Wirtschaft
Zurück in den Irak: Die US-Militärmaschinerie läuft an. Mit Transportern vom Typ C-17 "Globemaster" lässt Washington bedrängten Kriegsflüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen. Die Ölpreise steigen.
Zurück in den Irak: Die US-Militärmaschinerie läuft an. Mit Transportern vom Typ C-17 "Globemaster" lässt Washington bedrängten Kriegsflüchtlingen humanitäre Hilfe zukommen. Die Ölpreise steigen.(Foto: AP)

Gold als "sicherer Hafen"?: Ölpreise ziehen an

Der Krieg im Irak erreicht eine neue Eskalationsstufe: Die Vereinigten Staaten kündigen Luftschläge an, um das Vorgehen gewaltbereiter Islamisten zu stoppen. Ein erstes Ölfeld in der Kurdenregion muss den Betrieb einstellen.

Aus Furcht von einer Unterbrechung des Nachschubs aus dem Irak haben Anleger am Freitag verstärkt Rohöl gekauft. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee und das US-Öl WTI verteuern sich in der Spitze um jeweils mehr als 1 Prozent auf 106,85 und 98,45 Dollar je Barrel (159 Liter).

Auslöser der Kursrally war die Genehmigung gezielter Luftschläge gegen die sunnitische Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) durch US-Präsident Barack Obama. IS-Kämpfer haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Städte unter ihre Kontrolle gebracht. Zehntausende Angehörige religiöser Minderheiten wie Jesiden und Christen mussten fliehen. Viele von ihnen sind nach UN-Angaben ohne ausreichend Wasser und Lebensmittel eingeschlossen. Ein erstes nordirakisches Ölfeld wurde bereits wegen der Kämpfe geschlossen.

Überraschender Vorstoß

"Der Markt wird sehr genau beobachten, was als nächstes passiert", sagte Fondsmanager Tetsu Emori vom Vermögensverwalter Astmax. Entscheidend sei die Frage, ob IS auch in den ölreichen Südirak vorstoße und die dortige Förderung gefährde. "Der Vorstoß der Kämpfer des Islamischen Staates gen Osten in Richtung der ölreichen Autonomen Region Kurdistan war sehr überraschend", betonten die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. "Die US-Hilfen und sogar gezielte Luftangriffe gegen die IS-Kämpfer, die US-Präsident Obama nun angekündigt hat, zeigen das massive Gefährdungspotenzial des Konflikts und bringen ihn auf eine neue Risikoebene."

Im Juni hatte der Vormarsch der islamistischen Kämpfer den Brent-Preis auf ein Neun-Monats-Hoch von 115,06 Dollar getrieben. Wegen eines Rohöl-Überangebots ging er in den darauffolgenden Wochen allerdings bis auf etwa 100 Dollar zurück. Da die Nachfrage dem Angebot auch weiterhin hinterherhinke, sei trotz der neuen Kämpfe im Irak nicht mit weiteren größeren Preissteigerungen zu rechnen, betonte Fondsmanager Emori.

"Rote Linie"

Für den Analysten Olivier Jakob vom Research-Haus Petromatrix sind auch die geplanten Luftschläge eher ein Grund für fallende Kurse. "Diese Maßnahme zieht eine rote Linie, die IS nicht überschreiten darf und stabilisiert sowohl den Süd-Irak als auch Kurdistan", betonte er.

In der Nacht auf Freitag hatte US-Präsident Barack Obama Luftangriffe gegen die radikalen Milizen der Organisation "Islamischer Staat" genehmigt. Die Kämpfer befinden sich seit Wochen im Irak auf dem Vormarsch. Der Irak ist der zweitgrößte Produzent im Ölkartell Opec. Der Großteil seiner Ölproduktion befindet sich im südlichen Landesteil und ist bislang von den Unruhen im Norden verschont geblieben.

Am Markt für Edelmetalle notiert der Preis für Gold vor dem Wochenende bei 1316,10 Dollar, nachdem er am Vorabend mit 1312 Dollar aus dem US-Handel gegangen war. Die Investoren nehmen Gold wieder als sicheren Hafen in unsicheren Zeiten war, heißt es aus dem Handel.

Quelle: n-tv.de

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