Wirtschaft
Immer wertvoller - Öl wird deutlich teurer.
Immer wertvoller - Öl wird deutlich teurer.(Foto: Reuters)

Furcht vor Übergreifen des Syrien-Konflikts: Ölpreise streben stur nach oben

Mit der wachsenden Sorge vor einer militärischen Eskalation des Syrienkonflikts steigen an den Rohstoffmärkten die Preise. Beim Öl sind inzwischen Mehrjahreshochs erreicht. Auch das Gold zieht Investoren an. Das Edelmetall profitiert zudem von der nächsten Episode im US-Haushaltsstreit.

Die sich abzeichnende Eskalation des Syrienkonflikts treibt an den Rohstoffmärkten weiter die Preise. Händler trennen sich von Aktien und suchen die vermeintlich sicheren Häfen. Dabei profitiert vor allem Öl von der Zuspitzung. Rohöl ist so teuer wie seit Jahren nicht. Zwar ist Syrien kein großer Ölproduzent. Doch in der Nähe verlaufen wichtige Seerouten wie der Suez-Kanal und Pipelines für den weltweiten Ölhandel.

Die US-Sorte WTI notierte in der Spitze drei Prozent fester und kostete mit 112,24 Dollar je Barrel so viel wie zuletzt im Mai 2011. Brent gewann 2,6 Prozent und markierte mit 117,34 Dollar ein Sechs-Monats-Hoch. Damit haben sich beide Sorten binnen zwei Tagen um jeweils knapp sechs Prozent verteuert.

"Für sich betrachtet haben die Ereignisse in Syrien nur geringen Einfluss auf den Ölpreis", schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar. Entscheidend sei die Furcht vor einem Übergreifen der Spannungen auf andere Staaten der Region. Ric Spooner, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses CMC Markets, prognostizierte für den Fall eines Militärschlags den Anstieg des Brent-Preises auf bis zu 126 Dollar. WTI werde sich wohl auf bis zu 115 Dollar verteuern.

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Zuflucht suchten die Investoren in Gold und Silber. Gold verteuerte sich um bis zu 1,2 Prozent auf 1433,31 Dollar je Feinunze und notierte damit so hoch wie zuletzt Mitte Mai. Silber folgte dem Goldpreis und kletterte um bis zu 2,5 Prozent auf ein Vier-Monats-Hoch von 25,08 Dollar.

Der mögliche Militärschlag gegen Syrien bleibe das zentrale Thema, sagte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler. "Unklar ist vor allem, wie Russland und die islamische Welt auf einen solchen Angriff reagieren würden, und das macht nervös", fügte ein Börsianer hinzu.

Auftrieb erhalten die Edelmetallpreise auch von den Verhandlungen um die Schuldenobergrenze. "Immerhin droht hier erneut eine Fiskalklippe", meinte ein Analyst. Das verunsichere und lasse die Anleger nach sicheren Häfen wie dem Gold Ausschau halten. Auch Platin verteuerte sich. Das Plus belief sich auf jeweils gut ein Prozent.

Quelle: n-tv.de

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