Wirtschaft
Rohöl, Dampf, Erdgas und Strom: Bei Cold Lake im kanadischen Alberta schlängeln sich die Transport- und Versorgungsleitungen zum Ölsandtagebau von Cenovus Foster Creek.
Rohöl, Dampf, Erdgas und Strom: Bei Cold Lake im kanadischen Alberta schlängeln sich die Transport- und Versorgungsleitungen zum Ölsandtagebau von Cenovus Foster Creek.(Foto: REUTERS)

Gold steigt nach der US-Wahl: Ölpreise laufen auseinander

Am Tag nach der Richtungswahl in den USA suchen Marktbeobachter noch nach einem klaren Trend im Rohstoffhandel: Die Preise für US-Öl bewegen sich nach der langen Wahlnacht zunächst kaum. Rohöl aus Europa gibt am Vormittag leicht nach.

Die Ölpreise haben sich nahezu unbeeindruckt von der Wiederwahl des US-Präsidenten Barack Obama gezeigt. Lediglich zuvor erlittene Verluste konnten etwas eingedämmt werden.

Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Dezember-Lieferung kostete am frühen Morgen 88,45 US-Dollar und damit nur unwesentlich weniger als am Tag vor der Wahl. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Dezember-Lieferung sank um 41 Cent auf 110,66 Dollar. Obama wird die weltgrößte Volkswirtschaft für weitere vier Jahre regieren.

Mit Erleichterung hatten die internationalen Finanzmärkte auf die rasche Entscheidung bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. Amtsinhaber Obama schlug nach einer anfänglichen Zitterpartie seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney überraschend deutlich.

Die Terminkontrakte auf die großen US-Börsenbarometer deuteten noch in der Nacht (Ortszeit New York) auf eine etwas festere Eröffnung der Wall Street am Mittwoch hin. Der Dollar geriet dagegen wegen Spekulationen auf eine Fortsetzung der ultra-lockeren US-Geldpolitik unter Druck.

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Ökonomen der französischen Großbank Societe Generale rechneten wie viele ihrer Kollegen nicht mit einer schnellen Auflösung des politischen Reformstaus. "An der Politik wird sich nicht viel ändern. Obama wird in seiner zweiten Amtszeit nur wenig Bewegungsspielraum haben."

Den USA droht zum Jahreswechsel ein neues Schuldendrama. Dann laufen Steuererleichterungen aus, während zugleich automatische Ausgabekürzungen anstehen, sofern sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen können. Nach Ansicht der Experten könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese sogenannte "Fiskalklippe" in eine Rezession stürzen.

Weicher Dollar, hartes Gold?

An den für den Rohstoffhandel wichtigen Devisenmärkten gab der Dollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt, leicht nach. Im Gegenzug verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,2831 Dollar nach 1,2811 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss.

"Dies sieht nach einer klassischen Reaktion auf eine quantitative Lockerung der Geldpolitik aus", schrieben die Anlage-Strategen der Citigroup in einem Kommentar. "Vor der Wahl gab es die Sorge, dass ein Romney-Wahlsieg zu einer vorzeitigen Straffung der Geldpolitik führen wird." Der heutige Wahlausgang untermauere die Einschätzung, dass die US-Notenbank Fed ihre Anleihe-Käufe zur Ankurbelung der Konjunktur bis auf weiteres fortsetzt.

Aus Furcht vor einer anziehenden Inflation als Folge der Fed-Politik des "Quantitative Easing" (Fed packt die Geldspritze aus ) nahmen einige Anleger am Morgen nach der Wahl Kurs auf den "sicheren Hafen" Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1725,40 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). "Der Goldpreis wird in diesem Jahr sicher noch auf 1800 Dollar steigen", sagte Yuichi Ikemizu, Finanzmarkt-Experte der Standard Bank in Tokio

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Quelle: n-tv.de

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