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"Sandy" sorgt für Ausnahmezustand: Nyse will am Mittwoch öffnen

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Aufgrund des nahenden Hurrikans "Sandy" setzen die New Yorker Börsen am Montag ihren Handel aus. Auch am Dienstag bleiben die Börsen geschlossen. Einige Marktbetreiber bieten eingeschränkte Dienste an, am Anleihemarkt treibt die Panik die Kurse.

Der USA erwarten "Frankenstorm" zwingt die New Yorker Börsen zu einer Zwangspause. Die wichtigsten Aktien- und Derivatemärkte bleiben am Montag geschlossen, wie Aufsichtsbehörden, Marktteilnehmer und Händler kurzfristig entschieden. Auch am Dienstag ruht der Handel. Am Mittwoch will die New York Stock Exchange wieder öffnen. Geplant sei ein ganz normaler Handelstag, erklärte der Betreiber. Es werde allerdings auch ein Alternativ-Plan geprüft, aber "nur für den Fall der Fälle", hieß es.

Aufgrund der gefährlichen Lage könne die Sicherheit der Mitarbeiter und Händler nur schwer gewährleistet werden, erklärte der Börsenbetreiber Nyse Euronext zu Wochenbeginn. Einige andere Marktbetreiber boten eingeschränkte Dienste an. Wegen "Sandy" wird der öffentliche Nahverkehr in New York eingestellt, es werden Überschwemmungen und Stromausfälle befürchtet.

Die Nyse hatte zunächst geplant, nur den Parkett-Handel zu schließen, den elektronischen Handel aber nach dem Wochenende wieder zu öffnen. Der transatlantische Börsenbetreiber Nasdaq OMX erklärte, an allen Nasdaq-Handelsplätzen in den USA fielen die Geschäfte aus. Die Börsen des Unternehmens außerhalb der USA sollten aber wie geplant am Montag öffnen.

Am Montag arbeiteten viele Händler und Investoren von zu Hause aus und klinkten sich über Homecomputer oder andere elektronische Kanäle in die Handelssysteme ein. Bis zum Mittag (Ortszeit) habe der Umsatz um 49 Prozent unter dem Schnitt der letzten beiden Wochen gelegen, sagte ein Stratege. Dies habe möglicherweise die Bewegungen überzeichnet.

Flucht in Anleihen

Die Suche nach einem sicheren Hafen hat am Montag die Notierungen der US-Anleihen im verkürzten Handel nach oben gebracht. An den Märkten grassierte die Furcht wegen möglicher Schäden durch den Hurrikan.

"Der Sturm hat das Potenzial, die Wirtschaft zu beeinträchtigen, sofern er ernsthafte Schäden verursacht", sagte Anthony Cronin, Anleihenhändler bei Societe Generale. Er erinnerte an den Hurrikan Katrina, der 2005 schwere Zerstörungen an der US-Golfküste 2005 angerichtet hatte.

Der Hurrikan kommt zu einem Zeitpunkt, da sich die Investoren wegen der weltweiten Konjunktur sorgen. Die Wirtschaft in den USA wächst nur leicht, während die Schuldenkrise in der Eurozone ungelöst bleibt. Zu jüngsten schwachen Konjunkturdaten aus Spanien gesellten sich Sorgen über ein Auseinanderbrechen der Koalition in Italien. Die Rendite der zehnjährigen Treasurys fiel auf 1,72 Prozent.

An den Anleihemärkten wurde nur bis 17.00 deutscher Zeit gehandelt. Am Dienstag fällt der Anleihenhandel ganz aus.

Fed zieht Erkundigungen ein

Die US-Notenbank Federal Reserve will sich nach eigenen Angaben bei Händlern über deren Notfallpläne erkundigen und sich der Lage anpassen. Auf jeden Fall verschoben würden aber geplante Veröffentlichungen wie der wöchentliche Bericht über ausgewählte Zinssätze. Diese würden folgen, sobald die Büros wieder normal arbeiten könnten.

Auch die Derivate-Börse CME schränkt ihr Geschäft ein: Der Parketthandel und der Handel über CME Globex werde vorübergehend eingestellt, teilte der Marktbetreiber mit. Alle anderen Handelsbereiche würden aber wie gewohnt arbeiten. Die Intercontinental Exchange schließt die ICE Futures Russell Märkte am Montagmorgen New Yorker Zeit, und den ICE Clear Credit am Mittag. Alle anderen ICE-Märkte und Abwicklungsstellen würden zu normalen Geschäftszeiten arbeiten.

"Sandy" wird in der Nacht auf Dienstag an der US-Ostküste erwartet. Er könnte einer der schwersten Wirbelstürme seit Jahrzehnten in den USA werden.

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Quelle: n-tv.de

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