Wirtschaft
Die "Al Hamra" bei der Einfahrt in den Hafen von Yokohama: Der Import von Flüssiggas (LNG) zählt in Japan zum Alltag.
Die "Al Hamra" bei der Einfahrt in den Hafen von Yokohama: Der Import von Flüssiggas (LNG) zählt in Japan zum Alltag.(Foto: AP)

Risiken der Ukraine-Krise: Rohöl pegelt sich ein

Im Handel mit Rohstoffen herrscht nach Ostern angespannte Ruhe: In einem feiertagsbedingt ausgedünnten Handel fürchten Beobachter größere Ausschläge durch geopolitische Unsicherheitsfaktoren. Nicht nur Öl, sondern auch Metalle sind betroffen.

Am Öl- und Goldmarkt haben sich die Anleger am Dienstag weitgehend zurückgehalten. Viele wollten abwarten, wie sich die Lage in der Ukraine weiter entwickele, sagten Händler. Die Ölpreise gaben leicht nach, was mit technischen Faktoren begründet wurde. Fundamental werde Öl durch die Spekulationen auf einen Versorgungsengpass angesichts des Konfliktes in der Ukraine gestützt. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 109,39 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 104,10 Dollar 0,3 Prozent niedriger.

Am Markt war von einem ruhigen Handel in einer engen Spanne die Rede. Die verhärteten Fronten in der Ukraine-Krise hätten sich nicht nennenswert ausgewirkt. Die USA und Russland halten sich gegenseitig vor, zu wenig zur Umsetzung des in Genf vereinbarten Friedensfahrplans für die Ukraine zu tun. Russland gehört zu den weltweit größten Öl- und Gasexportländern.

Indonesien lässt Nickel-Preise taumeln

Auch am Metallmarkt sorgt ein Konflikt für Bewegung: Wegen des andauernden indonesischen Exportverbots für Nickelerze hat der Preis für Nickel am Dienstag seinen Höhenflug fortgesetzt. An der Londoner Metallbörse (LME) verteuerte sich eine Tonne des für die Stahlherstellung benötigten Metalls in der Spitze um zwei Prozent auf 18.285 Dollar und kostete damit so viel wie zuletzt im Februar vorigen Jahres. "Ich denke, dass der Markt die Nickelpreise weiter anschieben will, ein Preis von 20.000 Dollar ist möglich", sagte Dominic Schnider, Analyst bei UBS Wealth Management. So teuer war Nickel zuletzt Anfang 2012.

Nickel hat sich seit Jahresbeginn bereits um mehr als 30 Prozent verteuert, was Händler vor allem auf die schrumpfenden Nickelerz-Bestände zurückführen. So sind die chinesischen Importe aus Indonesien im März unter eine Million Tonnen von im Schnitt 3,4 Millionen Tonnen im vorigen Jahr gefallen. Indonesien ist der wichtigste Lieferant des Erzes.

Spekulationen, dass der Konflikt in der Ukraine die Lieferungen aus Russland behindern könnte, stützt die Preise ebenfalls. Die russische Norilsk Nickel ist der weltweit größte Nickelproduzent. Der Westen hat der Regierung in Moskau mit neuen Sanktionen gedroht, sollte sich die Lage im Osten der Ukraine nicht entspannen.

An der Londoner Metallbörse blieb der Preis für Kupfer nach der viertägigen Osterpause dagegen unter Druck: Die Tonne kostete mit 6619 Dollar am späten Vormittag 0,5 Prozent weniger als vor Ostern. Viele Anleger fürchten, dass die Nachfrage aus China - dem weltgrößte Kupferkonsumenten - angesichts einer schwächelnden Konjunktur nachlassen wird. Kupfer wird vor allem im Bau benötigt.

Goldminen-Fusion geplatzt

Gold verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1291,46 Dollar. Das Edelmetall hatte zuletzt schon nicht mehr nennenswert von seiner Rolle als sicherer Anlagehafen angesichts von geopolitischen Spannungen profitieren könnten. Auf dem Höhepunkt der Krise in der Ukraine war der Goldpreis zeitweise stark gestiegen. Doch inzwischen haben viele Anleger ihre Gewinne mitgenommen. Investoren zogen Bestände aus dem weltgrößten ETF, dem SPDR Gold Trust, ab: Allein in der vergangenen Woche betrug der Abfluss 9,3 Tonnen - so viel wie bislang in diesem Jahr in den Gold Trust geflossen war.

Eine Unternehmensnachricht beherrscht die Gespräche auf der Angebotsseite. Die beiden weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold und Newmont Mining haben einem Zeitungsbericht zufolge ihre Pläne für einen Zusammenschluss auf Eis gelegt.

Die Gespräche seien weit fortgeschritten gewesen, hatte das "Wall Street Journal" vor dem Wochenende berichtet. In den vergangenen Tagen sei aber entschieden worden, die Fusion im Volumen von 33 Milliarden Dollar nicht weiter zu verfolgen. Barrick und Newmont lehnten eine Stellungnahme ab.

Barrick hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Newmont über einen Zusammenschluss verhandelt. Früheren Informationen aus dem Vorjahr zufolge wurden zwei bereits unterschriftsreife Verträge über eine Fusion 2008 und 2010 nicht umgesetzt.

Quelle: n-tv.de

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