Wirtschaft

Dax-Vorschau: Quartalssaison beginnt

Anleger stehen vor einer interessanten Woche: Die ersten Konzerne berichten über das abgelaufene Quartal und geben Prognosen über den künftigen Geschäftsverlauf ab. Für Impulse dürfte aber auch weiterhin die europäische Schuldenkrise sorgen.

Die europäische Schuldenkrise sorgt an der Börse für Gesprächsstoff.
Die europäische Schuldenkrise sorgt an der Börse für Gesprächsstoff.(Foto: REUTERS)

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften in der neuen Woche zwischen der Hoffnung auf eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung (QE3) in den USA und den mit Skepsis erwarteten Beginn der Bilanzsaison hin und hergerissen sein. Der Wettstreit zwischen enttäuschenden Quartalszahlen und weiteren Maßnahmen der Notenbanken und Politiker gehe vermutlich weiter, urteilten die Analysten der Commerzbank. Der Dax werde sich deshalb wahrscheinlich seitwärts bewegen.

Am Montag beraten die Finanzminister der Eurogruppe über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Krise. Allzu viele Hoffnungen auf weitere Unterstützung machten sich Börsianer aber nicht, nachdem die Europäische Zentralbank trotz einer Leitzinssenkung zuletzt keinerlei Hinweise auf neue geldpolitische Maßnahmen gegeben hatte.

Viele Anleger richteten ihre Blicke deshalb lieber nach Washington, wo am Mittwoch das Protokoll der Offenmarktausschuss-Sitzung der Federal Reserve vom 19. und 20. Juni veröffentlicht wird. Sie hoffen auf Hinweise, dass die Fed angesichts der lahmenden Konjunktur ihre Geldschleusen erneut öffnen könnte.

Blick nach China

Chart

Bei den übrigen Konjunkturdaten dürfte vor allem der Freitag interessant sein, wenn China Zahlen zur Industrieproduktion im Juni sowie zur Wirtschaftentwicklung im zweiten Quartal veröffentlicht. Am Nachmittag des gleichen Tages präsentiert die Universität Michigan dann ihren Index zum US-Verbrauchervertrauen im Juli.

Auf Unternehmensseite soll die beginnende Bilanzsaison die Frage klären, inwieweit die Euro-Schuldenkrise schon Spuren in den Ergebnissen der Firmen hinterlassen hat. Die Analysten der Commerzbank sind zumindest für Deutschland skeptisch. "Die Warnsignale an den Aktienmärkten nehmen zu", erklärten sie. Das sich eintrübende globale Konjunkturumfeld führe zu immer mehr Gewinnwarnungen. Im vergangenen Quartal haben nach Angaben der Commerzbank bereits 19 der 30 Dax-Unternehmen ihre Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt.

JP im Fokus

Eingeläutet wird der Reigen der Quartalsbilanzen in den USA traditionell von Alcoa. Der Aluminiumriese unter dem ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld stellt seine Bilanz am Montag nach Börsenschluss in New York vor. Am Freitag folgt JP Morgan mit den Zahlen zum zweiten Quartal. Hier dürfte die Anleger unter anderem interessieren, wie groß die Löcher tatsächlich sind, die der milliardenschwere Handelsverlust im Derivategeschäft von JP Morgan gerissen hat.

Von den deutschen Unternehmen legen in der neuen Woche zunächst nur wenige Firmen ihr Zahlenwerk vor. Am Mittwoch berichtet der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer über das zweite Quartal seines seit Dezember laufenden Geschäftsjahres 2011/12. Am Donnerstag folgt Südzucker mit der Bilanz zu den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2012/2013. Der Zuckerhersteller hatte die Eckwerte aber bereits am 25. Juni bekanntgegeben. Daneben präsentiert Lufthansa am Dienstag die Verkehrszahlen für Juni.

Quelle: n-tv.de

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