Wirtschaft
Das neue Draghi-Versprechen macht den Euro weich: "Die EZB ist bis auf weiteres gezwungen, ihre extrem lockere Geldpolitik fortzusetzen."
Das neue Draghi-Versprechen macht den Euro weich: "Die EZB ist bis auf weiteres gezwungen, ihre extrem lockere Geldpolitik fortzusetzen."(Foto: REUTERS)

Durchmischte Daten aus den USA: Euro fällt mit dem "Job Report"

Die Signale aus dem Inneren der US-Wirtschaft zeichnen ein vorsichtig optimistisches Bild: Der offizielle Bericht zur Lage im US-Arbeitsmarkt weist ein größeres Stellenplus aus als erwartet. Die Arbeitslosenquote - die derzeit wichtigste Richtschnur der Fed - bleibt allerdings unverändert. Der Euro reagiert deutlich.

Mit einer scharfen Abwärtsbewegung hat der Kurs des Euro auf die Veröffentlichung richtungsweisender Konjunkturdaten aus den USA reagiert: Der Regierungsbericht zur Situation im Stellenmarkt weist für Juni einen unerwartet kräftigen Jobzuwachs um 195.000 Stellen außerhalb der Landwirschaft aus. Erwartet worden war an der Wall Street lediglich ein Plus um 160.000 Arbeitsplätze.

Die für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) maßgeblich Arbeitslosenrate verharrte im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 7,6 Prozent. Fed-Chef Ben Bernanke macht den Ausstieg aus dem milliardenschweren Anleihenankaufprogramm der Fed vor allem von einer nachhaltigen Verbesserung des Arbeitsmarktes abhängig. Erst vor zwei Wochen hatte Bernanke angekündigt, er könne die Käufe möglicherweise noch in diesem Jahr zurückfahren und sie bis Mitte 2014 auslaufen lassen.

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An den Devisenmärkten kippte der Euro nach Bekanntgabe des Job Reports steil ab und notierte zuletzt 0,6 Prozent tiefer bei 1,2830 Dollar. Unmittelbar vor der Veröffentlichung hatte sich der Kurs noch bei 1,2875 Dollar gehalten.

Zuvor bereits hatten Beobachter die Aussicht auf anhaltende Niedrig-Zinsen in der Eurozone als Belastungsfaktor für den Eurokurs ausgemacht. Am Tag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) bewegte sich der Euro über weite Strecken nah an seinem Fünfwochentief.

Draghis neuer Schwur

Das außergewöhnliche deutliche Bekenntnis von EZB-Präsident Mario Draghi zu einer langen Phase niedriger Leitzinsen in der Eurozone lastet auf der Gemeinschaftswährung. Händler gehen davon aus, dass die Schwäche des Euro mittelfristig andauern wird. Während sich die US-Notenbank auf den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorbereite, sei in Europa ein "Exit" bis auf weiteres kein Thema.

EZB-Chef Draghi hatte nach dem Zinsentscheid erklärt, die Notenbank werde ihren konjunkturstützenden Kurs so lange wie nötig fortsetzen und den Schlüsselzins in der Eurozone wohl noch für einen längeren Zeitraum auf dem aktuellen oder auch einem niedrigeren Niveau halten.

Der amtliche Kurs des Euro ist vor dem Wochenende gefallen: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2883 (Donnerstag: 1,2984) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7762 (0,7702) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,86055 (0,85980) britische Pfund, 128,97 (129,64) japanische Yen und 1,2348 (1,2328) Schweizer Franken fest.

Quelle: n-tv.de

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