Opec bleibt hartÖlpreis steigt und steigt
Der ins Uferlose steigende Ölpreis wird immer mehr zum Schreckgespenst für die Konjunktur. Der wichtige Rohstoff kostete am Donnerstag erstmals mehr als 135 Dollar pro Fass, nachdem er binnen 24 Stunden um mehr als fünf Dollar nach oben geschnellt war.
Der Ölpreis hat am Donnerstag den dritten Tag in Folge ein neues Rekordhoch erreicht. An Fronleichnam wurden bis zu 135,09 Dollar für ein Barrel (159 Liter) US-Öl gezahlt, und der Preis für Nordseesorte Brent stieg bis auf 135,14 Dollar das Fass. Der letzte Preisschub um fast fünf Dollar sei von den Zahlen der US-Energiebehörde EIA ausgelöst worden, hieß es von den Analysten von MF Global.
Den Daten der Behörde zufolge sind die Ölbestände in den USA in der vergangenen Woche um 5,4 Millionen Barrel gesunken - Experten hatten einen Anstieg erwartet. "Aber vermutlich wäre der Markt auch bei anderen Zahlen hochgegangen", urteilten die Analysten von MF Global.
Experten zufolge hat sich der Anstieg des Ölpreises verselbstständigt. Der Markt konzentriere sich zurzeit allein auf preistreibende Faktoren, sagte Tatsuo Kageyama von Kanetsu Asset Management. Händler führten die Kursgewinne vor allem auf den schwachen Dollar zurück, der Devisenanleger in die Rohstoffmärkte treibt. Zugleich bleibt das Angebot an Öl knapp, und von der Opec ist keine Hilfe zu erwarten.
Zudem locken all diese Faktoren zahlreiche Spekulanten an die Rohstoffmärkte, die die Preise zusätzlich hochtreiben. Es sei schwer vorherzusagen, wie hoch der Ölpreis noch steigen wird, sagte Kageyama. "Alles was ich sagen kann ist, der Markt wird weiter steigen." Nach dem zuletzt so raschen, heftigen Anstiegs des Ölpreises fielen die Preise für beide Ölsorte bis zum Donnerstagmittag nur leicht zurück: Beide Ölsorten kosteten weiterhin über 134 Dollar.
Opec bleibt hart
Trotz des Drucks auf die Verbraucherpreise lehnt Opec-Generalsekretär Abdullah al-Badri eine Steigerung der Öl-Fördermengen ab. Die Organisation Erdöl fördernder Länder sei bereit zu handeln, könne im derzeitigen "verrückten Markt" aber nichts tun, sagte Badri. Die Ölpreise würden auch bei einer höheren Fördermenge vorläufig nicht zurückgehen.
"Auch wenn wir die Produktion morgen erhöhen, werden die Preise wegen Spekulationsgeschäften und der Dollarschwäche nicht sinken", sagte der Kartell-Chef. "Sollten wir eine Rohöl-Verknappung sehen, werden wir handeln." Es gebe auch keinen Bedarf für vorzeitiges Opec-Treffen.
Länder mit einem großen Ölverbrauch wie die USA hatten die Opec aufgefordert, die Förderung zu steigern. Die US-Regierung macht ein knappes Angebot für die Rekordpreise verantwortlich. Die nächste reguläre Sitzung des Ölkartells findet im September statt.
Auch Kupfer und Gold teurer
Die Rekordjagd beim Öl trieb auch die Preise anderer Rohstoffsorten. So stieg der Kupferpreis um ein halbes Prozent auf 8310 Dollar die Tonne. Dazu trugen auch Nachrichten über sinkende Lagerbestände bei. Der Preis für die Feinunze Gold zog zunächst ebenfalls an, wurde dann aber von Gewinnmitnahmen um 0,8 Prozent ins Minus auf 923 Dollar gedrückt.
Dennoch rechnen viele Experten damit, dass der Goldpreis bald wieder in Richtung des im April erreichten Rekordhochs von 1030,80 Dollar laufen wird. Der steigende Ölpreis und die anhaltende Schwäche des Dollars untermauerten die Attraktivität von Edelmetallen für Investoren, schrieben die Analysten der Standard Bank. Deswegen sei ein weiterer Anstieg des Goldpreises zu erwarten.