Wirtschaft
Tokio Anfang Juli: Zukäufe schwergewichtiger Marktteilnehmer stützen die Kurse.
Tokio Anfang Juli: Zukäufe schwergewichtiger Marktteilnehmer stützen die Kurse.(Foto: AP)

Asien-Börsen im Bann der Zahlen: Nach den Hochs folgen die Berichte

Der große Wurf fehlt noch, aber bereits erste Quartalsberichte können an den Fernost-Börsen überzeugen. Dennoch bleibt die Stimmung verhalten. Die Blicke richten sich gen USA.

Verhalten sind die Börsen in Ostasien in die neue Woche gestartet. Nach den jüngsten Kursanstiegen als Folge guter Konjunkturdaten aus China und den USA hätten die Akteure erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt, hieß es. Händler monierten fehlende frische Impulse, zumal es auch keine Vorgaben aus den USA gab. Am Freitag hatte an Wall Street feiertagsbedingt kein Handel stattgefunden. Für etwas Risikoscheu sorgte die unsichere Lage in der Ukraine, nachdem Regierungstruppen mit der Rückeroberung zweier Städte in der Ostukraine einen Erfolg feierten.

Die Blicke richteten sich nun zunehmend auf die bevorstehende Saison der Quartalsberichte, die am Dienstag in den USA traditionell mit Alcoa startet, hieß es weiter. Außerdem meldeten sich in der bevorstehenden Woche diverse US-Notenbanker zu Wort. Hier bestehe das Risiko vermehrt "falkenhafter" Aussagen, die dem Dollar Auftrieb verleihen könnten. Daneben steht am Mittwoch noch das Protokoll US-Notenbanksitzung vom 17./18. Juni auf dem Terminkalender. Der Dollar ging zuletzt mit 102,02 Yen um, wenig verändert zu den Kursen am Freitag.

Quartalszahlen im Blick

An den Aktienmärkten der Region ging es zumeist leicht bergab. In Tokio büßte der Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 15.379 Punkte ein nachdem im späten Geschäft nach dem Fünfeinhalbmonatshoch in der Vorwoche noch einmal Gewinne mitgenommen wurden. "Fundamental sind Aktien zwar weiter billig, dem stehen aber der Devisenmarkt, die überhitzte Markttechnik und die Abhängigkeit von ausländischen Investoren als negative Faktoren gegenüber", sagte Anlageexperte Yoshihiro Okumura von Chibagin Asset Management.

Um 11 Prozent nach oben schnellte der Kurs des Büroartikelvertreibers Askul nach einem Erstquartalsergebnis, das zwar schwächer als im Vorjahr aber besser als die erst jüngst gesenkte Prognose ausgefallen war. Aeon verloren dagegen 5,1 Prozent nach einem 35-prozentigen Rückgang des operativen Gewinns im ersten Quartal. Asahi Group Holdings gewannen 1,3 Prozent, gestützt von einem Bericht, wonach das Unternehmen sein bestes operatives Halbjahresergebnis ausweisen wird dank des erfolgreichen Starts seiner neuen Biersorte "Dry Premium".

Uneinheitliches Bild

In Schanghai schaffte der Shanghai-Composite-Index zum Ende noch ein ganz kleines Plus. Gesucht waren einige der größeren Immobilienaktien, deren Verkäufe zuletzt Besserungssignale aussendeten zulasten kleinerer Branchenunternehmen. China Vanke kamen um über 3 Prozent voran, Poly Real Estate Group um 2,4 Prozent. In Hongkong gab der HSI minimal nach und zeigte sich wenig beeindruckt von einer Herabstufung der HSBC auf "Underweight". Die Analysten begründeten ihre negativere Einschätzung des dortigen Aktienmarktes mit Sorgen über einen zunehmend negativen Nachrichtenfluss nach den jüngsten Protesten der Bewegung "Occupy Central", die mehr Demokratie fordert.

In Sydney verzeichneten nur einzelne Rohstoffaktien etwas stärkere Einbußen. Für leichte Verstimmung sorgte eine Analyse von Macquarie, in der von nachlassendem Potenzial für Aktienrückkäufe der Unternehmen die Rede ist. Hintergrund seien die sinkenden Eisenerzpreise. Rio Tinto und vor allem Fortescue Metals wurden verkauft. Wotif schossen derweil um fast 25 Prozent nach oben, nachdem der US-Reiseanbieter Expedia die Zustimmung des Unternehmens zur Übernahme für 1,84 Milliarden Dollar erhalten hat.                      

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen