Wirtschaft
Ein Rückfall in die Krise dürfte mittelfristig die Ölnachfrage drosseln.
Ein Rückfall in die Krise dürfte mittelfristig die Ölnachfrage drosseln.(Foto: REUTERS)

Kupfer und Zink fallen: Ölpreise ziehen an

Im internationalen Rohstoffhandel reagieren die Notierungen für Rohöl sensibel auf die Bewegungen an den Aktienmärkten. Analysten sind sich uneins, ob die Probleme eher bei den Aussichten auf das Angebot oder in der künftigen Nachfrage liegen.

Die Ölpreise ziehen am Dienstag wieder leicht an. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent steigt um 0,5 Prozent auf 116,22 Dollar. Rohöl der marktführenden US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuert sich ebenfalls um 0,5 Prozent auf 96,68 Dollar.

Die Einschätzungen über die weitere Entwicklung bei den Preisen der beiden Referenzsorten gehen weit auseinander. Während einige Analysten die Ölreserven für ausreichend halten, äußern sich andere Beobachter deutlich skeptischer. "Einen längeranhaltenden Abwärtstrend bei den Ölpreisen erwarten wir (...) nicht", schrieben die Analysten der Commerzbank. "Dagegen sprechen die weiterhin bestehenden Angebotsrisiken, das fallende Opec-Angebot und die sich verbessernden globalen Konjunkturperspektiven."

Dem widersprach Christopher Bellew, Broker bei Jefferies Bache. "Es scheint ausreichend Rohöl da zu sein. Der Markt ist ziemlich ausgeglichen, daher sollte es aufgrund von Mangel an Vorräten keine Aufwärtsspirale geben", erklärte er. Am Freitag war der Brent-Preis in der Spitze auf 117,07 Dollar gestiegen und hatte damit so hoch notiert wie seit September 2012 nicht mehr. Händler hatten dafür sowohl Konjunkturoptimismus als auch die Spannungen im Nahen Osten verantwortlich gemacht.

Seit Wochenbeginn stehen die Ölpreise spürbar unter Druck. Ausschlaggebend ist nach Ansicht von Marktbeobachtern die eingetrübte Stimmung an den Finanzmärkten. Als Auslöser hierfür gelten wiederum die neuen politischen Risiken im Euroraum, insbesondere in Spanien und Italien. Darüber hinaus sprechen Beobachter von Ernüchterung nach den starken Kursgewinnen an den Börsen in den vergangenen Wochen.

Am Metallmarkt setzten moderate Gewinnmitnahmen einigen Industriemetallen zu: Kupfer verbilligte sich bis zum Mittag um 0,2 Prozent auf 8290 Dollar je Tonne, Zink um 0,4 Prozent auf 2175,75 Dollar. Am Montag war der Kupferpreis bis auf 8346 Dollar je Tonne geklettert und stand damit so hoch wie seit Anfang Oktober nicht mehr. Zink hatte mit 2190 Dollar je Tonne ein Ein-Jahres-Hoch erreicht. Doch im Sog der Schwäche an den Aktienmärkten hatten die Anleger auch an den Rohstoffmärkten kalte Füße bekommen und die Preise zuletzt nachgegeben.

Viele Investoren setzen für 2013 auf eine weltweite Konjunkturerholung. Industriemetalle wie Kupfer und Zink - aber auch Platin und Palladium, die im Autobau benötigt werden - dürften damit stärker nachgefragt werden. Am Dienstag zogen die Kurse für Platin und Palladium um je etwa 0,4 Prozent auf 1700 Dollar je Feinunze beziehungsweise 757,50 Dollar je Feinunze an.

Vor allem beim Platin stützten Spekulationen um Versorgungsengpässe den Preis. Anglo American Platinum - der weltgrößte Platinproduzent - hatte für vergangenes Jahr erstmals einen Verlust ausgewiesen und vor der Zunahme von Tarifauseinandersetzungen gewarnt. Gold notierte mit 1680,36 Dollar 0,4 Prozent höher.

Quelle: n-tv.de

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