Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Warten auf den Job-Bericht: Nikkei hält sich zurück

Vor den Arbeitsmarktdaten aus den USA gehen Händler in Asien keine größeren Engagements ein. Fällt die Meldung wie erwartet aus, dürfte das vor allem Auto- und Technologiewerte treiben. Bis dahin setzen die Indizes leicht zurück.

Trotz guter Wirtschaftsdaten aus China war die Stimmung an den meisten ostasiatischen Börsen eher gedämpft. Nur in Sydney legten die Aktienkurse deutlicher zu. Der Grund für die Zurückhaltung der Anleger: Am frühen Nachmittag deutscher Zeit, wenn die Börsen in Ostasien längst geschlossen sind, wird die US-Regierung ihren Arbeitsmarktbericht, die sogenannten Payrolls, für Juni vorlegen.

Auf diesen Termin starren Anleger weltweit wie das sprichwörtliche Kaninchen auf die Schlange. Vorher steht noch der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Daher halten die Investoren überall still, bis diese Ereignisse überstanden sind.

So erholten sich zwar die Börsen in Schanghai und Hongkong nach überzeugenden Daten aus dem chinesischen Dienstleistungssektor von anfänglichen Verlusten, von Euphorie war indessen nichts zu spüren. In Schanghai gewannen die Kurse im Schnitt 0,2 Prozent, in Hongkong tendierten sie immer noch knapp behauptet. Der von der Bank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor stieg im Juni auf 53,1 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit März vergangenen Jahres. Im Mai erreichte der Index einen Stand von 50,7.

Die verschiedenen, behutsamen Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Stimulierung der Wirtschaft zeigten Wirkung, sagt Zeng Xianzhao, Analyst bei Everbright Securities. In der Folge fassten die Anleger wieder Vertrauen in den Aktienmarkt.

Fonds kauften vorzugsweise niedrig bewertete Aktien von Stahlherstellern. Dahinter stand die Erwartung, dass im Zuge der Konjunkturerholung im dritten Quartal die Rohstoffbestände wieder aufgestockt würden. Angang Steel gewannen 2,3 Prozent, Maanshan Iron & Steel 1,3 Prozent und Baoshan Iron & Steel 0,6 Prozent. Auch Aktien der Metallbranche waren gesucht, nachdem die Preise der entsprechenden Rohstoffe gestiegen waren. Jiangxi Copper rückten um 2,1 Prozent vor, Chalco um 1,3 Prozent und Western Mining um 1,3 Prozent.

In Sydney stieg der S&P/ASX-200 um 0,7 Prozent. China ist wichtigster Abnehmer australischer Rohstoffe, weshalb die chinesischen Konjunkturdaten den Aktien australischer Bergbauunternehmen Auftrieb gaben. Diese profitierten ebenfalls davon, dass einige Rohstoffpreise über Nacht gestiegen sind. Fortescue verteuerten sich um 5,2 Prozent. BHP Billiton gewannen 1,0 Prozent und Rio Tinto 0,7 Prozent.

Der Australische Dollar geriet unterdessen kräftig unter Druck, nachdem der Gouverneur der Reserve Bank of Australia Zinserhöhungen vorerst ausgeschlossen hatte. Der Immobilienmarkt rechtfertige keine höheren Zinsen, sagte Notenbankchef Glenn Stevens. Er fügte hinzu, dass die Anleger derzeit unterschätzten, wie tief die heimische Währung fallen könnte. Der "Aussie" kostete 0,9375 US-Dollar. Im späten New Yorker Handel ging er mit 0,9443 US-Dollar um.

An der Börse in Tokio sanken die Kurse leicht. Der Umstand, dass der Yen zum US-Dollar nachgegeben hatte, vermochte dem Markt keinen Auftrieb zu geben. Der Nikkei-225-Index fiel um 0,1 Prozent auf 15.348 Punkte. Aktien von Toshiba gewannen gegen den Trend 2,5 Prozent. Die Toshiba-Tochter Westinghouse Electric dürfte laut einem Nikkei-Bericht in den kommenden Tagen den Auftrag zum Bau eines Kernreaktors erhalten.

Am Devisenmarkt notierte der Euro mit rund 1,3660 US-Dollar ungefähr auf dem Niveau, auf das er nach der Veröffentlichung des ADP-Arbeitsmarktberichts am Mittwoch gefallen war. Der Bericht des privaten Dienstleisters ADP hatte für Juni einen überraschend deutlichen Stellenaufbau in den USA ausgewiesen.

Die Preise für Gold und Öl gaben leicht nach. Die Feinunze Gold ermäßigte sich um 0,4 Prozent auf 1.322 Dollar. Hier wurden Gewinne mitgenommen, nachdem der Goldpreis am Mittwoch auf den höchsten Stand seit Ende März gestiegen ist. Das Barrel Öl der US-Sorte WTI kostete 104,05 Dollar nach 104,48 Dollar im späten US-Handel. Beim Ölpreis wurden einerseits abermals die Risiken des Irakkonflikts ausgepreist, der Ölförderung und -export des Landes bislang nicht beeinträchtigt hat. Andererseits belastete die Aussicht auf ein höheres Angebot an libyschem Öl, nachdem die libysche Regierung zwei wichtige Ölhäfen zurückerobert und sich mit den Rebellen geeinigt hat.

Quelle: n-tv.de

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