Wirtschaft
Mittwoch, 02. Mai 2001

DAX-Zwischenstopp: Negative Tendenzen bestimmen Mittwochhandel

Das Kursbarometer der deutschen Standardwerte rutschte am Mittwoch nach einem freundlichen Start in die Minuszone und konnte sich bis Handelsende nicht wieder ganz nach oben kämpfen. Zwischenzeitlich notierte der Dax bei 6.185 Zählern. Der Markt legt eine Pause ein, kommentierte ein Händler die Situation. Dies sei nach dem Anstieg der letzten Zeit jedoch nicht verwunderlich, hieß es weiter.

Auch im Zuge der deutlich positiven Nasdaq-Eröffnung konnte sich der deutsche Aktienmarkt nicht erholen. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf die Kursverluste von SAP und Infineon zurück. Die Aktie des Halbleiterherstellers wurden von Merril Lynch mittelfristig von "Akkumulieren" auf "Neutral" heruntergestuft. Begründet wurde dieser Schritt mit dem Rückgang der Margen in den Geschäftsbereichen Mobilfunk und Speicherchips. Langfristig wird die Bewertung "Accumulate" beibehalten. Infineon verloren vier Prozent auf 47,04 Euro.

SAP wurden von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein auf "Halten" von "Add" zurückgestuft". Die Bank begründete die Entscheidung damit, dass ein kurzfristiger Kursanstieg der SAP-Aktie schwierig sein könnte. Die Papiere bewegten sich mit einem Minus von 2,62 Prozent auf 174,80 Euro zum Handelsende.

Im Mittelpunkt des Anlegerinteresse standen die Anteilsscheine der Deutschen Post . Das Unternehmen hielt heute seine Bilanzkonferenz. Im Vorfeld hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, die deutsche Regierung plane bereits 2002 im Zuge einer zweite Tranche ihren Mehrheitsposition an der Deutschen Post abzugeben. Von Seiten der Post wurden diese Angaben dementiert. Post-Sprecher Uwe Bensien sagte, er wisse, dass kein Termin für den weiteren Verkauf von Post-Aktien aus dem Bundesanteil festgelegt sei. Gleichwohl habe Bundesfinanzminister Hans Eichel bereits gesagt, dass der Bund sich langfristig von allen Post-Aktien trennen wolle.

Vor weiteren Verkäufen von Postanteilen aus dem Bestand der Bundesregierung ist eine Änderung des Paragraphen 143 b im Grundgesetz nötig. Eine Sprecherin des Finanzministeriums bestätigte jedoch, dass eine entsprechende Gesetzesänderung für das zweite Halbjahr geplant sei. „Damit wären dann die Voraussetzungen gegeben, um weitere Aktien der Deutschen Post verkaufen zu können“. Die Papiere verloren 5,2 Prozent und schlossen bei 18,22 Euro.

Deutlicher zulegen können BMW. Während die meisten Autohersteller in den USA im April mit schrumpfenden Absatzzahlen zu kämpfen haben, konnte BMW vor allem durch den Verkauf seines neuen Geländewagens X5 den Absatz um 30,5 Prozent steigern. Der Wert der Aktie erfuhr eine Steigerung um 5,08 Prozent auf 39,30 Euro.

Quelle: n-tv.de

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