Wirtschaft
Shinzo Abe trifft Barack Obama: Die Geldpolitik der beiden Länder dürfte im Mittelpunkt der Gespräche stehen.
Shinzo Abe trifft Barack Obama: Die Geldpolitik der beiden Länder dürfte im Mittelpunkt der Gespräche stehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Japans Angst vor den USA: Nikkei zieht's abwärts

Konjunktur und Geldpolitik: Wenn Japans Ministerpräsident Shinzo Abe auf US-Präsident Barack Obama trifft, dürften dies die Kerngesprächsthemen sein. Vorab geht die japanische Börse in die Knie. Vor allem Exportwerte verlieren, auch weil die jüngsten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone enttäuschten.

Die Sorgen der Anleger über das Schicksal der Konjunktur in den USA und Europa haben am Freitag die Tokioter Börse belastet.  Die Investoren waren gespannt darauf, ob die USA im Tagesverlauf die Pläne der japanischen Regierung zur Stimulierung der Wirtschaft gutheißen würden.

US-Präsident Barack Obama wollte im Tagesverlauf den neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Washington empfangen. Abe hofft dabei auf aufmunternde Worte für massive Staatsausgaben und eine ultra-lockere Geldpolitik. "Die Investoren warten auf Nachrichten von dem Treffen und reagieren sehr sensibel auf das, was sie für die Wirtschaft bedeuten", erklärte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities.

Zusätzlich bereitete den Börsianern die am Wochenende in Italien anstehende Parlamentswahl Kopfzerbrechen. "Die Investoren haben genau im Blick, wie sich die langfristigen Zinsen, die Risikoaufschläge und der Euro nach der Wahl bewegen werden", sagte Nobuhiko Kuramochi von Mizuho Securities. "Der Markt ist nach den jüngsten Höchstständen anfällig für Gewinnmitnahmen, die von Faktoren im Ausland ausgelöst werden."

Trotz der negativen Vorgaben aus Europa und der hohen Verluste am Donnerstag, die vor allem auf das drohende Ende der lockeren US-Geldpolitik zurückzuführen waren, liegt der Nikkei im Wochenvergleich immerhin noch mit 1,5 Prozent und der südkoreanische Kospi mit 2,1 Prozent im Plus. In China ging es dagegen im gleichen Zeitraum steil bergab. Wegen Befürchtungen über schärfere Regulierungen des Immobilienmarktes liegt der Shanghai Composite im Wochenvergleich mit 4,4 Prozent im Minus. Beim HSI in Hongkong sind es 2,6 Prozent.

Gleichwohl erholen sich in Schanghai einige Immobilienwerte von ihren Verlusten am Vortag. Die Aktien von Poly Real Estate Group gewinnen 1,4 Prozent und die Papiere von China Merchants Property Development legen 1,6 Prozent zu.

Mit einem Plus von 0,8 Prozent ist der S&P/ASX 200 unter den Indizes in Ostasien der Tagesgewinner. "Ich glaube der Markt hat das Protokoll der US-Notenbank komplett falsch verstanden", sagt Chefstratege Chris Weston von IG Markets. Offenbar gebe es innerhalb der Fed eine gesunde Debatte, doch seien insbesondere die stimmberechtigten Mitglieder weiter für eine geldpolitische Lockerung, die Notenbankchef Bernanke in der kommenden Woche auch bestätigen dürfte.

Rohstoffaktien gehören jedoch wie bereits am Vortag erneut zu den Verlierern. Die Papiere von Rio Tinto verlieren 0,9 Prozent und die Titel von BHP Billiton 0,8 Prozent.

Gestützt von Gewinnen bei den Indexschwergewichten Fast Retailing, Fanuc und Softbank legt der Nikkei-Index um 0,4 Prozent zu auf 11.353 Punkte. Zudem gehören die Aktien von Unternehmen mit stärkeren Geschäftsbeziehungen zu China zu den Gewinnern: die Papiere von Komatsu verteuern sich um 1,5 Prozent und Hitachi Construction Machinery notieren 1,6 Prozent fester.

Im Vorfeld der Ernennung des neuen Chefs der japanischen Notenbank bewegt sich der US-Dollar kaum gegenüber dem Yen. Der Greenback kostet 93,26 Yen nach 93,13 Yen im späten New Yorker Handel. Nachdem die australische Notenbank mitgeteilt hat, die Zinsen seien auf einem angemessenen Niveau, zieht der Australische Dollar gegenüber der US-Währung an. Er kostet 1,0314 US-Dollar gegenüber 1,0240 Dollar vor dem Statement der Notenbank.

Sony verloren 2,6 Prozent. Die Aktien hatten bereits am Donnerstag eingebüßt, nachdem der japanische Konzern einige technische Details zu seiner neuen Playstation 4-Videospielkonsole präsentiert hatte, dabei aber keinen Preis nannte und auch das Gerät selbst im Dunkeln ließ.

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Quelle: n-tv.de

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