statistik vor. Hier prognostizieren Experten den Aufbau von 241.000 (281.000) Stellen.

In Europa warten Anleger gespannt auf die Inflationsdaten am Donnerstag. Wegen rückläufiger Energiepreise sei die Teuerung im Juli voraussichtlich auf 0,4 Prozent zurückgegangen, schätzte Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Die für die Währungshüter entscheidende Kernrate exklusive der schwankungsanfälligen Preise für Benzin, Heizöl oder Lebensmittel stagniere dagegen bei 0,8 Prozent.

"Trotzdem werden diese Daten voraussichtlich die Spekulationen über breit angelegte Anleihenkäufe der EZB wieder anheizen", sagte Weil. Die Notenbank hatte diese Maßnahme für den Fall in Aussicht gestellt, dass die Teuerung längerfristig deutlich unter ihrer Zielmarke von knapp zwei Prozent bleibt. Die Geldspritzen sollen eine Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, verhindern.

Einen Vorgeschmack auf die Teuerung in der Eurozone liefern die deutschen Inflationszahlen am Montag. Hier sagen Analysten im Schnitt einen Rückgang auf 0,2 Prozent von 0,3 Prozent im Juni voraus.

Halbjahresbilanzen im Dax

In der neuen Woche wollen zahlreiche Dax-Firmen ihre Geschäftszahlen vorlegen. Den Anfang macht am Dienstag die Deutsche Bank. "Womöglich ist nach all den schlechten Nachrichten der letzten Monate eine Überraschung drin", betonte Ayondo-Expertin Brylewski. An den beiden darauffolgenden Tagen wollen die Index-Schwergewichte Bayer und Siemens ihre Bücher öffnen. Am Donnerstag stehen dann die Zahlen von Volkswagen auf dem Terminplan.

Am letzten Handelstag der Vorwoche hatten sich die deutschen Aktienindizes im Späthandel nach dem deutlichen Kursrutsch im Hauptgeschäft wieder stabilisieren können. Für den L-Dax zeigten die Kurstafeln einen Schlussstand von 9658,30 Punkten an. Im Xetra-Kerngeschäft war es für den Leitindex um 1,53 Prozent auf 9644,01 Punkte bergab gegangen. Der L-MDax verabschiedete sich mit 16.313,43 Punkten ins Wochenende, nachdem der Index der mittelgroßen Werte davor 1,26 Prozent auf 16.303,06 Punkte verloren hatte. Der L-TecDax schloss bei 1254,59 Punkten. Zuvor hatte der Auswahlindex für Technologiewerte 1,43 Prozent auf 1253,64 Punkte eingebüßt.

Quelle: n-tv.de

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