Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Air-Asia-Aktie unter Druck: Nikkei schließt mit Verlusten

Beflügelt von der Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik legen die Märkte in Schanghai und Hongkong deutlich zu. Auch die Rekordjagd an der Wall Street sorgt für gute Stimmung. Japans Nikkei leidet hingegen unter enttäuschenden Wirtschaftsdaten.

Aufwärts geht es am Montag an den meisten Börsen in Ostasien. In China sorgen Anzeichen für eine lockere Geldpolitik der Notenbank zur Ankurbelung der Wirtschaft weiter für gute Stimmung und deutliche Kursgewinne sowohl in Schanghai wie auch in Hongkong. Davon profitierte auch der Aktienmarkt in Sydney, der um 1,5 Prozent zulegte. China ist für das Rohstoffland Australien der wichtigste Abnehmer, so dass Hoffnungen auf eine anziehende Konjunktur im Reich der Mitte für Kursfantasie sorgen.

Anders sieht es dagegen in Tokio aus. Dort legte der Nikkei-Index nur anfangs zu, gestützt von einem umgerechnet 24 Milliarden Euro schweren Konjunkturpaket der jüngst wiedergewählten Regierung unter Ministerpräsident Abe. Die neuesten Preisdaten aus Japan hatten einen erneut enttäuschenden Preisauftrieb von lediglich 0,7 Prozent im November gezeigt nach 0,9 Prozent im Monat zuvor. Dann sorgte aber ein Bericht über einen möglichen Ebola-Fall in Japan für einen Richtungswechsel. Der Nikkei-Index ging mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 17.730 Punkte aus dem Tag.

Der Shanghai-Composite-Index erreichte derweil im Tageshoch mit gut 3220 Punkten das höchste Niveau seit Januar 2010. Im Späthandel stieg er um 1,7 Prozent auf 3210 Zähler. Am vergangenen Donnerstag und Freitag hatte der Index bereits um über 6 Prozent zugelegt. Hauptgewinner sind Aktien aus dem Finanzsektor, die von einer lockereren Geldpolitik besonders profitieren. Der entsprechende Subindex legt um rund 3 Prozent zu. In Hongkong, wo Händler von Nachholbedarf mit Blick auf die Rally in Schanghai sprechen, springen die Kurse von New China Insurance und China Pacific Insurance um gut 14 beziehungsweise gut 12 Prozent nach oben.

Air Asia wegen verschwundenem Flugzeug unter Druck

Die chinesische Zentralbank ergreift offenbar konkrete Maßnahmen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Wie mit den Vorgängen vertraute Bankenvertreter bereits am Mittwoch berichteten, will die Notenbank die geltenden Regelungen lockern, um den Banken eine höhere Kreditvergabe zu ermöglichen. Bei einer Zusammenkunft habe die People's Bank of China (PBOC) angekündigt, die bisherigen Vorschriften zu lockern, so die Bankmanager. Der Schritt erlaube es den Banken, ihre Einlagen großzügiger zu berechnen, was ihnen mehr Raum für die Ausreichung von Krediten gäbe. Analysten schätzen, dass der Schritt gleichbedeutend mit einer Infusion von 1,5 Billionen Yuan - umgerechnet knapp 200 Milliarden Euro - in das Bankensystem wäre.

Für die weit verbreitete gute Stimmung sorge auch die Rekordjagd an der Wall Street, heißt es an den Aktienmärkten der Region. So markierte der Dow-Jones-Index zuletzt sein 38. Jahreshoch, der S&P-500 sogar sein 52. "Der Markt profitiert von einem soliden Momentum zum Jahresausklang. Der Dollar sieht weiter 'bullish' aus, während gleichzeitig die US-Daten zunehmend auf eine ideale, sich moderat erholende Wirtschaft hindeuten bei einer gleichzeitig kurzfristig nicht zu sehenden Zinserhöhung", so Aktienexperte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities.

Bei den Einzelwerten steht in Malaysia der Kurs des Billigfliegers Air Asia unter Druck, nachdem eine Maschine mit 162 Passagieren offenbar abgestürzt ist.

Quelle: n-tv.de

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