Wirtschaft
Die Japaner geben weniger Geld aus.
Die Japaner geben weniger Geld aus.(Foto: AP)

Chinas Börsen im Minus: Nikkei trotzt mauen Konjunkturdaten

Der positive Handelsverlauf an der New Yorker Wall Street strahlt auch Fernost aus. Trotz unbefriedigender Daten bewegt sich der japanische Nikkei leicht nach oben. Aus der Reihe tanzen einmal mehr die chinesischen Börsen.

Angeführt von den Börsen in Tokio und Sydney geht es an den ostasiatischen Aktienmärkten am Freitag überwiegend aufwärts. Rückenwind kommt aus den USA, wo gute Ergebnisse der Unternehmen an Wall Street für eine freundliche Tendenz gesorgt hatten. Zudem gibt es keine Störfeuer von der Ölfront. Nachdem sich die Ölpreise am Vortag im späten Geschäft deutlich erholt haben, zeigen sie sich im asiatisch dominierten Geschäft gut behauptet.

In Sydney hat der Markt mit einem Plus von 0,3 Prozent erneut im Plus geschlossen, in Tokio legt der Nikkei-Index um 0,4 Prozent zu und schließt bei 17.674 Punkten. Der Kospi-Index in Seoul liegt gut behauptet, kann von besser als erwartet ausgefallenen Daten zur Industrieproduktion im Dezember aber nicht stärker profitieren. Die schwer gewichtete Samsung-Aktie legt am Tag nach der Ergebnisvorlage um 0,6 Prozent zu.

Erneut abwärts geht es dagegen an den Börsen in Hongkong und Shanghai im Vorfeld der am Wochenende zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Gewerbe. Zuletzt hatten sowohl der von HSBC als auch der offizielle Index um die Expansionsschwelle von 50 gependelt. Dass Anfangsgewinne in Shanghai wieder verloren gehen, erklären Teilnehmer mit den andauernden Untersuchungen bei einer ganzen Reihe von Unternehmen im Zusammenhang mit kreditfinanzierten Aktiengeschäften, die Peking eindämmen will.

In Tokio bestimmen vor allem Unternehmenszahlen das Geschehen, während eine Reihe von Konjunkturdaten eher untergeht. So wuchs die japanische Industrieproduktion im Dezember um 1 Prozent, etwas schwächer als mit 1,3 Prozent prognostiziert. Und auch der Preisauftrieb sowie die Ausgaben privater Haushalte blieben hinter den Prognosen zurück. "Die Unternehmensgewinne sind der Haupttreibstoff für den Markt, die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken weltweit sind inzwischen eingepreist", kommentiert Hiroichi Nishi, Aktienexperte bei SMBC Nikko Securities.

Toshiba legen um 3 Prozent zu, obwohl das operative Ergebnis hinter den Erwartungen zurückblieb. Das Unternehmen habe aber dennoch an seinem Ausblick festgehalten und außerdem wegen des harten Preiswettbewerbs in Nordamerika angekündigt, dort keine TV-Geräte mehr zu verkaufen, heißt es im Handel zu dem Kursplus. SoftBank verlieren dagegen 3 Prozent - belastet vom Kurseinbruch bei Alibaba. Softbank ist an Alibaba beteiligt.

Nippon Steel & Sumitomo Metal kommen um über 3 Prozent zurück - belastet von einem gesenkten Ausblick und ungeachtet eines besser als erwartet ausgefallenen Quartalsergebnisses. "Diese Ausblicksenkung war sicher auch der Grund für das Minus gestern", sagt Nomura-Analyst Yuji Matsumoto. Hintergrund des eingetrübten Ausblicks ist eine Wertberichtigung beim Brasilien-Ableger Vallourec & Sumitomo Tubos do Brasil, letztlich verursacht durch den Absturz der Ölpreise.

In Hongkong ist die Aktie des Immobilienentwicklers Sunac China ausgesetzt, nachdem das Unternehmen eine Mitteilung angekündigt hat. Beobachter rechnen damit, dass es dabei um den von Sunac beabsichtigten Kauf von Vermögensteilen des mit finanziellen Problemen kämpfenden Wettbewerbers Kaisa Group geht.

Zu den größeren Verlierern gehören Tencent mit einem Abschlag von 2,5 Prozent. Die Aktie des Onlinespieleanbieters und sozialen Netzwerks werde in Sippenhaft genommen nach den enttäuschenden Ergebnissen von Alibaba, heißt es. Die Alibaba-Aktie war in New York um fast 9 Prozent eingebrochen. BOC Hong Kong profitieren von Plänen, sich von einigen Vermögensteilen zu trennen. Die Aktie gewinnt 3,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen