Wirtschaft
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Zurückhaltung vor Schotten-Wahl: Nikkei mit minimalem Minus

Vor der wohl wegweisenden Sitzung der US-Notenbank, bei der eine Zinsentscheidung erwartet wird, zeigen Asiens Börsen uneinheitliche Reaktionen. Während in China Berichte über eine Geldspritze für Banken das Geschäft belebt, geht es in Tokio leicht bergab.

An den ostasiatischen Börsen haben positive Vorzeichen überwogen. Gute Vorgaben der Wall Street ließen die Anleger mutiger agieren. Mit Blick auf die US-Notenbanksitzung, deren Ergebnis am Abend deutscher Zeit veröffentlicht wird, schienen die Investoren ebenfalls etwas gelassener, nachdem die in den USA anstehende Zinswende in den vergangenen Tagen die Märkte gelähmt hatte.

In Tokio schlossen die Aktienkurse knapp im Minus. Unter anderem stützte die Spekulation, dass die US-Notenbank noch nicht so bald die Zinsen erhöhen wird. Einen Tag nach der Fed-Sitzung, nämlich am Donnerstag, steht aber das Referendum über eine Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien an. Deshalb hätten sich viele Anleger zurückgehalten, sagte Yutaka Miura, Analyst bei Mizuho Securities.

Der Nikkei-Index für 225 führende Werte notierte zum Handelsende ein Minus von 22,86 Punkten oder 0,14 Prozent beim Stand von 15.889 Punkten. Der breit gefasste Topix gab um 5,90 Punkte oder 0,45 Prozent auf den Stand von 1305 Zählern nach.

Ein Bericht über einen geplanten Abbau von 10 Prozent seiner Arbeitsplätze ließ die Pioneer-Aktie um 1,6 Prozent fallen. Das Unternehmen trennt sich darüber hinaus von den Geschäftsbereichen DJ sowie Audio und Video. Nach Börsenschluss kamen schlechte Nachrichten von Sony. Der Konzern wird das laufende Geschäftsjahr voraussichtlich mit einem größeren Verlust abschließen als bislang erwartet. Das dürfte die Aktie, die am Mittwoch um 1,8 Prozent fiel, am Donnerstag nochmals drücken.

Chinas Zentralbank soll größten Banken Kredite gewähren

Zur Entspannung trug ein Medienbericht bei, wonach die chinesische Zentralbank den fünf größten Banken des Landes eine Liquiditätsspritze verpasst. Der Shanghai-Composite-Index gewann 0,5 Prozent, nachdem er am Dienstag um 1,8 Prozent nachgegeben hatte.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal", das sich auf einen hochrangigen Bankmanager beruft, stellt die People's Bank of China den fünf größten staatlichen Banken umgerechnet 63 Milliarden Euro in Form dreimonatiger Niedrigzinskredite zur Verfügung. Der Umfang der Stimulusmaßnahme entspreche einer Kürzung der Mindestreserve, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank hinterlegen, um 0,50 Prozentpunkte.

Die Finanzierung sei nicht explizit an Bedingungen geknüpft, doch dürfte die Zentralbank den Geldinstituten empfehlen, die Kredite in Wirtschaftsbereiche zu schleusen, welche die Regierung für wichtig hält. Dazu gehörten unter anderem der soziale Wohnungsbau sowie private und kleine Unternehmen. Mit der Maßnahme reagiere die People's Bank of China (PBoC) auf die in jüngster Zeit schwächeren chinesischen Konjunkturdaten, hieß es. Die NordLB sieht das etwas anders. Wenn die PBoC tatsächlich von der Befürchtung getrieben worden wäre, dass es zu einer "harten Landung" der Wirtschaft kommen könnte, hätte sie zu weitaus umfangreicheren Maßnahmen gegriffen, meinte Analyst Frederik Kunze. Das nun zur Verfügung gestellte Geld diene wohl vor allem dazu, einer Kapitalknappheit entgegenzuwirken.

Nichtsdestotrotz kauften Anleger Aktien des Immobiliensektors wie China Vanke, die um 0,7 Prozent zulegten. Poly Real Estate gewannen 0,9 Prozent.

Papiere von Australiens Bergbaukonzernen steigen

In Sydney profitierten die Kurse nicht von der PBoC-Maßnahme, obwohl China wichtigster Exportmarkt Australiens ist. Die Probleme der heimischen Wirtschaft, darunter die wachsende Arbeitslosigkeit und steigende langfristige Zinsen, drückten vor allem die Kurse der australischen Banken, hieß es.

ANZ ermäßigten sich um 2,1 Prozent. Aktien der Bergbaukonzerne BHP Billiton und Rio Tinto zeigten sich etwas fester. Die chinesischen Pläne, wegen der Luftverschmutzung qualitativ minderwertige Kohle zu verbieten, dürften sein Unternehmen nicht wesentlich belasten, sagte Dean Dalla Valle, der bei BHP das Kohlegeschäft verantwortet. Der Australische Dollar legte zu. Er kostete am Mittwochvormittag rund 0,9070 US-Dollar, nach 0,9005 am Dienstag um die gleiche Zeit.

In Hongkong erholten sich die Kurse von den Verlusten des Vortags. Der Hang-Seng-Index gewann ein Prozent. Gesucht waren Finanzwerte und Aktien des Energiesektors, während die Aktien der Kasinobetreiber von einer kritischen Studie der Credit Suisse belastet wurden. Die Analysten hatten Gewinnprognosen und Kursziele für die Branche gesenkt. Wynn Macau gaben um 4,5 Prozent nach.

Quelle: n-tv.de

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