Wirtschaft
Fast 433 Punkte verloren: Der Nikkei muss vor dem Wochenende schwer büßen.
Fast 433 Punkte verloren: Der Nikkei muss vor dem Wochenende schwer büßen.(Foto: AP)

Schwere Kursverluste in Japan: Nikkei schließt tiefrot

Im Tokioter Aktienhandel zeigen die Trendpfeile vor dem Wochenende steil nach unten: Der japanische Leitindex gibt fast drei Prozent nach. Der Auslöser liegt für Händler auf der Hand. Die schwachen Ergebnisse von Canon und Advantest sprechen eine deutliche Sprache.

Enttäuschende Unternehmenszahlen und ein stärkerer Yen haben den japanischen Aktienmarkt zum Wochenschluss deutlich ins Minus gedrückt. In Tokio ging der Nikkei zum Wochenschluss mit einem Abschlag von fast drei Prozent ins Wochenende. Anleger reagierten unter anderem auf die gekappte Gewinnprognose des Kameraherstellers Canon.

Unter dem Druck des erstarkenden Yen ging es auch mit weiteren Exporttiteln wie etwa Toyota und Honda nach unten. Auf die Stimmung drückten darüber hinaus Advantest mit einem operativen Verlust und Yahoo Japan mit einem Ergebnis unter den Erwartungen. Viele Investoren warteten nun zunächst auf weitere Quartalsberichte, sagte Yutaka Miura von Mizuho Securities.

Der Nikkei-Index mit 225 führenden Werten der japanischen Unternehmenslandschaft schloss knapp 2,97 Prozent im Minus bei 14.129 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte dagegen 0,4 Prozent zu. An den Rohstoffmärkten gab Rohöl um 0,2 Prozent auf 105,32 Dollar je Barrel nach. Der Euro präsentierte sich im asiatisch geprägten Devisenhandel noch weitgehend stabil: Ein Euro wurde mit 1,3277 Dollar bewertet. Zum Yen tendierte die Gemeinschaftswährung mit 131,06 Yen. Der Dollar gab zur japanischen Währung nach auf 98,70 Yen.

Die neue Stärke des Yen machte exportorientierten Auto- und Technologiekonzernen zu schaffen. Die Aktien von Toyota gaben 3,6 Prozent nach, Honda verloren 2,7 Prozent. Sony-Papiere büßten 3,4 Prozent an Wert ein. Doch vor allem die Ergebnisse von Canon und Advantest drückten auf die Stimmung. Canon-Anteilsscheine verbilligten sich um 2,5 Prozent. Bereits am Vortag waren die Aktien des weltgrößten Herstellers von Digitalkameras um 5,4 Prozent abgerutscht. Advantest stürzten 9,7 Prozent ab. Der Anlagenbauer in der Halbleiterindustrie gilt als Indikator für die Geschäftsaussichten der japanischen Hightech-Branche.

Als mittel- bis langfristig positiv für den Tokioter Aktienmarkt schätzten Experten die Fortschritte Japans im Kampf gegen die Deflation ein. Die Verbraucherpreise zogen im Juni wieder an - erstmals seit 14 Monaten. Die "Abenomics" genannte Wirtschaftspolitik von Ministerpräsident Shinzo Abe zeige Wirkung, sagte Nobuhiko Kuramochi von Mizuho Securities. Abe setzt auf aggressive Wachstumsimpulse.

Sowohl die Geldpolitik der Notenbank und als auch die Fiskalpolitik der Regierung sind ausgesprochen locker. Im ersten Quartal wuchs die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft stärker als alle anderen großen Industriestaaten. Zuletzt konnte sich Abe bei Parlamentswahlen eine komfortable Mehrheit im japanischen Oberhaus sichern. Beobachtern zufolge hat er damit bis auf weiteres freie Hand, die Wirtschaftspolitik nach seinen Vorstellungen zu gestalten.

In Südkorea richtete sich der Blick auf die Aktien des erfolgsverwöhnten Smartphone-Weltmarktführers Samsung. Der Technologieriese erwartet zwar weiter zulegende Gewinne, stellt sich aber auf eine Abschwächung des Absatzwachstums im weltweiten Smartphone-Geschäft im laufenden Quartal ein. Die Papiere notierten 0,9 Prozent im Minus.

Quelle: n-tv.de

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