Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Apple im Aufwärtstrend: Rekordjagd an der Wall Street geht weiter

Zwar bereiten Wirtschaftsdaten aus Europa und China etwas Sorge - die positiven Daten der US-Wirtschaft haben jedoch mehr Gewicht und lassen die Händler an der Wall Street zugreifen. Der Dow schiebt sich zwar nur leicht nach oben - aber wieder auf ein Rekordhoch.

Neue Rekordschlussstände beim Dow-Jones- und S&P-500-Index sowie bei der Apple-Aktie haben das Geschehen an der Wall Street bestimmt. Im Spannungsfeld schwacher Wirtschaftsdaten aus China und Europa und positiver Signale aus der heimischen Wirtschaft legten die Aktienkurse insgesamt moderat zu. Leicht gebremst wurde der Anstieg von der Neigung zu Gewinnmitnahmen bei vielen Akteuren nach den jüngsten Rekordhochs.

Der Dow-Jones-Index legte in einem weitgehend ereignisarmen Geschäft ebenso um 0,2 Prozent zu wie der S&P-500 und stieg auf 17.719 Punkte. Auf Schlusskursbasis ist das ein neues Rekordhoch. Gleiches gilt für den S&P-Schlussstand von 2.053. Die Nasdaq-Indizes kamen etwas stärker voran.

Zu Beginn des Geschehens galt die Hauptsorge noch Europa. Dort verschärften sich die Rezessionsängste angesichts wider Erwarten gesunkener Einkaufsmanagerindizes, die zudem auf das schwächste Wirtschaftswachstum seit 16 Monaten hindeuteten. Und auch in China enttäuschten die Daten zur Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Industrie.

Einen ersten Lichtblick aus Sicht der US-Anleger lieferten die US-Verbraucherpreise, die etwas stärker gestiegen waren als erwartet und damit ein erstes Wachstumssignal aussendeten. Kurz nach Handelsbeginn überraschten dann sowohl der Philadelphia-Fed-Index für November und der Index der Frühindikatoren für Oktober positiv. Auch die Oktober-Verkaufszahlen bestehender Häuser fielen gut aus.

Insgesamt untermauerten die Daten den Eindruck einer wachsenden US-Wirtschaft. Gleichzeitig steigt damit zwar die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank womöglich doch früher die Zinsen anheben wird, insgesamt überwog aber die Freude über den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung die Sorge vor einer rigideren US-Geldpolitik.

Intel sind klarer Sieger im Dow-Jones-Index

Tagesfavoriten waren Aktien aus dem Energiesektor, dessen Subindex um 0,9 Prozent stieg vor dem Hintergrund der gestiegenen Ölpreise. "Es ist schön zu sehen, dass heute andere Sektoren an der Spitze lagen", sagte Händler Michael Antonelli von Robert W. Baird. Das sei ein Beleg dafür, dass der Trend weiter nach oben gerichtet sei.

Bei den Einzelwerten am Aktienmarkt setzten Apple ihre Rekordjagd fort, angetrieben von einer Kurszielerhöhung von 120 auf 135 Dollar von Piper Jaffray. Grund sei die gute Nachfrage nach den neuen iPhone-Modellen, so die Analysten. Das Nasdaq-Schwergewicht gewannen 1,6 Prozent auf 116,47 Dollar.

Intel gewannen sogar 4,7 Prozent und waren klarer Sieger im Dow. Der Chiphersteller hatte eine höhere Dividende angekündigt und angesichts eines erstarkenden PC-Marktes für das kommende Jahr weiteres Wachstum in Aussicht gestellt.

Der sich abzeichnende Erfolg des Anleihedebüts von Alibaba bescherte der Aktie nach zwischenzeitlich deutlich höheren Aufschlägen ein Plus von 1,4 Prozent. Der chinesische Onlinehändler könnte auf dem Kapitalmarkt mit seiner Anleiheemission noch mehr Geld einsammeln als die zuletzt kolportierten 8 Milliarden US-Dollar und habe angesichts der starken Nachfrage die offerierte Rendite reduziert, hieß es im Handel.

Ausblick von Salesforce.com enttäuscht

Caterpillar legten um knapp 1 Prozent zu. Die aktuellen Umsatzzahlen des Unternehmens zeigten eine deutlich stärkere Nachfrage nach Motoren sowie einen verringerten Rückgang der Verkäufe von Bergbauausrüstungen.

Für Yum ging es um gut 2 Prozent nach oben, gestützt von einer Kaufempfehlung der Analysten von Janney, die damit rechnen, dass sich die weltweit größte Fastfoodkette auf dem chinesischen Markt langfristig erfolgreich positionieren wird. Überraschend gute Quartalszahlen trieben den Aktienkurs von Williams-Sonoma um 8,4 Prozent nach oben. Best Buy zogen um 7 Prozent an, nachdem der Elektronikeinzelhändler die Vorhersagen übertroffen hatte. Caesars Entertainment verteuerten sich um 5,5 Prozent. Laut Medienberichten will der Kasinobetreiber seine größte Sparte in einen Immobilienfonds umwandeln.

Mit Enttäuschung wurde dagegen der Ausblick von Salesforce.com aufgenommen; die Aktie verlor 4,4 Prozent. Der Softwareanbieter verfehlte mit seinen Umsatz- und Gewinnprognosen die Analystenprognosen.

Quelle: n-tv.de

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