Wirtschaft
Öl wird etwas preiswerter gehandelt.
Öl wird etwas preiswerter gehandelt.(Foto: picture alliance / dpa)

Konjunkturdaten sorgen für Entspannung: Ölpreise treten auf der Stelle

Die von China gesenkte Wachstumsprognose für die zweitgrößte Volkswirtschaft schlägt auf die Rohstoffmärkte durch. Der Ölpreis kommt von seinem Hoch zurück. Beim Gold machen die Anleger nach dem Höhenflug der vergangenen Tage Kasse.

Die Ölpreise haben ihren Höhenflug der vergangenen Handelstage vorerst beendet. Kurz vor dem Wochenende zeigte sich an den Preistafeln der Ölmärkte kaum Bewegung. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August sank gegen Mittag auf 104,72 US-Dollar. Das waren 19 Cent weniger als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel um einen Cent auf 107,72 Dollar.

Der Preis für Rohöl der Opec ist leicht gestiegen. Nach Berechnungen des Sekretariats kostete ein Barrel (159 Liter) am Donnerstag im Durchschnitt 104,81 US-Dollar. Das waren zwölf Cent mehr als am Vortag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

Ölpreis kommt von 16-Monats-Hoch zurück

Am Donnerstag war der US-Ölpreis noch zeitweise auf rund 107,50 Dollar gestiegen und hatte damit den höchsten Stand seit 16 Monaten erreicht. Händler nannten enttäuschende Daten vom US-Arbeitsmarkt als Grund für die mangelnde Kauflaune der Anleger zum Wochenschluss. In der größten Volkswirtschaft der Welt waren die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zuletzt überraschend auf den höchsten Stand seit Monaten gestiegen.

Außerdem bremse die aktualisierte Prognose der Internationalen Energieagentur IEA die Kauflaune, hieß es weiter. Demnach soll das weltweite Ölangebot im nächsten Jahr die Nachfrage übersteigen.

Anleger hatten zuletzt wegen der Unruhen in Ägypten befürchtet, dass der Rohöl-Transport durch den wichtigen Suez-Kanal gestört werden könnte. Am Donnerstag erklärte die Internationale Energieagentur allerdings, dass die Produktion in Staaten außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) anziehen dürfte. Dies linderte Börsianern zufolge die Nachschubsorgen der Anleger.

Zudem spekulierten Investoren darauf, dass die Nachfrage Chinas - dem zweitgrößten Öl-Verbraucher - in den kommenden Monaten nachlassen dürfte. Chinas Finanzminister Lou Jiwei rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in seinem Land von sieben Prozent. Das offizielle Wachstumsziel für 2013 liegt bei 7,5 Prozent.

Kupferpreis sinkt

Beim Gold machten Gewinnmitnahmen dem Preis zu schaffen. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1275 Dollar je Tonne, nachdem der Preis seit Wochenanfang knapp fünf Prozent zugelegt hatte. Die Aussicht auf eine doch länger anhaltende US-Geldschwemme hatte den Goldpreis zuletzt gestützt. "Problematisch für Gold ist dagegen der Umstand, dass die wichtigsten US-Aktienindizes gestern auf Rekordständen geschlossen haben, was erneute Umschichtungen von den Gold-ETFs in Aktien zur Folge haben könnte", prognostizierten die Analysten der Commerzbank.

Die ETF-Abflüsse hätten in den vergangenen zwei Handelstagen spürbar nachgelassen, könnten aber bei einem fortgesetzten Höhenflug an den Aktienmärkten wieder zunehmen. Diese würde dann auch dem Goldpreis zusetzen. "Ohne eine Beruhigung bei den ETF-Abflüssen ist eine länger anhaltende Erholung des Goldpreises kaum vorstellbar", hieß es.

Derweil haben Spekulationen auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China die Preise für Kupfer gedrückt. Das Industriemetall verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 6941 Dollar je Tonne. In der nächsten Woche stehen unter anderem das Bruttoinlandsprodukt des zweiten Quartals und die Industrieproduktion der Volksrepublik auf der Agenda. Analysten gehen davon aus, dass das BIP-Wachstum von April bis Juni auf 7,5 Prozent nach 7,7 Prozent im ersten Quartal zurückgegangen ist. "Der Rohstoffmarkt muss sich darüber klar werden, dass Chinas Wachstumsraten künftig moderater ausfallen", sagte Thomas Lam, Chefvolkswirt bei DMG & Partners Securities in Hong Kong. China gilt als weltgrößter Kupfer-Verbraucher.

Quelle: n-tv.de

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