Wirtschaft
Die Ölpreise sinken immer weiter und drücken auch die Inflation in Deutschland immer weiter.
Die Ölpreise sinken immer weiter und drücken auch die Inflation in Deutschland immer weiter.(Foto: picture alliance / dpa)

Preisrückgang dämpft Inflation: Ölpreis rutscht auf Vierjahrestief

Die Preise für Rohöl kennen derzeit nur eine Richtung: nach unten. Der Preisverfall wird immer mehr zum Dauerzustand. Die niedrigen Spritpreise dämpfen längst die Inflation - und tragen so mit zur Wirtschaftsmisere in Europa bei.

Die Ölpreise haben am Donnerstag vor der Veröffentlichung neuer Daten zu den US-Ölreserven weiter nachgegeben. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verlor 2,1 Prozent auf 78,71 Dollar je Barrel (159 Liter). Das ist der niedrigste Preis seit September 2010. Grund hierfür sind Börsianern zufolge das Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage vor allem aus Asien. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI fiel um sieben Cent auf 77,11 Dollar.

Am späten Mittwochabend war der Brentpreis erstmals seit mehr als vier Jahren unter die Marke von 80 Dollar gerutscht. Händler erklärten den Verkaufsdruck unter anderem mit der Aussicht auf weiter steigende Lagerbestände an Rohöl in den USA. Der Markt erwartet einen Zuwachs der US-Reserven um 1,1 Millionen Barrel und damit den sechsten Anstieg in Folge.

Auch in Deutschland hat die anhaltende Ölpreis-Schwäche Auswirkungen: Sie dämpft die Inflation. Die Teuerungsrate in Deutschland bleibt dank des starken Rückgangs der Preise für Heizöl und Sprit niedrig wie lange nicht. Die Verbraucherpreise im Oktober stiegen auf Jahressicht erneut nur um 0,8 Prozent. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden und bestätigte eine erste Schätzung. Damit verharrt die Inflation den vierten Monat in Folge auf ihrem Jahrestief und dem niedrigsten Stand seit Februar 2010.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Oktober um 0,3 Prozent. Seit mehr als einem Jahr dämpft die Preisentwicklung von Mineralölprodukten die Gesamtteuerung: Im Oktober 2014 kosteten sie 5,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Preise für leichtes Heizöl (10,8 Prozent) und Kraftstoffe (3,5 Prozent) sanken erneut kräftig. Ohne Berücksichtigung der Preise für Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Oktober bei 1,1 Prozent gelegen.

Quelle: n-tv.de

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