Wirtschaft
Shinzo Abes Regierung macht Druck auf die Notenbank, mit gelpolitischen Mitteln die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die BoJ reagiert.
Shinzo Abes Regierung macht Druck auf die Notenbank, mit gelpolitischen Mitteln die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die BoJ reagiert.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinnwoche Nr. 11: Nikkei feiert Kursfeuerwerk

Ein schwacher Yen verschafft der japanischen exportgetriebenen Wirtschaft Vorteile. Die Maßnahmen der Notenbank werfen deshalb Fragen auf, Vorwürfe der Währungsmanipulation werden laut. Japans Regierung versucht sie zu entkräften. Den Anlegern ist's egal, sie sind in Kauflaune und lassen die Kurse kräftig steigen.

Mit einem deutlichen Aufschlag hat Tokios Börse auf die anhaltende Schwäche des Yen reagiert. Zu den Kursgewinnen trugen Analysten zufolge außerdem Erwartungen bei, dass wegen der Yen-Schwäche die Prognosen vieler Unternehmen für das im April beginnende Geschäftsjahr positiv ausfallen dürften. "Wir können uns in den nächsten Monaten auf weitere gute Nachrichten sowohl vom Heimatmarkt als auch von der Weltwirtschaft freuen", sagte Nobuhiko Kuramochi, Marktstratege bei Mizuho Securities. An anderen wichtigen Märkten ging es dagegen bergab. Die Apple-Bilanz wirkte nach und belastete vor allem Technologiewerte.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index beendete den Handel 2,9 Prozent höher bei 10.926 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,2 Prozent auf 917 Zähler. Damit schloss der Nikkei die elfte Woche in Folge mit Zuschlägen. Nach Reuters-Daten ist dies die längste Gewinnstrecke, die der Nikkei auf Wochensicht jemals verzeichnete.

Grund für den Optimismus war der weitere Wertverlust der japanischen Währung. Der Yen hat seit Mitte November deutlich an Wert eingebüßt. Die neue Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe übt massiven Druck auf die Zentralbank des Landes aus, um mit Konjunkturstimuli für eine Abwertung des Yen zu sorgen. Erst am Dienstag hatte die japanische Notenbank ihr Inflationsziel auf 2,0 Prozent verdoppelt. Der Dollar kletterte am Freitag mit 90,695 Yen auf den höchsten Stand seit Juni 2010. Der Euro stieg auf 121,32 Yen, das höchste Niveau seit April 2011.

Optimismus pur

Analyst Toshiyuki Kanayama sieht es nur noch als eine Frage der Zeit an, wann der Nikkei die 11.000er Marke knackt. Neben dem weiter schwach erwarteten Yen dürften auch eine Erholung der globalen Konjunktur und gute Unternehmensergebnisse für Auftrieb sorgen. "Der Austausch an der Spitze der Notenbank in wenigen Monaten wird trotz des jetzt schon zu beobachtenden Hypes noch einmal eine große Sache für den Markt werden. Und auch technisch steht einem Anstieg auf über 11.000 Punkte nichts entgegen", so der Experte weiter. Zuletzt lag der Index im Mai 2010 oberhalb von 11.000 Punkten.

Exportwerte gefragt

Vom schwächeren Yen profitiert vor allem die Exportwirtschaft. So verbuchten denn auch Unternehmen wie Panasonic, Toshiba oder Nissan die höchsten Gewinne von teilweise bis zu 5 Prozent. Zum Kursanstieg bei Toyota trug zudem eine Kooperation mit BMW bei. Die beiden Autobauer machen bei der Entwicklung alternativer Autoantriebe und Leichtbau-Technologie gemeinsame Sache.

An weiteren Märkten in Fernost gab es hingegen Verluste. Vor allem in technologiestarken Ländern wie Taiwan und Südkorea gingen die Kursbarometer nach unten. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verzeichnete ein Minus von 0,5 Prozent, wobei die Börse in Sydney weiter von Hoch zu Hoch eilt. Diesmal ging es um 0,5 Prozent nach oben. An den chinesischen Börsen  sprachen Marktteilnehmer von Gewinnmitnahmen, nachdem in Shanghai zuletzt ein Achtmonatshoch erreicht wurde.

Samsung belastet

In Südkorea wirkte die Enttäuschung über die Apple-Bilanz nach. Der US-Konzern verfehlte trotz eines neuen Rekords mit seinem Umsatz und seinen iPhone-Verkäufen im letzten Quartal die hohen Erwartungen. Zulieferer des erfolgsverwöhnten Konzerns verzeichneten weitere Kursverluste. Zudem tritt der südkoreanische Elektronikriese Samsung auf die Investitionsbremse. Der Konzern spürt eine Verlangsamung des Wachstums im Smartphone-Markt und eine abflauende Nachfrage nach Computerchips. Unter anderem zeichnet sich ab, dass der Rivale Apple weniger Mikroprozessoren bei Samsung für seine iPhones und iPads einkauft. Die Aktien büßten 2,5 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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