Wirtschaft
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Preiskampf zwischen Förderländern?: Ölpreis schlägt Leck

Die Rohöl-Preise bewegen sich mittlerweile 20 Prozent unter dem Stand von Ende Juni. Der saudische Ölkonzern Aramco erwägt Gerüchten zufolge Preisnachlässe für asiatische Kunden. Schwer zu spüren bekommt den Preisverfall die Börse Moskau.

Die Furcht vor einem Preiskampf zwischen den Förderländern hat den Ölpreis auf Talfahrt geschickt. Der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee fiel um knapp drei Prozent und lag mit 91,55 Dollar je Barrel auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2012. Der Terminkontrakt auf das US-Öl WTI fiel ähnlich stark auf ein 18-Monats-Tief von 88,18 Dollar.

Genährt wurden die Spekulationen von der Ankündigung des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco von Preisnachlässen für asiatische Kunden. "Dass Saudi-Arabien gewillt ist, über den Preis zu konkurrieren, ist eine tiefgreifende Veränderung", betonte Bjarne Schieldrop, Chef-Rohstoffanalyst der SEB. Er gehe davon aus, dass sich der Brent-Preis erst unterhalb der Marke von 88 Dollar stabilisieren werde.

Spekulationen auf ein Überangebot setzen dem Ölpreis seit Wochen zu. Er liegt aktuell knapp 20 Prozent unter dem Niveau von Ende Juni. Auf der Angebotsseite macht das Ölkartell Opec noch keine Anstalten, die Ölproduktion einzuschränken, um gegen das fallende Preisniveau vorzugehen.

Ölpreis-Verfall drückt Moskauer Börse

Der Preisverfall des wichtigsten russischen Exportguts Rohöl sorgt für Verkäufe am dortigen Aktienmarkt. Der Leitindex RTS der Moskauer Börse fiel um 1,1 Prozent und notierte mit 1100,78 Punkten so niedrig wie zuletzt im März. Die weitere Entwicklung lasse sich zwar schwer vorhersagen, ein Ende der Talfahrt sei allerdings nicht in Sicht, sagte Analyst Timur Nigmatullin von Investcafe.

Die russische Währung setzte dagegen ihren Erholungskurs fort. Der Dollar verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 39,605 Rubel. Anleger reagierten erleichtert, dass die russische Regierung keine Maßnahmen gegen Kapitalflucht  ergreifen will, sagten Börsianer.

Quelle: n-tv.de

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