Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Hongkongs Börse schwächelt: Nikkei markiert neues Sieben-Jahres-Hoch

Den vierten Tag in Folge geht es mit dem Nikkei an der Tokioter Börse nach oben. Als Kurstreiber wirkt der im Verhältnis zum Dollar schwache Yen, der vor allem den Stark vom Export abhängigen Firmen entgegenkommt.

Die Stimmung an den Börsen in Ostasien ist unverändert gut. Die Indizes in Sydney, Tokio und Shanghai haben am Mittwoch ihre Erholungs- beziehungsweise Rekordjagd weiter fortgesetzt. Eine gute Vorlage lieferte zunächst die Wall Street, an der die Kursgewinne bei den Ölwerten für das 32. Rekordhoch in diesem Jahr im Dow-Jones-Index sorgten. Zudem kam kein Störfeuer vom offiziellen Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor aus China, der nach seinem Neunmonatstief im Oktober minimal auf 53,9 im November zulegte.

An der Börse in Tokio setzte sich die Aufwärtsbewegung bereits den vierten Tag in Folge fort, der Nikkei-Index schloss 0,3 Prozent fester bei 17.720 Punkten und damit auf einem neuen Sieben-Jahres-Hoch. Dabei unterstützte die Schwäche im Yen den Aktienmarkt.

Der Dollar markierte mit 119,43 Yen ein Jahreshoch nach jüngst gut ausgefallenen US-Konjunkturdaten. Für viele Marktteilnehmer ist es nur eine Frage der Zeit, wann die 120er Marke fallen wird, zumal sich Spekulationen über eine weitere Lockerung der bereits expansiven japanischen Geldpolitik hartnäckig halten. Ein schwacher Yen hilft vor allem den heimischen Unternehmen, die stark vom Export abhängig sind.

Nach einer Berg- und Talfahrt schloss der Shanghai-Composite-Index 0,6 Prozent fester. Seit der überraschenden Zinssenkung durch die Notenbank in China am 21. November kletterte der Aktienindex bisher täglich um mindestens 1 Prozent. Dabei griffen die Anleger verstärkt bei Blue Chips aus dem Minen-, Energie- oder dem Finanzsektor zu.

Hongkong tendiert gegen den Trend schwächer

Enttäuschende Konjunkturdaten gab es dagegen aus Australien. Dort ist die Wirtschaft im dritten Quartal mit einem Plus von 0,3 Prozent schwächer als erwartet gewachsen. Der starke Preisverfall bei den Metallen belastet das Wachstum in dem rohstoffreichen Land. Der Australische Dollar kam mit der Meldung unter Druck und fiel auf 0,8400 zurück von zuvor gut 0,8450 US-Dollar. Er notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit vier Jahren.

Mit den schwachen Daten wächst an der Börse in Sydney aber die Erwartung, dass die Notenbank die Leitzinsen in der zweiten Jahreshälfte 2015 senkt. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schrittes wird am Zinsmarkt nun mit 92 Prozent eingepreist, nach 70 Prozent am Vortag. Die Börse in Sydney schloss 0,8 Prozent fester.

Gegen den Trend schwächer tendierte die Börse in Hongkong. Den Grund liefert der HSBC-Einkaufsmanager-Index für November. Zwar legt der Index nach einem Dreijahrestief im Vormonat auf 48,8 Prozent zu, damit notiert der Index allerdings weiterhin deutlich unter der Marke von 50 Prozent, die für wirtschaftliches Wachstum steht.

"Die Wirtschaft in Hongkong schwächelt, obwohl der Rückgang zunächst gestoppt werden konnte", schreibt die HSBC. Die Proteste der Demokratie-Bewegung hätten in den vergangenen Wochen zumindest das Sentiment belastet. Mit einer anhaltenden Nachfrageschwäche aus China sehen die Strategen ein Risiko, dass die Wirtschaft in Hongkong in den kommenden Monaten nicht auf den Wachstumspfad zurückfindet.

Quelle: n-tv.de

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