Gold steigt nach der US-Wahl: Ölpreise laufen auseinander
Am Tag nach der Richtungswahl in den USA suchen Marktbeobachter noch nach einem klaren Trend im Rohstoffhandel: Die Preise für US-Öl bewegen sich nach der langen Wahlnacht zunächst kaum. Rohöl aus Europa gibt am Vormittag leicht nach.
Die Ölpreise haben sich nahezu unbeeindruckt von derWiederwahl des US-Präsidenten Barack Obama gezeigt. Lediglich zuvor erlitteneVerluste konnten etwas eingedämmt werden.
Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischenSorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung kostete am frühenMorgen 88,45 US-Dollar und damit nur unwesentlich weniger als am Tag vor der Wahl. Der Preisfür ein Fass der Nordseesorte Brent zur Dezember-Lieferung sank um 41 Cent auf110,66 Dollar. Obama wird die weltgrößteVolkswirtschaft für weitere vier Jahre regieren.
Mit Erleichterung hatten die internationalen Finanzmärkte auf die rasche Entscheidung bei derUS-Präsidentschaftswahl reagiert. Amtsinhaber Obama schlug nach einer anfänglichenZitterpartie seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney überraschend deutlich.
Die Terminkontrakte auf diegroßen US-Börsenbarometer deuteten noch in der Nacht (Ortszeit New York) auf eine etwas festere Eröffnung der Wall Street am Mittwoch hin. Der Dollargeriet dagegen wegen Spekulationen auf eine Fortsetzung der ultra-lockeren US-Geldpolitikunter Druck.
Ökonomen der französischen Großbank Societe Generale rechneten wie viele ihrer Kollegen nicht mit einer schnellen Auflösung des politischen Reformstaus."An der Politik wird sich nicht viel ändern. Obama wird in seiner zweiten Amtszeitnur wenig Bewegungsspielraum haben."
Den USA droht zum Jahreswechsel ein neues Schuldendrama. Dann laufen Steuererleichterungenaus, während zugleich automatische Ausgabekürzungen anstehen, sofern sich Präsident und Kongressnicht auf einen neuen Haushalt einigen können. Nach Ansicht der Experten könnte die weltgrößteVolkswirtschaft über diese sogenannte "Fiskalklippe" in eine Rezessionstürzen.
Weicher Dollar, hartes Gold?
An den für den Rohstoffhandel wichtigen Devisenmärkten gab derDollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt,leicht nach. Im Gegenzug verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf1,2831 Dollar nach 1,2811 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.
"Dies sieht nach einer klassischen Reaktion auf eine quantitative Lockerungder Geldpolitik aus", schrieben die Anlage-Strategen der Citigroup in einemKommentar. "Vor der Wahl gab es die Sorge, dass ein Romney-Wahlsieg zu einervorzeitigen Straffung der Geldpolitik führen wird." Der heutige Wahlausganguntermauere die Einschätzung, dass die US-Notenbank Fed ihre Anleihe-Käufe zur Ankurbelungder Konjunktur bis auf weiteres fortsetzt.
Aus Furcht vor einer anziehenden Inflation als Folgeder Fed-Politik des "Quantitative Easing" () nahmen einige Anleger am Morgen nach der Wahl Kurs auf den "sicheren Hafen" Gold. DasEdelmetall verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1725,40 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm)."Der Goldpreis wird in diesem Jahr sicher noch auf 1800 Dollar steigen",sagte Yuichi Ikemizu, Finanzmarkt-Experte der Standard Bank in Tokio
Quelle: n-tv.de

