Wirtschaft
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Auftakt der Bilanzsaison: Neuer Ölpreis-Einbruch drückt Wall Street

Nach leichten Anfangsgewinnen dreht der Dow-Jones-Index an der Wall Street ins Minus: Auf die Stimmung drücken vor allem die Ölpreise, die sich derzeit im freien Fall befinden. Im Blick steht der Auftakt zur Berichtssaison, die traditionell Alcoa einläutet.

Ein erneuter Einbruch der Ölpreise hat zu Wochenbeginn an der Wall Street für fallende Kurse gesorgt. Auslöser waren skeptische Analysten-Aussagen zur weiteren Preisentwicklung des "schwarzen Goldes". Dies drückte vor allem die Energiewerte im Dow-Jones-Index ins Minus. Hier waren Chevron und Exxon Mobil mit Abgaben von 2,1 und 1,9 Prozent die schwächsten Aktien. Der Energie-Sektor im S&P-500 büßte 2,8 Prozent ein. Gesucht waren dagegen die "sicheren Häfen" Anleihen und Gold.

Der Dow-Jones-Index verlor 0,5 Prozent auf 17.641 Punkte. Für den S&P-500 ging es um 0,8 Prozent auf 2028 Punkte nach unten. Der technologielastigere Nasdaq-Composite fiel um 0,8 Prozent auf 4665 Punkte.

Besonders viel Aufmerksamkeit wurde einer Studie von Goldman Sachs zuteil. Die Energie-Analysten der US-Investmentbank haben ihre Preisprognosen drastisch gekürzt und rechnen mit einer nur langsamen Erholung. In drei Monaten wird der WTI-Preis bei 41 Dollar gesehen, nach zuvor 70 Dollar - auf Sicht von sechs Monaten nun bei 39 Dollar und in einem Jahr bei 65 Dollar. Hier lagen die Prognosen zuvor bei 75 beziehungsweise 80 Dollar. Und auch die französische Societe Generale hat ihre Schätzungen nach unten genommen, weil sie in der ersten Jahreshälfte eine deutliche Zunahme der Öllagerbestände erwartet.

Auftakt zur Berichtssaison

Die Blicke richteten sich zudem auf die vor der Tür stehende US-Berichtssaison, die nach der Schlussglocke traditionell von Alcoa eröffnet wird. Gemäß aktueller Daten geht der Markt von einer Gewinnsteigerung im vierten Quartal bei den im marktbreiten S&P-500 gelisteten Unternehmen von lediglich 1,1 Prozent aus. Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es die schwächste Periode seit dem dritten Quartal 2012. Dabei dürften der Ölpreisverfall und die Dollar-Stärke den größten Einfluss auf die Unternehmensbilanzen haben.

"Wir hatten im zweiten Halbjahr 2014 eine starke Entwicklung des Dollar und es dürfte sich dabei nicht um ein kurzzeitiges Phänomen handeln", merkte Chef-Stratege Mike O'Rourke von Jones Trading an. "Die Unternehmen dürfte die Dollar-Entwicklung und daraus entstehende Probleme nun etwas realistischer einschätzen und dies könnte für verstärkte Sorgenfalten bei den Investoren sorgen", ergänzte der Teilnehmer.

Pharma-Titel gesucht

Unter den Einzelaktien stachen Foundation Medicine ins Auge, die um 95,3 Prozent in die Höhe schossen. Der schweizerische Pharmakonzern Roche übernimmt bis zu 56,3 Prozent an dem Unternehmen. Die beiden Unternehmen wollen zusammenarbeiten, um neue Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten zu finden.

Der Pharmahersteller Shire geht auf Einkaufstour. Der in Irland beheimatete Konzern übernimmt für 5,2 Milliarden Dollar das US-Unternehmen NPS Pharmaceuticals, das auf die Behandlung seltener Krankheiten spezialisiert ist. NPS-Pharmaceuticals-Aktien sprangen gut acht Prozent in die Höhe.

Tiffany stürzten dagegen um 14 Prozent ab. Die Umsätze des US-Schmuckunternehmens sind im November und Dezember gefallen. In der Folge senkte das Unternehmen die Gewinnprognose für das abgelaufene Geschäftsjahr.

Alcoa stiegen vor Bekanntgabe der Zahlen um 0,4 Prozent auf 16,17 Dollar. Die Analysten von Nomura hatten unmittelbar vor der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal die Aktie auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel auf 23 von 15 Dollar angehoben.

Die Google-Aktie rutschte trotz positiver Analysten-Kommentare im Verlauf auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr. Nach Ansicht der Deutschen Bank sind die Sorgen bezüglich Maßnahmen der EU-Regulierer, der nachlassenden Such-Aktivitäten auf mobilen Geräten und der Zusammenarbeit mit Apple überzogen. Laut Bernstein bietet die aktuell erhöhte Volatilität eine gute Einstiegschance für langfristig orientierte Investoren. Die Google-Aktie reduzierte sich um 0,7 Prozent.

Bristol-Myers Squibb legten im Pharmasektor nach positiven Studienergebnissen um 3,1 Prozent zu. Der Speichermedienhersteller SanDisk Corp enttäuschte den Markt mit seiner Umsatzprognose, die Aktie reduzierte sich um 13,9 Prozent. Der Cornflakes-Hersteller Kellogg will den ägyptischen Keksproduzenten Bisco Misr mehrheitlich übernehmen, die Aktie verlor 1,4 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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