Wirtschaft
In Japan hilft auch der im Verhältnis zum Yen festere US-Dollar.
In Japan hilft auch der im Verhältnis zum Yen festere US-Dollar.(Foto: AP)

Schanghai-Index schießt nach oben: Nikkei schließt stark verbessert

In Japan greifen die Anleger wieder zu. Ein wichtiger Grund ist, dass es am zuletzt arg gebeutelten Rohstoffmarkt mit den Preisen leicht bergauf geht. So verzeichnet der japanische Nikkei am Donnerstag ein sattes Plus. Auch in Schanghai steigen die Kurse.

Kursgewinne auf breiter Front an den ostasiatischen Aktienmärkten. Die Erholung der Rohstoffpreise nach den teils kräftigen Verlusten am Vortag sorgte am Donnerstag bei den Anlegern für Erleichterung. Während es an den meisten Börsen moderat nach oben ging, schoss der Index in Schanghai regelrecht um 3,5 Prozent nach oben. In Tokio erholte sich der Nikkei-Index von den Verlusten der Vortage um immerhin 1,9 Prozent auf 17.108 Punkte. Das war das größte Tagesplus seit knapp einem Monat.

Nach dem Absturz des Kupferpreises setzte sich dort die im Tagesverlauf am Mittwoch bereits begonnene Erholung fort. Bei den Ölpreisen ging es dagegen wieder leicht abwärts nach dem kräftigsten Tagesplus seit über zwei Jahren.

Ölaktien gehörten am Donnerstag in der gesamten Region zu den größeren Gewinnern, Rohstoffaktien tendierten dagegen eher uneinheitlich, weil hier die Verunsicherung nach dem jüngsten Preisabsturz noch nachwirkte. "Diese Aktien sind derzeit absolut unbeliebt", sagte Chris Weston von IG, und weiter: "Es gibt keinen Grund, warum man die derzeit haben sollte".

Der Börse in Tokio kam auch der wieder steigende Dollar zugute, nachdem der Yen am Mittwoch im Zuge der zunehmenden Risikoscheu der Anleger noch auf ein Einmonatshoch knapp über 116 je Dollar gestiegen war. Zuletzt ging der Dollar mit 117,600 Yen um. Schwächer als erwartet ausgefallene Aufträge für die japanischen Maschinenbauer im November wurden dagegen ignoriert. Die Daten gelten ohnehin als sehr schwankungsanfällig.

Finanzsektor an Schanghai-Börse beliebt

In Schanghai waren neben Ölaktien vor allem Titel aus dem Finanzsektor gesucht, die maßgeblich für das kräftige Tagesplus verantwortlich zeichneten. Hintergrund waren die neuesten Daten zur Kreditvergabe im Dezember. Zwar sei das Volumen niedriger ausgefallen als gedacht, es sei aber immer noch der beste Dezember seit 2009 gewesen. "Im Markt hatte es im Vorfeld Bedenken und Sorgen vor einer negativen Überraschung gegeben. Die tatsächlichen Zahlen wirken aber eindeutig beruhigend", kommentierte Marktexperte Gerry Alfonso von Shenyin & Wanguo Securities.

Außerdem habe ein Bericht im offiziellen China Securities Journal die Stimmung für den Finanzsektor aufgehellt, wonach die Zentralbank die Berechnungsgrundlagen für die Ermittlung der Einlagensätze verändern will. Dies dürfte den Kreditvegabespielraum der Finanzhäuser erhöhen, hieß es. Bei den Einzelwerten legten beispielsweise Bank of China um 6,1, Huaxia Bank 5,9 und Ping An Insurance um 6,8 Prozent zu.

An der Börse in Sydney ging es auch am Donnerstag noch einmal bergab. Der S&P/ASX 200 verlor 0,4 Prozent, was Händler vor allem mit Nachwehen der gesunkenen Rohstoffpreise begründeten. Schließlich hatten einige Analysehäuser ihre Preisprognosen für Eisenerz, thermische Kohle und andere Rohstoffe gesenkt. Die Schwergewichte Rio Tinto und BHP Billiton verloren 2,5 beziehungsweise 1,1 Prozent an Wert. Fortescue Metals gaben um 3 Prozent nach.

Indische Börse in Mumbai legt kräftig zu

Die Börse in Seoul zeigte sich wenig bewegt nach der wie erwartet ausgefallenen Zinsentscheidung der Notenbank des Landes. Sie hat die Leitzinsen auf dem bisherigen Niveau bestätigt. Volkswirte sehen die Zentralbank dennoch unter Druck, wegen der schwachen Nachfrage ihre Geldpolitik zu lockern. Bestätigt wird diese Einschätzung durch gesenkte Prognosen der Notenbanker für Wachstum und Inflation. Samsung gaben 0,8 Prozent ab, nachdem das Unternehmen entgegen anders lautenden Berichten wohl nicht an einer Übernahme von Blackberry interessiert zu sein scheint.

Eine überraschende Zinssenkung in Indien um 0,25 Punkte auf 7,75 Prozent - die erste seit rund zwei Jahren - sorgte derweil an der Börse in Mumbai für ein kräftiges Plus von rund 3 Prozent. Eine Zinssenkung habe zwar im Raum gestanden - wegen des geringen Preisauftriebs als Folge der gesunkenen Ölpreise -, zum jetzigen Zeitpunkt habe man damit aber noch nicht gerechnet, so ein Teilnehmer. In Japan wurde die Suzuki-Aktie von dem Zinsschritt um 4,5 Prozent nach oben getrieben, weil die indische Tochter rund ein Drittel des indischen Pkw-Markts dominiert.

Quelle: n-tv.de

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