Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Ukraine-Wahl und Wall Street: Nikkei rauscht nach oben

Die japanischen Börsen beginnen die neue Woche mit einem ordentlichen Aufschlag. Treibstoff liefern guten Vorgaben aus den USA. Zudem mindert das klare Wahlergebnis in der Ukraine die Angst vor einem weiteren Aufschaukeln des Konflikts mit Russland.

Der deutliche Sieg des Milliardärs Viktor Poroschenko bei der Präsidentenwahl in der Ukraine sowie die guten Vorgaben der Wall Street haben Asiens Börsen zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit einem Jahr getrieben.

Der Sieg Poroschenkos bereits im ersten Wahlgang könnte zur Stabilisierung der Lage in der Ukraine beitragen, sagten Analysten. Das hebe die Stimmung am Markt. Das Handelsvolumen war am Montag jedoch schwach. Sowohl die Wall Street als auch der Aktienmarkt in London blieben wegen Feiertagen geschlossen, weshalb wichtige Impulse fehlten.

Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte ging mit einem Plus von einem Prozent bei 14.602 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix stieg 1,2 Prozent auf 1194 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktienmärkte außerhalb Japans legte 0,05 Prozent zu.

Poroschenkos Sieg sei zwar positiv, aber es gebe dennoch große Unsicherheiten, sagte Junya Tanase, Devisenstratege bei JPMorgan Chase Bank in Tokio. "Die weitere Entwicklung werden wir genau beobachten müssen." Größere Auswirkungen an den Märkten in Fernost hatten die Vorgaben der US-Börsen vom Freitag. Der S&P war mit einem Rekord aus dem Handel gegangen. Getragen wurde das deutliche Plus von unerwartet guten Absatzzahlen am US-Häusermarkt.

Die Europawahl hatte vor allem am Devisenmarkt Auswirkungen. Der Euro verharrte bei 1,3619 Dollar in der Nähe eines Drei-Monatstiefs. Die Wahl stärkte rechtspopulistische und EU-kritische Parteien. Im mehreren EU-Ländern wie etwa Frankreich und Dänemark landeten rechte Parteien gar auf Platz eins.

Yen-Schwäche treibt japanische Aktien

Bei den Einzeltiteln macht in Tokio einmal mehr der Yen die Kurse. Im Fokus standen Japan Display, Sony und Panasonic. Die drei Unternehmen wollen sich Insidern zufolge bei der Entwicklung neuartiger OLED-Bildschirme zusammentun. Am stärkten profitierten Sony-Aktien davon. Sie kletterten über drei Prozent. Japan Display legten knapp ein Prozent zu und Panasonic 0,3 Prozent.

Überwiegend aufwärts ging es auch an den anderen asiatischen Börsenplätzen, wenn auch nicht so kräftig wie in Japan.

Zu den Favoriten am Markt gehörten inflationssensitive Sektoren- etwa Broker oder Immobilienentwickler. Papiere von Nomura Holdings gewannen 2,3 Prozent, die Aktie von Mizuho Financial Group stieg 2,1 Prozent und J-REIT-Kenedix-Titel kletterten um 4,7 Prozent.

In China halfen stimulierende Maßnahmen vonseiten der Regierung den Aktienkursen, so wurden etwa die Beschränkungen für Hauskäufe in einigen Städten zurückgeschraubt. Außerdem sollen 80 größere nationale Investitions-Projekte für Privatanleger geöffnet werden. Zudem sagte Premierminister Li Keqiang, die Wirtschaft des Landes stabilisiere sich.

In Schanghai ging es 0,4 Prozent nach oben. Die Börsianer gingen vor allem in Bereiche, die von staatlicher Hilfe profitieren dürften. Dagegen fielen die Aktien des chinesischen Batterie- und Fahrzeugherstellers BYD um 2,7 Prozent. Das Unternehmen will mit einer Kapitalerhöhung via Hongkong 550 Millionen US-Dollar einnehmen.

In Südostasien bleibt weiterhin Thailand im Fokus. In der Vorwoche hatte sich dort das Militär an die Macht geputscht. Nach zunächst leichten Gewinnen drehte der Leitindex SET ins Minus und gab 0,7 Prozent ab. Die politische Unsicherheit habe gelastet, hieß es. Die Börse in Australien zeigte sich wenig beeindruckt von einer Analyse der Deutschen Bank, die die Jahresendprognose für den S&P/ASX 200 auf 5700 von 6000 Punkten gesenkt hat. Der Index gewann 0,4 Prozent auf 5.513 Punkte.

Quelle: n-tv.de

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