Angst vor LieferunterbrechungenÖl wird immer teurer

An den Rohstoffmärkten schlägt sich die Sorge vor einem knapperen Ölangebot in Preisen nieder. Die wachsenden Spannungen um Sanktionen gegen den Iran treibt die Preise für das in Europa dominierende Brent-Öl an, während am US-Markt die Preise weiter sinken.
Investoren am Ölmarkt reagieren
mit zunehmendem Unbehagen auf die Spannungen zwischen dem Westen und dem Iran. Der
Preis für ein Fass Brent-Öl stieg am
Freitag um rund 50 Cent auf 112,55 Dollar, was Händler mit einer wachsenden Angst
vor Unterbrechungen in der Ölversorgung begründeten. Der Ölpreis legt inzwischen
seit vier Tagen in Folge zu.
Das geistliche Oberhaupt
der islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, drohte am Freitag mit Vergeltung
für die Sanktionen der USA und der EU gegen die iranischen Ölexporte. "Wir
haben unsere eigenen Drohungen, die wir zu gegebener Zeit umsetzen können",
sagte Chamenei. Investoren fürchten vor allem eine Schließung der Straße von Hormus.
Amerikanisches WTI-Öl verbilligte sich dagegen weiter.
Das Fass kostete 96,05 Dollar und damit 31 Cent weniger als im späten Vortagesgeschäft.
"Die Verdopplung der Preisdifferenz zwischen den beiden Ölsorten auf 16 Dollar
je Barrel seit Jahresbeginn ist größtenteils auf die Risikoprämie zurückzuführen,
welche den Brentpreis erhöht", hieß es in einem Kommentar der Commerzbank.
Die Preisentwicklung bei WTI gebe einen guten Fingerzeig darauf, wo der Brentpreis
ohne die geopolitischen Risiken notieren würde. "Denn ein Überangebot existiert
auch global."
Der Kupferpreis hielt sich kaum verändert um
8350 Dollar je Tonne. Gold kostete 1754
Dollar je Feinunze und damit fünf Dollar weniger als im späten Vortagesgeschäft.