Wirtschaft
Toyota legt zu, den Nikkei freut's.
Toyota legt zu, den Nikkei freut's.(Foto: picture alliance / dpa)

China hilft Asien-Börsen: Nikkei so hoch wie lange nicht

Nach mehr als einem Jahr stehen die Zeichen in Chinas Industrie wieder auf Wachstum. Das freut die Anleger an den asiatischen Aktienmärkten und pusht die Kurse vor allem in Japan. Exportwerte sind gefragt, allen voran Auto-Titel. Der Nikkei profitiert.

Neuen Rückenwind haben die asiatischen Börsen am Donnerstag von ermutigenden Konjunkturdaten aus China erhalten. Seit mehr als einem Jahr stehen die Zeichen in Chinas Industrie wieder auf Wachstum, wie aus dem vorläufigen Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC hervorgeht. "Die Daten legen nahe, dass das Wachstum Chinas im dritten Quartal die Talsohle durchschritten hat und die Aussichten für mittelständische Firmen in China sich aufhellen", sagte Naohiro Niimura von Market Risk Advisory.

Die Optimisten an den Märkten wurden zudem gestärkt durch die Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas. Ferner setzten die Anleger verstärkt darauf, dass es nach den jüngsten Verzögerungen in der kommenden Woche eine Einigung der Euro-Länder über die Griechenland-Hilfe geben wird. Dies gab auch dem Euro Auftrieb, der leicht zulegte auf 1,2848 Dollar.

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Am Tokioter Aktienmarkt ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,6 Prozent höher auf knapp 9367 Punkten aus dem Handel. Dies war der höchste Schlussstand seit sechseinhalb Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,2 Prozent auf 776 Zähler.

Auftrieb gab hier auch der anhaltende Wertverlust des Yen, der die Nachfrage nach Exportwerten beflügelte. Der Yen tendierte zum Dollar zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit siebeneinhalb Monaten, weil viele Anleger davon ausgingen, dass die japanischen Notenbank nach der Parlamentswahl im Dezember zu einer aggressiveren Stimulierung der Konjunktur gedrängt wird. Diese Aussicht locke zunehmend auch wieder ausländische Investoren an den Markt, sagte Tetsuro Ii, Chef von Commons Asset Management.

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Gefragt waren unter anderem die Anteilscheine von Canon, die sich um 3,3 Prozent verteuerten. Die Aktien von Toyota gewannen 2,3 Prozent, obwohl der Autobauer etwa 160.000 Pickups in den USA und Kanada in die Werkstätten rief, weil die unter den Fahrzeugen befestigten Ersatzreifen abfallen könnten.

Auch die Titel des Telekommunikationsunternehmens Softbank sprangen deutlich an. Damit erholt sich die Aktie von ihren herben Kursabschlägen, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, den US-Telekomanbieter Sprint Nextel zu kaufen. Dies habe vor allem das Kaufinteresse von ausländischen Investoren geweckt,so Analysten.

Die Aktienmärkte in China zeigten sich uneinheitlich. Während in Hongkong der Hang-Seng um 0,5 Prozent anzog, gab der Shanghai Composite wegen fehlender neuer politischer Impulse 0,5 Prozent ab. In Hongkong lag die Aktie des Telekommunikationsunternehmens China Unicom um 2,5 Prozent zu. Das Unternehmen hatte angekündigt, für 12,2 Mrd. Yuan Teile des Festnetzgeschäfts seiner chinesischen Mutter abzukaufen.

Für den Rest der Woche dürften sich die Aktienmärkte in ruhigem Fahrwasser bewegen, da in den USA das Thanksgiving-Wochenende ansteht und auch in Japan die Börsen wegen des Feiertags "Arbeitsdank-Tag" am Freitag geschlossen bleiben.

Quelle: n-tv.de

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