Wirtschaft
Später Juni in Shanghai: Unweit des Pudong-Viertels unterhalten sich Arbeiter und Angestellte über die aktuellen Börsengänge.
Später Juni in Shanghai: Unweit des Pudong-Viertels unterhalten sich Arbeiter und Angestellte über die aktuellen Börsengänge.(Foto: REUTERS)

Kursraketen in China: Nikkei verliert kräftig

An den asiatischen Aktienmärkten sehen sich Anleger vor dem Wochenende mit teils deutlichen Kursverlusten konfrontiert. In Tokio belasten US-Konjunkturzahlen und japanische Inflationsdaten. In China legen einzelne Titel zweistellig zu.

Sorgen um die US-Konjunktur haben die Stimmung an den Aktienbörsen in Asien gedämpft. In Tokio ging der Nikkei am Freitag mit einem Minus von 1,4 Prozent auf 15.095 Punkten aus dem Handel. Hier spielten auch Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally und der gestiegene Wert des Yen eine Rolle. Auch an anderen Handelsplätzen hielten sich Investoren zurück. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan zeigte sich fast unverändert.

Für Ernüchterung sorgten US-Konjunkturdaten. Die Amerikaner zeigten sich im Mai weniger kauffreudig als erwartet. Zuvor war bekanntgeworden, dass die weltgrößte Volkswirtschaft wegen des ungewöhnlich harten Winters im ersten Quartal so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr schrumpfte.

Für Verstimmung in Tokio sorgten auch die jüngsten Inflationsdaten. Die Kernverbraucherpreise in Japan sind im Mai um 3,4 Prozent gestiegen im Vergleich zum Vorjahr. Das ist zwar exakt soviel wie erwartet, schürt aber dennoch Spekulationen, dass damit weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen der japanischen Notenbank unwahrscheinlicher werden. Bereinigt um den Mehrwertsteueranstieg im April betrug der Anstieg wie erwartet 1,4 Prozent. Hinzu kommen Arbeitsmarktdaten, denen zufolge der Druck bei den Unternehmen steigt, die Löhne zu erhöhen.

Das wiederum dürfte auch insgesamt für Preisdruck nach oben sorgen und gibt dem Yen Auftrieb. Der Dollar geht mit 101,40 Yen um, verglichen mit 101,67 Yen im frühen Handel und über 101,80 Yen zur gleichen Zeit am Vortag. So hoch stand der Yen zuletzt vor einem Monat.

An anderer Stelle wird das deutliche Minus am japanischen Aktienmarkt aber auch mit Positionsanpassungen angesichts des bevorstehenden Halbjahresultimos in Zusammenhang gesehen, zumal der Nikkei-Index im zu Ende gehenden Monat um 4,3 Prozent zulegte.

Börsenneulinge ziehen steil an

In Schanghai verliert der Shanghai-Composite-Index 0,4 Prozent auf 2031 Punkte. Händler sprechen dort von einem starken psychologischen Widerstand bei der 2050er Linie. Etwas gedämpft wird die Stimmung davon, dass sich das Gewinnwachstum chinesischer Unternehmen im Mai verlangsamt hat; auf 8,9 Prozent im Jahresvergleich von 9,6 Prozent im April.

Stärker unter Druck steht in Hongkong die Aktie von Standard Chartered. Sie holt damit nach einer Gewinnwarnung vom Vortag die Verluste aus dem europäischen Handel nach.

Weiter positiv gesehen werden dessen ungeachtet die seit dem Vortag nach viermonatiger Pause wieder erlaubten Börsengänge in China. "Die Liquidität im Markt ist gut und die Anleger begrüßen es, nach so langer Zeit wieder Aktien neu an die Börse gekommener Unternehmen kaufen zu können", erklärte ein Analyst.

Nachdem die Börsenneulinge Shandong Longda Meat Foodstuff, Wuxi Xuelang Environmental Technology und Feitian Technologies am Vortag um jeweils 44 Prozent nach oben geschossen waren - soviel wie maximal erlaubt - legen sie zum Wochenausklang um weitere 10 Prozent zu.

Quelle: n-tv.de

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