Wirtschaft
Bei Chevron in Kalifornien: Hier entsteht ein Großteil des Sprits für die Verbrennungsmotoren an der Westküste.
Bei Chevron in Kalifornien: Hier entsteht ein Großteil des Sprits für die Verbrennungsmotoren an der Westküste.(Foto: AP)

Die USA machen sich unabhängig: Ölpreise geben weiter nach

Die Aussichten auf tiefgreifende Veränderungen im weltweiten Handel mit Energierohstoffen löst an den Rohstoffmärkten fundamentale Überlegungen aus: Die Preise für Rohöl aus den USA und Europa ziehen sich deutlich zurück.

Die Ölpreise bewegen sich nach den leichten Kursverlusten vom Vortag weiter nach unten. Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf die schwachen asiatischen Börsen als Begründung.

Am Dienstagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Dezember-Lieferung 108,68 US-Dollar. Das waren 39 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 44 Cent auf 85,13 Dollar. Neben der zuletzt schlechten Börsenstimmung nannten Händler das nach wie vor hohe Angebot an Rohöl als Belastungsfaktor.

Die Ölproduktion Chinas war im Oktober deutlich gestiegen. Dazu kamen die (IEA), denen zufolge die USA sich auf dem besten Weg befinden, in wenigen Jahren zum weltgrößten Erdölproduzenten aufzusteigen.

Neue Ölmacht Nr. 1?

Bis 2017 werde das Land dank neuer Fördertechnologien die bisherigen Spitzenreiter Saudi-Arabien und Russland überholen, prognostizierte die Agentur in ihrem jährlichen Ausblick zur Energieentwicklung.

Zur starken Stellung im Rohölmarkt kommt eine schwergewichtige Rolle bei der Förderung von Erdgas: Hier dürften die Vereinigten Staaten bereits 2015 zum mit deutlichem Abstand weltgrößten Gasproduzenten aufsteigen.

2035 dürften die USA demnach sich an den Status eines reinen Energie-Selbstversorgers annähern, hieß es. "Die Energie-Entwicklungen in den USA sind tiefgreifend, und ihre Auswirkungen werden weit über Nordamerika hinaus zu spüren sein", befanden die IEA-Experten.

Mehr Angebot als Nachfrage

Am Vortag war der US-Ölpreis bei der täglichen Preisfeststellung um 0,6 Prozent auf 85,57 Dollar je Barrel gefallen. Im Fokus stand die Studie der Internationalen Energieagentur. Der Bericht habe die Sorgen vor einer steigenden Produktion und einer weiter sinkenden Nachfrage in den USA verstärkt, so ein Teilnehmer. So sei der Benzin-Verbrauch wegen der hohen Arbeitslosigkeit anhaltend niedrig.

Der Preis für Gold zeigte sich zum Settlement an der Rohstoffbörse Comex kaum verändert Tendenz bei 1730,90 Dollar je Feinunze. Zuletzt notierte die Feinunze bei 1724,60 und damit deutlich unter Vortagesniveau.

Der Markt schwanke zwischen der Hoffnung auf eine hohe Nachfrage aus Indien und den anhaltenden Sorgen bezüglich der Fiskalklippe in den USA, hieß es unter Edelmetallexperten. Andere Marktteilnehmer sprachen von einer "kleinen Auszeit", nachdem der Goldpreis an den vergangenen beiden Tagen um rund 17 Dollar nach oben geklettert war.

Quelle: n-tv.de

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