Wirtschaft
Der Ölpreis steigt, die Fracht wird wertvoller: Ein Öltanker namens "Zeus" in den Gewässern vor Singapur.
Der Ölpreis steigt, die Fracht wird wertvoller: Ein Öltanker namens "Zeus" in den Gewässern vor Singapur.(Foto: REUTERS)

US-Haushaltsstreit beigelegt: Ölpreise drängen nach oben

Der Durchbruch im politischen Washington ruft an den Rohstoffmärkten große Erleichterung hervor: Das Risiko einer Rezession in den USA scheint zunächst überwunden. Die Notierungen für Rohöl ziehen sichtlich an.

Mit dem Kompromiss im US-Etatstreit haben die Ölpreise zur Wochenmitte deutlich zugelegt. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Februar-Lieferung 111,95 Dollar. Das waren 84 Cent mehr als zum Handelsschluss am Montag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,21 Dollar auf 93,03 Dollar, nachdem er zuvor bei 93,07 Dollar den höchsten Stand seit Mitte Oktober erreicht hatte.

Mit der Einigung im Haushaltsstreit in Washington sei ein möglicher Absturz der US-Wirtschaft in die Rezession vermieden worden, erklärten Händler die Kauflaune am Ölmarkt. Ein Abrutschen der größten Volkswirtschaft der Welt hätte die weltweite Nachfrage nach Rohöl gebremst.

In der vergangenen Nacht stimmten 257 Abgeordnete in dem von Republikanern beherrschten Repräsentantenhaus einem Kompromiss zu, den zuvor bereits der Senat mit großer Mehrheit verabschiedet hatte. 167 Abgeordnete votierten dagegen. Damit wurden massive Steuererhöhungen für Millionen Amerikaner zum Jahresanfang in letzter Minute abgewendet.

Die Einigung im Fiskalstreit in den USA löste an den Weltmärkten allgemein große Erleichterung aus. Mit dem Kompromiss erhöht sich die Steuerlast für Haushaltseinkommen über 450.000 Dollar. Die automatischen Ausgabenkürzungen wurden gleichzeitig für zwei Monate auf Eis gelegt. Darüber soll später verhandelt werden.

Ungelöst blieb auch die Frage der Schuldenobergrenze, die technisch zum Jahreswechsel erreicht wurde, durch einige fiskalische Tricks aber bis in den Februar hinausgezögert wird. Von einem großen Wurf kann bei der Einigung im US-Kongress also nicht die Rede sein. "Längerfristig bleiben Zweifel, wie nachhaltig der Kompromiss ist", so Andrew Sullivan, Leiter Sales-Trading bei Piper Jaffray.

Quelle: n-tv.de

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